Die Premieren-Kritik

Queen-Musical: Im Rausch der Rock-Gefühle

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Das undatierte Probenfoto zeigt eine Szene aus dem Queen-Musical "We will rock you" am Deutschen Theater in München.

München - Das Queen-Musical „We Will Rock You“ feierte in Münchens Deutschem Theater umjubelte Premiere. Eine Kritik.

Das Deutsche Theater fürchtet weder Tod noch Teufel. Wie sonst kann es das einst so leidgeprüfte Haus wagen, mit dem Queen-Musical We Will Rock You einen einstürzenden Neubau zu provozieren? Man bräuchte zwei Augen und Ohren mehr, um all das spektakuläre Augenfutter, all die Soundgewitter nach dem ersten Erleben auszukosten – aber auch so: Dieser Erstkontakt ist umwerfend. A Kind of Magic im Rausch der Rock-Gefühle.

Okay, die Story ist hirnrissig: In 300 Jahren ist die Menschheit gleichgeschaltet. Die böse Killer Queen und ihr Gefolge beherrschen die unmündige Masse Mensch. Was wir sind, was wir tun, was wir für Musik hören. Lieb- und leblose Computermusik ist Gesetz, Instrumente gibt’s nicht mehr. Die Aufregung im absolut absolutistischen Staat ist dementsprechend groß, als ein kleiner Haufen Rock-Eindringlinge Widerstand leistet und ein mythisches, verschollenes Instrument sucht: eine E-Gitarre. In diese Story werden 21 Queen-Songs integriert. Und das sehr stimmig.

So. Jetzt streichen Sie die Inhaltsangabe aus Ihrem (hoffentlich nicht gleichgeschalteten) Hirnkastel und gehen Sie in die Schwanthaler Straße. Die Hits erklingen live und hochqualitativ – mit irrer sechsköpfiger Combo, die unsichtbar auf einer Brücke über der Bühne schwebt (und wunderbar inszeniert gegen Ende sichtbar wird), einem satten Edel-Sound, einer mächtigen Videowand – und alles präzise bis auf die Hundertstel abgestimmt.

Eine Handvoll Songs werden auf Deutsch gesungen. Tut ziemlich weh, aber der Handlung hilft’s. Was nicht hilft: sich zu wehren. Der Rausch dieser großartig gemachten Turbo-Show mit spaßig-cleveren deutschen Zwischentexten ist unwiderstehlich.

Brigitte Oelke als Killer Queen ist die Bombenstimme für Bombenstimmung. Auch alle anderen spielen und singen um ihr Leben: darunter Jeannine Michèle Wacker, Martin Berger und Christopher Brose. Fazit: Freddie bleibt heil. Hurra!

M. Bieber

Zahlen & Tickets

Alles sitzt auf die Hundertstel – die Probezeit für diese Bühne war extrem lang, das Ergebnis ist eine perfekte, aber nie gefühlskalte Show. Die Videowand misst übrigens 2,6 mal 10,4 Meter, dazu kommen vier zusätzliche Projektoren (13 mal 7 Meter). Das durch Mark und Bein gehende Sound-System bringt es auf fünf Tonnen, die großartige Lichtanlage (70 kopfbewegte Lampen, 160 Profilscheinwerfer) wiegt das Doppelte. Bisher haben übrigens über 16 Millionen Zuschauer die Show weltweit gesehen. In München gastiert das Spektakel bis 13. 12. (länger lief noch nie was), Karten-Tel. 55 23 44 44.

"We will Rock You" - Bilder rund um die Premiere in München

"We will Rock You" - Bilder rund um die Premiere in München

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