Von Andreas Wiedermann & Opera incognita

"Orphée": Der nächste Glucksfall

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Andreas Wiedermann.

München - Ende August, wenn die Groß-Kultur schläft, schlägt die Stunde der Außenseiter wie der Münchner Kammer­oper oder der Opera incognita. Mit oft überraschenden Ergebnissen, die leichthändig, aber mit professioneller Arbeit oft die Etablierten übertreffen.

Andreas Wiedermann, Jahrgang 1978, ist immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Spielstätten. Er hat sich schon im Müller’schen Volksbad herumgetrieben mit Mozart und Britten, war zu Gast in der Reitschule, der Allerheiligen-Hofkirche oder im Circus Krone – und immer bezog er den Spielort als bestimmendes Theater-Element ein.

Morgen steigt er im Maximiliansforum (Maximilianstraße 38), das meist – wenn überhaupt – als Ausstellungsort genutzt wird, in die Unterwelt von Glucks Orphée und feiert damit den 300. Geburtstag des großen Opernreformers (1714 – 1787), dem es um die Wahrhaftigkeit des Gefühls ging. Wiedermann und sein musikalischer Compagnon Ernst Bartmann entschieden sich für die selten gespielte Pariser Fassung von 1774 (Französisch gesungen mit deutschen Übertiteln).

Das Kammerorchester unter Bartmann begleitet drei junge Sänger, die sich aus den Fundorten der Hochschulen Augsburg/Nürnberg, München und Salzburg rekrutieren, dazu zwei Tänzer in ihrer Auseinandersetzung mit den großen Themen Liebe, Tod, Verzweiflung und Hoffnung.

Beate Kayser

Opera incognita: „Orphée“, Maximilianstraße 38. Ab morgen, 20 Uhr, wieder am 30. August und am 2., 3., 4. und 6. September, Tel. 0151 / 15 80 90 91.

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