Konzert bei Rockavaria 2015

Metallica: Ungebrochene Faszination oder übertourt?

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Sänger des Unternehmens Metallica: James Hetfield bei einem Auftritt vor wenigen Tagen in Las Vegas.

München - Metallica gelten manchem Kritiker als übertourt – dennoch begeistert die Band weltweit. Am Sonntagabend spielen sie bei Rockavaria im Olympiastadion.

Sie sind wieder da. Schon wieder, werden einige sagen. Endlich wieder, die anderen. Metallica, Dauerbrenner auf den größten Bühnen rund um den Globus, beschließt am Sonntagabend das Rockavaria-Festival im Münchner Olympiapark. Seit Jahrzehnten füllt die Metal-Band die Stadien, wie ein Magnet ziehen James Hetfield, Kirk Hammett, Lars Ulrich und Robert Trujillo Anhänger sämtlicher Rock-Genres zu ihren Auftritten. Die Faszination Metallica ist auch nach fast 34 Jahren Bandgeschichte ungebrochen.

Gibt es einen Sättigungseffekt?

Dabei müssen sich die teilweise ergrauten Herren – ja, mittlerweile sind sie alle jenseits der 50 – seit Jahren denselben Vorwürfen stellen. Sie seien übertourt, tönt die Kritik. Vom Sättigungseffekt ist die Rede, sowohl bei den Musikern als auch bei den Anhängern. Die hohe Tour-Frequenz der „Thrash-Metal“-Legenden in den vergangenen zehn Jahren wirke auf die Auftritte wie eine Saftpresse. Fehlende Durchblutung sozusagen. Dazu kommt die Kommerz-Keule: Hinter der Marke Metallica steckt mittlerweile ein global agierendes Unternehmen. Vom einfachen Band-T-Shirt über den kostenpflichtigen hauseigenen Fanclub bis zum 3D-Kinofilm „Through the Never“ (2013) – die Marketingmaschine läuft ununterbrochen und auf voller Lautstärke. So laut, dass so manchem Fan schon die Ohren klingeln.

Trotz all dem pilgern die Menschen in Scharen zum nächsten Konzert. Warum? Weil die Band aus dem Vollen schöpfen kann. Aus dem schier grenzenlosen Song-Fundus der neun Studioalben setzen die Protagonisten für nahezu jede Show eine andere Setlist zusammen. So kommt auch der treueste Fan in der Hoffnung wieder, diesmal ein kaum gespieltes Stück aus den frühen Werken der Achtzigerjahre endlich live zu erleben.

Für kein stilistisches Experiment zu schade

Und auch wenn aus der Anhängerschaft immer wieder gepoltert wird, dass seit dem selbstbetitelten Album von 1991 nichts Brauchbares mehr aus dem Studio kam, so muss man Hetfield und seinen Mitstreitern doch zugute halten, dass sie nie auf der Stelle getreten sind. Und sich für kein stilistisches Experiment zu schade waren. Dass dabei der eine oder andere Anhänger aus den wilden Anfangsjahren der auf der Strecke bleibt, ist unvermeidbar.

Dafür kommen neue Fans hinzu. Fans, die sich von der Energie Metallicas anstecken lassen. Von Hetfields langgezogenem „Yeaaah“. Von Hammetts geschwurbelten Tonleitern. Von Trujillos martialischem Stampfen auf der Bühne. Und von Ulrichs Grimassen hinter den Drums. Sie alle kommen wegen der Gänsehaut, die sich über den Körper legt, wenn es wie zuletzt vor sechs Jahren in München das Lied vom Album „Kill ’Em All“ (1983) von der Bühne dröhnt: „Seek! And! Destroy!“ Schon wieder. Endlich wieder.

Metallica spielen am Sonntag, 20.30 Uhr, im Olympiastadion.

Bilder von Tag 1: So rockt München bei Rockavaria

Rockavaria 2015 München
Ein bisschen Rock'n'Roll. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Tuxedo auf der Rockavaria-Bühne. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und nochmal Tuxedo, diesmal etwas roter. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Ruhe vor dem Sturm am Freitag im Olympiapark. Fabian Zarse hat das in diesem tollen Bild festgehalten. © Fabian Zarse
Rockavaria 2015 München
Die Rockfans stimmten sich im Olympiapark ein. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Rock'n'Roll. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Das Wetter war kaiserlich. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und die Fans bester Laune. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Sie rockten sich durchs Gelände. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Kiss auf Stelzen: Das ist eine Idee für kleine Frauen! So hat man auch mit 1,60 Metern Körpergröße (also ohne Stelzen) einen perfekten Blick auf die Bühne. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Judith Gorgass bewegte sich dort jedenfalls, als wär sie immer überdimensional groß. Sie ist beim Münchner Zebra-Stelzentheater. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Das waren Orchid. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Beim Aufbau war es noch recht ruhig im Olympiastadion. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Der Blick aufs Festivalgelände. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Money for Rope. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und nochmal Money for Rope. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Incubus-Fans. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Hier herrschte noch Ruhe vor dem Incubus-Sturm. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Dann kam Brandon Boyd. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Ein Incubus-Fan oder ein Spiderman-Fan? © Jantz
Rockavaria 2015 München
Hier rockten Incubus die Bühne. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und die Fans rockten mit. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Brandon Boyd. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Muse? Nee, falsche Band. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Die hier waren immer noch für Incubus da. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und noch mehr Incubus-Fans. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Incubuuuus. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Bassist Ben Kenney. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Incubus-Fans. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Incubus bei Rockavaria. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Rock on. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Rock'n'Roll. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und sie feierten den ganzen Tag. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Die Band Toys get Lost stimmte sich ein. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Wegen welcher Band diese beiden wohl gekommen waren? © Jantz
Rockavaria 2015 München
There will be Rock. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Bonaparte auf der Rockavaria-Bühne. © fkn
Rockavaria 2015 München
Schräge Kostüme waren hier Programm. © fkn
Rockavaria 2015 München
Oder auch mal ohne Kostüme. © fkn
Rockavaria 2015 München
Bonaparte lieferten jedenfalls eine Bühnenshow, die im Kopf blieb. © fkn
Rockavaria 2015 München
Schräg und abgefahren. © fkn
Rockavaria 2015 München
Und völlig nackt. © fkn
Rockavaria 2015 München
So sah das aus, als Bonaparte rockten. © fkn
Rockavaria 2015 München
Bonaparte beim Rockavaria 2015. © fkn
Rockavaria 2015 München
Ausgeflippter Auftritt. © fkn
Rockavaria 2015 München
Aber immer wieder was Neues. © fkn
Rockavaria 2015 München
Hinten zu sehen: eine Tänzerin im Gymnastikanzug. © fkn
Rockavaria 2015 München
Heiß wars in jedem Fall. © fkn
Rockavaria 2015 München
Bonaparte auf der Bühne. © fkn
Rockavaria 2015 München
Sie traten als eine der ersten Bands beim Rockavaria auf. © fkn
Rockavaria 2015 München
Und hinterließen bleibenden Eindruck. © fkn
Fans beim Rockavaria in München. © dpa
Der Sänger Matthew Bellamy von Muse. © dpa
Der Bassist Ben Kenney von der US-amerikanischen Band Incubus. © dpa

Dominik Göttler

 

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