US-Superstar in München

Konzertkritik: Rita Ora mit wenig Stoff in der Tonhalle - das war lovely!

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27, blonde Mähne, fleißig und vielseitig: Rita Ora, hier beim GNTM-Finale.

Instagram gibt’s jetzt auch in live! Rita Ora, Schauspielerin, Model, Modedesignerin, Instagram-Königin und Sängerin, zeigte in München, wie ein hochmodernes Konzert im Social-Media-Zeitalter zu funktionieren hat.

München - Man nehme eine bildhübsche 27-Jährige aus London, die wie die junge Shakira aussieht und deren Stoffbedarf sich in Quadratzentimetern bemisst. Dazu kommen fesche Tänzer, knallbunte Videos im Hintergrund und exzellente Radiohits – und fertig ist der Mix, der die Fans in der ausverkauften Tonhalle begeistert. Da stört es kaum, dass die Show eher an eine live gezeigte Instagram-Story erinnert als an ein Konzert. Ora et labora, bete und arbeite – zumindest zur Hälfte orientiert sich die gebürtige Kosovo-Albanerin am guten alten Benediktiner-Motto. Wie sie es mit dem Beten hält, weiß man nicht. 

Sündig schaut sie jedenfalls aus in ihrem weiß-goldenen Glitzer-Bikini. Aber arbeiten für ihr Geld – oh ja, das tut sie! Sie rüttelt sich, sie schüttelt sich, sie wirft die Tänzer hinter sich, wenn auch nur karge 70 Minuten lang. Die Bühne gehört komplett ihr, ihrem Sixpack-Geschwader und den aufwendigen Videos. 

Musiker sind Schattengewächse

Die Musiker sind als Schattengewächse an den Bühnenrand ausquartiert und im Dunkeln kaum zu erkennen. So sieht auch niemand, wie viel hier live gespielt wird – und was vom Speicherchip kommt. Bei Rita Ora ist die Windmaschine wichtiger als Gitarre und Bass. Man wähnt sich beinahe beim Oravision Song Contest, bei einem pompös inszenierten Beitrag vom Balkan. Aber: Sie verdient sich allemal ihre „twelve points“. Ihre unterhaltsame Hochleistungs-Show erntet begeisterte „Rita Rita Rita“-Sprechchöre. Und Hits wie die Zugaben For You und Anywhere sind feiner, moderner Pop – Ohrwürmer, die man mögen kann, ohne je auf Instagram gewesen zu sein. Das war lovely, Rita!

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