Konzertkritik

Größer als groß: Metallica bei Rockavaria

München - Mit den Heavy-Metal-Helden Metallica ist das Rockavaria am Sonntagabend zu Ende gegangen. Mit über 50 sind sie besser denn je, findet unser begeisterter Autor.

Frontmann Hetfield hat sich den Kinnbart eingegraut. Gitarrenhero Hammett hat sich weißgraue Strähnchen in die Lockenpracht gezaubert. Drummer Ulrich hat sich eine Halbglatze aufgesetzt. Denn mit 50+ kann man ganz einfach nicht diese Kraft, diese Urgewalt ins Oly-Stadion wuchten. Metallica haben sie trotzdem.

James Hetfield von Metallica.

Die einst zornigen jungen Männer der 80er haben nullkommanix ihrer Intensität verloren, mehr noch: Sie spielen perfekter, runder denn je und wirken auch im höllischsten Turbo-Gitarren-Staccato-Lärm unerschütterlich cool. Hetfield shakert zwischendrin mit den geschätzt 45.000 Fans und entschuldigt sich, dass nach einem schönen Wochenende nun Metallica spielen... Dazu sein entwaffnendes Lächeln, und weiter geht eine denkwürdige Feier klassischen, schnellen Heavy Metals.

Das, liebe Rockfreunde, war in jeder Beziehung das Gegenteil von Kiss am Abend zuvor. Das war ungeschminkt, ehrlich, hochvirtuos, erdig. Größer als groß. Und um kurz vor zehn kommt mit "One" ein Song, der so lange bleiben wird, wie Menschen Rockmusik hören.

M.B.

Rubriklistenbild: © dpa

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