Höchstrafe für beide Angeklagten: Gericht verkündet Urteil zum Dreifachmord von Hille

Höchstrafe für beide Angeklagten: Gericht verkündet Urteil zum Dreifachmord von Hille

Nachtkritik zum Konzert-Highlight

Phil Collins begeistert mit seinem Sohn das Münchner Publikum: „Immer noch nicht tot“

+
Phil Collins rockt das Olympiastadion in München. 

Trotz hohem Alter ist und bleibt Phil Collins ein Weltstar. Am Montagabend spielte der 68-Jährige ein Konzert im Münchner Olympiastadion vor über 50.000 Menschen. Die Konzertkritik.

München - Mit einem Golfkart wird Phil Collins, 68, hinter die Bühne chauffiert. Um zu seinem Drehstuhl auf der Bühnenmitte zu gelangen, braucht er seinen schwarzen Gehstock. Er hat noch keinen Ton gesungen, doch das Publikum im mit 50 000 Menschen gut gefüllten Olympiastadion erhebt sich in Ehrfurcht zu stehenden Ovationen.

Phil Collins im Münchner Olympiastadion: Gegen alle Widrigkeiten immer noch ein Weltstar

„Ich hatte eine Rückenoperation und now mein Bein is fu****“, sagt er beinahe entschuldigend in einem Deutsch-Englisch-Mix. Und beginnt zu singen. „Against all odds“, gegen alle Widrigkeiten, schmettert er ins Stadionrund. Er hat das Lied 1984 geschrieben. Heute ist es seine trotzige Antwort auf die Widrigkeiten des Lebens. „Take a look at me now“, schaut mich an!

„Still not dead yet“ lautet der Name seiner Welttournee, mit der er seit 2017 unterwegs ist. Und auch, wenn er nicht stehen, tanzen und schon gar nicht Schlagzeug spielen kann, erweist sich der Brite als außerordentlich lebendig. Mit feinem, schwarzen Humor kommentiert und moderiert er eine Show, die er im Sitzen absolvieren muss (Unseren Konzert-Ticker zum Nachlesen finden Sie hier).

Phil Collins hat noch immer Spaß an der Musik - sein Sohn sitzt für ihn am Schlagzeug

Dass der Virtuose Collins, der mit Genesis weltberühmt wurde und als Solokünstler mit über 250 Millionen verkauften Platten zu den erfolgreichsten Musikern aller Zeiten gehört, selbst nicht den epischen Drumpart von „In the Air tonight“ trommeln kann, schmerzt ihn noch mehr als die Fans. Doch er hat selbst wunderbaren Ersatz groß gezogen: Sein 18-jähriger Sohn Nicholas macht dem Vater am Schlagzeug alle Ehre. Als sich Collins die Zeit nimmt, seine Band ausgiebig vorzustellen und zum Schluss voller Stolz seinen Sohn präsentiert, brandet ohrenbetäubender Jubel im Stadion auf.

Es ist beileibe nicht einfach, ein dynamisches Konzert zu spielen, wenn man selbst in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Für einen Weltstar mit der Aura und dem Witz des 68-Jährigen scheint es ein Klacks zu sein. Und bei allem Bedauern, dass er selbst nicht mehr an den Drums sitzt und nur für eine kleine Percussion-Einlage mit den Händen trommelt, ist da ja immer noch seine unverwechselbare Stimme.

Der Oscarpreisträger klingt kraftvoll und wie einer, der immer noch Spaß hat. Musiker vom Format eines Phil Collins sind selten geworden. Nicht wenige mutmaßen, dass diese Tour seine letzte sein könnte. Es wäre jammerschade. Die Münchner Fans würden ihm jederzeit wieder lauschen. Stehend, tanzend oder sitzend.

Auch interessant

Meistgelesen

40 Jahre und kein bisschen leise: Stray Cats rocken das Zenith
40 Jahre und kein bisschen leise: Stray Cats rocken das Zenith

Kommentare