Festival soll noch viele Jahre bleiben

Rockavaria: Was gut war - was besser werden muss

München - Drei Tage lang rockte es in München im Olympiapark. Das Rockavaria hat bei seiner ersten Ausgabe durchaus überzeugt. Es gibt aber auch Verbesserungsbedarf. Eine Bilanz.

Knapp 150.000 Besucher kamen zu Rockavaria.

Vorweg: Mit einem gstandenen Rock-Festival wie im Park oder am Ring hat das Rockavaria in München so viel zu tun wie Dosenbier mit einem Glaserl Prosecco. Phänomene wie das klassische Waldbieseln, etwaige Dosenbier-Weitwürfe, schmuddelige Campingstädte (Übernachtung im Zelt gibt’s hier gar nicht) oder ekstatische Feiern nach einem Rocktag gibt’s in München nicht. Aber dafür sieht man wirklich alle Generationen – vom Grundschulkind bis zum in Würde ergrauten Weißbart-Opa. Und dafür muss man nicht permanent auf den Boden schauen, um sich nicht einzusauen. Und dafür hat man eben auch, und sei’s im Hotelzimmer, die Möglichkeit auf ein weiches Bett und eine warme Dusche. Und viele sanitäre Anlagen vor Ort.

Rockavaria ist also eine Art Opernfestspiele für Metaller. Gediegen. Aber das kam zum Start ganz gut an: Rund 150.000 Besucher an drei Tagen sind nicht schlecht. Dass teilweise auch abends die Olyhalle ziemlich leer war, wenn im Stadion etwa Kiss spielte, zeigt, dass noch Luft nach oben ist.

Rockavaria 2015: Die Highlights vom Sonntag in Bildern

Rockavaria 2015: Die Highlights vom Sonntag in Bildern

Die gute Nachricht: Rockavaria soll viele Jahre lang in München über die Bühnen gehen. Ossy Hoppe, Chef von Wizard Promotions, bestätigte das am Sonntag der tz. Dabei sei es wichtig, aus Anfangsfehlern zu lernen. So wolle man versuchen, nach Konzertschluss über längere Feiermöglichkeiten auf dem Gelände zu verhandeln und denkt auch eventuell über einen Zeltplatz nach. Hoppe: „Allerdings finde ich letzteres Thema überbewertet. München bietet Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel, und die Infrastruktur ist einmalig.“ Mit dem ersten Rockavaria ist Hoppe „sehr happy“.

Rockavaria: Kiss, Judas Priest & das Theatron - so war Tag 2

Gastro: Wir testeten Schnitzelsemmel, Döner, Bratwurst: Alles um die fünf Euro, aber alles deutlich schlechter als üblich.

Rockavaria 2015: So war Tag eins

Die leibhaftige Rockavaria

Hier sehen Sie die leibhaftige Rockavaria. Sie misst stattliche 2,75 Meter und ist schwindelfrei. Im wirklichen Leben heißt die Dame Judith Gorgass, ist 1,70 Meter groß und Mitglied des Stelzentheaters Zebra aus München. Und, wie heiß ist’s unter dem Kostüm? „Gefühlte 58 Grad“, lacht die Artistin. Drei Mal eine halbe Stunde ist sie auf dem Gelände unterwegs. „Ich lerne gerade Gitarre und kann vier Akkorde. Das würde für viele Rocksongs reichen. Schade, dass das Instrument in meinen Händen nicht funktioniert.“ Eine Lieblingsband der 42-Jährigen ist Triggerfinger. Die hat sie berufsbedingt allerdings verpasst. Tja, wer hoch hinaus will, muss eben Abstriche machen.

Rockavaria 2015: Die Highlights vom Samstag in Bildern

Rubriklistenbild: © dpa

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