Stühlerücken im kommenden Sommer

Rathaus: Bei sechs Referenten endet 2016 die Amtszeit

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Ein Blick in den Sitzungssaal des Rathauses.

München - In der Stadt bewegt sich was – genau genommen an der Stadtspitze. Im nächsten Sommer endet die Amtszeit von gleich sechs Referenten: Es beginnt das große Stühlerücken!

In der Stadt bewegt sich was – genau genommen an der Stadtspitze, die derzeit auf den Christkindlmarkt auf dem Marienplatz herunterschauen kann. Doch der nächste Sommer kommt bestimmt, und dann endet die Amtszeit von gleich sechs Referenten: Es beginnt das große Stühlerücken! Drei Amtsinhaber sollen bestätigt werden. Auf drei Plätzen der Stadtführung wird es indes neue Gesichter geben, wobei eines davon schon bekannt ist. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, zeigt Ihnen die tz schon mal, wer warum gehen soll – und wohin …

Kreisverwaltungsreferat

Wilfried Blume-Beyerle.

Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle geht in den Ruhestand. Der dann 67-Jährige übernahm 1998 als parteiloser Referent die Position von Hans-Peter Uhl (CSU) an der Spitze der Behörde. Überregional bekannt wurde Blume-Beyerle vor allem durch den Rechtsstreit um die Ausweisung des jugendlichen Serienstraftäters „Mehmet“.

Blume-Beyerle war von 1984 bis 1992 Büroleiter des Oberbürgermeisters, danach war er bis 1998 als Organisations- und Personalreferent tätig.

Jetzt wird erneut ein Personalreferent ins KVR ­aufrücken: Thomas Böhle. Kurios: Der war bereits 1998 als Nachfolger von Blume-Beyerle ins Personalreferat aufgerückt.

Die SPD hat Böhle vorgeschlagen. Der 62-Jährige verfüge über langjährige Verwaltungserfahrung und aus­gezeichneten juristischen Sach­verstand. Unter anderem hat sich Böhle als Verhandlungsführer für die Kommunen bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst einen Namen gemacht.

Personalreferat

Thomas Böhle.

Vakant wird der Posten des ­Personalreferenten. Amtsinhaber Thomas Böhle soll auf Wunsch der Großen Koalition ins Kreisverwaltungsreferat aufrücken. Dort wird er Wilfried Blume-Beyerle beerben (siehe oben). Für Böhle muss ein neuer Kandidat gefunden werden. Die CSU hat das Vorschlagsrecht, dem Vernehmen nach gilt Stadtrat Alexander Dietrich (CSU) als der aussichtsreichste Kandidat. Es ist allerdings noch keine ­definitive Entscheidung getroffen worden.

Dennoch: Die Nominierung gilt als sehr sicher. Allerdings: Der einzige Kandidat ist er nicht! Die Opposition hat ebenfalls welche vorgeschlagen. Nach tz-Informationen handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann, die sich allerdings aus bestehenden Arbeitsverhältnissen bewerben. Daher gibt es keine Namen.

Nur so viel: Die erste Dame kommt aus einem mittelgroßen Münchner Unternehmen, das sich mit Drucktechnik befasst. Der zweite Kandidat ist Personalleiter eines Automobilzulieferers außerhalb Bayerns. Die dritte Kandidatin kommt ebenfalls nicht aus Bayern, arbeitet in der Gesundheitsbranche.

Wie geht es weiter? Am 9. Dezember sollen sich alle Interessenten nicht-öffentlich im Ausschuss präsentieren. Die Wahl ist dann Ende Januar ­geplant. CSU-Fraktions-Chef Hans Podiuk sagt: „Alexander Dietrich muss durch die Mühlen des Personalausschusses und dort deutlich machen, dass er der ­beste Kandidat ist.“

Es ist aber unwahrscheinlich, dass sich tatsächlich einer der anderen Kandidaten durchsetzt. Die CSU ist überzeugt, den Richtigen gefunden zu haben. In Parteikreisen gilt Dietrich als ausgemachter Fachmann. „Er kann sich im Personalwesen bewegen“, heißt es. Der 40-jährige ehemalige Richter am Amtsgericht ist verheiratet, hat drei Stiefkinder. Er ist seit 2013 im Stadtrat, sitzt im Finanz-, Kreisverwaltungs- und im Personalausschuss und ist in letztgenannten Gremien Sprecher seiner Fraktion.

Seit April 2014 ist Dietrich Leiter des Referats für Verfassung, Recht und Parlamentsfragen sowie für Fragen des öffentlichen Dienstes bei der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag.

Referat für Bildung und Sport

Beatrix Zurek.

Stadtschulrat Rainer Schweppe muss nach nur einer Amtszeit seinen Stuhl räumen. Der 61-Jährige gilt zwar als Visionär mit großen pädagogischen Ideen – ihm habe aber der Blick für das Alltagsgeschäft ­gefehlt, kritisiert die SPD. Zu seiner Zukunft wollte sich Schweppe auf tz-Nachfrage nicht äußern. Seine Nachfolgerin steht schon fest: SPD-Stadträtin Beatrix Zurek. Die Anwältin ist vor allem als Vorsitzende des Münchner Mietervereins und Bayerische Landesvorsitzende des Deutschen Mieterbunds bekannt.

Sie sollen bleiben

Ernst Wolowicz

Ebenfalls enden werden zum Sommer die ­Amtszeiten von Sozial­referentin Brigitte Meier, Kämmerer Ernst Wolowicz und Baureferentin Rosemarie Hingerl. Es gilt als sicher, dass alle drei für ­eine weitere Amtszeit ­gewählt werden.

Und so ist es in den anderen Referaten

Die übrigen Referenten haben längere Amtszeiten. Als Nächstes läuft die von Kommunalreferent Axel Markwardt (2018) aus. 2019 folgen Kultur (Hans-Georg Küppers) sowie das Planungsreferat (Elisabeth Merk). Die längsten Amtszeiten haben Josef Schmid (Wirtschaft) und die erst frisch gewählte Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs. Eine Amtszeit dauert immer sechs Jahre.

Sascha Karowski

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