Der Klassiker erobert München

Pünktchen und Anton: Klassiker kommt ins Deutsche Theater

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Tamina Friedrich und Gustavo Maia Jochim Huckepack in der Fußgängerzone ...

München - Von Donnerstag bis Sonntag läuft im Deutschen Theater die Bühnenversion von Erich Kästners Klassiker "Pünktchen und Anton". Wir trafen die Hauptdarsteller.

Tamina Friedrich schaut ernst: „Was nützt einem das ganze Geld, wenn man niemanden hat, der einen in den Arm nimmt?“ Mit ihren gerade mal zwölf Jahren hat sie schon ziemlich genau begriffen, was wichtig ist im Leben. Vielleicht liegt es an ihrem Hobby: Das aufgeweckte strohblonde Mädchen darf seit vergangenem Jahr regelmäßig das Pünktchen in der Bühnenversion von Erich Kästners Kinderbuchklassiker Pünktchen und Anton spielen. Eine Erzählung, in der man, so Tamina, vor allem eines lerne: „Wie wichtig Freundschaft ist. Und dass es nicht darauf ankommt, ob man das neueste Smartphone oder die schönsten Schuhe hat, sondern um das, was in einem ist.“

Tamina sitzt im Innenhof des Deutschen Theaters in München. In Nordrhein-Westfalen sind bereits Sommerferien, doch die Bonnerin ist nicht auf Urlaub hier in Bayern. Zusammen mit Schauspielpartner Gustavo Maia Jochim ist sie hergekommen, um für Pünktchen und Anton zu werben. Denn das Musical (empfohlen ab acht Jahren), das sie normalerweise im Jungen Theater Bonn aufführen, geht auf Tour. Und macht ab Donnerstag Halt in München.

Gustavo ist ein bisschen älter als Tamina, gerade 14 geworden; und genauso begeistert bei der Sache wie seine Schauspielfreundin. „Man lernt in dem Stück viel darüber, dass es nicht darauf ankommt, ob man arm oder reich ist“, sagt er. Der 14-Jährige war ganz beeindruckt beim ersten Blick in den Theatersaal an der Schwanthalerstraße. Auf solch einer großen Bühne stand er noch nie. „Krass!“, ruft er grinsend. Und fügt dann selbstbewusst hinzu: „Ich freue mich schon sehr, dort zu spielen!“

und auf der Bühne.

Dabei haben die beiden bereits Schauspielerfahrung. Gustavo gehört seit drei Jahren zum Ensemble des Jungen Theaters Bonn. Tamina stand 2013 das erste Mal in Die Chroniken von Narnia auf der Bühne. „Das Theaterteam hat mich angesprochen, ob ich nicht Pünktchen spielen will. Dann war da noch so ein kleines Casting, und da wurde ich genommen“, erinnert sich Tamina, die sich vor ihrem ersten Stück in Bonn gar nicht so recht wohlgefühlt hat auf der Theaterbühne. „Ich war erst unsicher, vor allem, als es ums Singen ging. Ich war eine Krähe. Ich konnte gar nicht singen“, erzählt sie und lacht. Doch durch die lustige Art der Theatermitarbeiter verlor sie schnell die Schüchternheit – und wollte weitermachen.

Jetzt sogar in der Hauptrolle in Kästners Erfolgsroman. Gesangsunterricht, wie ihn Gustavo nimmt, möchte Tamina aber nicht: „Man probt die Stücke ja so lange, bis der Gesang sitzt.“ Sie sei vielleicht nicht perfekt im Tönetreffen – aber hoffe, immer das Gefühl rüberbringen zu können. „Ich finde: Lieber alles schief als kein Gefühl“, sagt sie selbstbewusst. Denn das Gefühl ist das Wichtigste in der Inszenierung von Lajos Wenzel. Tamina: „Die Zuschauer sollen spüren, dass man mit Freundschaft alles erreichen kann. Wenn man zusammenhält, ist alles möglich.“

„Pünktchen und Anton“ von 23. bis 26. Juli.; Do./Fr., 10 Uhr (Schulvorstellungen), Sa./So., 11 und 15 Uhr. Tickets: 089/55 23 44 44.

Katja Kraft

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