Münchner Band bei Rockavaria

Heimspiel für die Eisbrecher

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Alexx Wesselsky von Eisbrecher.

München - Eine ganz besondere Adelung für die Münchner Rockband Eisbrecher: Alexx Wesselsky und Co triumphierten am ersten Rockavaria-Abend im Vorprogramm von Limp Bizkit vor einer komplett gefüllten Olympiahalle.

 Zuvor aber nahmen sich Sänger Alex und Bassist Rupert Keplinger die Zeit für einen erinnerungsträchtigen Spaziergang durch das Gelände. Der Weg führte nämlich zum Theatron am Olympiasee, wo die Band mehrmals im Rahmen des MusikSommers aufgetreten ist. „Das ist für uns schon genial“, freute sich Alexx Wesselsky. „Als Münchner Band bei so einem Festival daheim als einer der Headliner in der Halle zu spielen. Das ist kaum zu toppen.“ Theatron haben die Eisbrecher schon, Olyhalle jetzt auch, fehlt nur noch das Stadion. „Natürlich wäre es toll im Stadion“, lacht Wesselsky, „aber lieber abends in der vollen Halle, als mittags im leeren Stadion.“

Um sich mit den Eisbrechern in Ruhe zu unterhalten, müssen wir dann doch auf den See ausweichen: Tretbootfahren. Auf Schritt und Tritt wird nämlich Alexx Wesselky von Rockavarianern angesprochen: „Mensch, der Checker!“ Die Automobilsendung fürs Fernsehen moderiert er zwar bereits seit fünf Jahren nicht mehr, aber vergessen ist sie deshalb noch nicht. Bassist Ruppert kann sich meistens ein Grinsen nicht verkneifen: „Das ist immer so.“ Auf dem See ist dann Ruhe, nachdem der Bootsverleiher auch noch mal dem „Autoverkäufer“ guten Wind gewünscht hat. Vom Wasser aus lassen die Eisbrecher den Blick über das ganze Gelände schweifen. „Endlich gibt es wieder so ein Festival in München. Unsere Stadt kann ein wenig Rock ’n’ Roll gebrauchen.“

Und dann regt sich Wesselsky noch ein wenig über „Kniefler“ auf, die dem Festival noch vor dem Start schon das Scheitern andichten wollten. Für die Band, die einst aus Megaherz hervorging und den langen Weg von den ersten Auftritten im Feierwerk in die Olympiahalle gegangen ist, kam der Auftritt gerade richtig. Die Musiker konnten Werbung machen für ihre Show am 3. Juni im Circus Krone. Bei der Gelegenheit wird nämlich ein Video für eine DVD gedreht. Und Bassist Ruppert bekam die Gelegenheit, seinem eigentlichen Job nachzugehen: „Ich bin ja eigentlich Gitarrist (z.B. bei Darkhaus), und da Jürgen Plange mit seiner Band A Life Divided mit Unheilig unterwegs ist, übernehme ich seinen Part.“

Den Bass bediente ein alter Weggefährte: Oli Pohl. Den Eisbrechern gelang in der Besetzung – natürlich mit Mastermind Noel Pix an der Leadgitarre und Achim Färber am Schlagzeug – ein wuchtiger Auftritt. Die Fans feierten die alten Hits aber vor allem die Stücke des neuen Albums Schock, das immerhin auf Platz zwei der deutschen Charts kam. Den düsteren Rockmetal mit deutschen Texten lockert Wesselsky gerne mit unerwarteten Einlagen auf. Diesmal ließ er sich beim Lied Himmel Arsch und Zwirn sogar zum Jodeln verleiten.

Alle News auf unserer Übersichtsseite zum Festival-Wochenende.

Rockavaria 2015: Die Highlights vom Samstag in Bildern

Antonio Seidemann

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