The Hives, Paradise Lost, Incubus

Rockavaria 2015: So war Tag eins

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The Hives beim Rockavaria: "Wir lieben Deutschland und die Deutschen lieben uns"

München - Manche waren im Vorfeld skeptisch - kann das überhaupt ein richtiges Festival werden? Doch auch wenn nicht gezeltet wird - der erste Tag beim Rockavaria im Olympiapark war vielversprechend.  

Eins gleich vorweg: Wie auf einem Festival fühlt es sich anfangs nicht an. In der Parkharfe des Olympiaparks ist auch drei Stunden nach Festivalbeginn noch jede Menge Platz; auf jedem anderen Festival in Sichtweite der Hauptbühne längst nicht mal mehr ein Dreirad unterzubringen. Der Olympiapark selbst ist bevölkert mit Radfahrern, ganzen Kinderwagenflotten. Auf den Tennisplätzen feilen ältere Damen und Herren an ihrem Aufschlag und vor allem die Wiesen haben nichts, aber auch gar nichts festivalhaftes. Sie sind adrett gemäht, die Bäume sind in bester Park-Manier gestutzt.

Erhöhtes Aufkommen dunkel gekleideter Fahrgäste

Wäre in der U-Bahn nicht ein erhöhtes Aufkommen von dunkel gekleideten Fahrgästen spätestens fünf Stationen vor der Haltestelle "Olympiapark" festzustellen gewesen, wären es nicht bei jeder Haltestelle mehr geworden, sodass der Waggon zum Schluss beinahe überfüllt war, man hätte meinen können, das falsche Wochenende erwischt zu haben. "Wirst sehen, morgen, wenn die gscheiden Bands kommen, dann wird's da anders aussehen", prophezeit der Sicherheitsmann grinsend.

45.000 Besucher und kilometerlange Kabel: Zahlen und Fakten zum Rockavaria 2015

Es wird schon anders auf Weg zur Hauptbühne im Stadion. Ein Rikscha-Fahrer, der seine Kiss-Shirts-tragenden Gäste mit AC/DC aus einem Ghettoblaster beschallt, ein Gitarrist, der am Wegesrand seine äußerst bemerkenswerten Bluesfähigkeiten offenbart, ledermotorradhosentragende Mittvierziger, die Bier aus Stier-Hörnern trinken. Und dann ist da noch diese partielle Unwetter, das über dem Olympiastadion niederzugehen scheint. Jedenfalls donnert es sehr tieffrequent aus dem ehrwürdigen Rund, das sich von innen wieder ein Mal als exquisiter Ort für so eine Angelegenheit erweist.

The Hives beim Rockavaria 2015: Nur drei Songs, um das Publikum um den Finger zu wickeln

The Hives prügeln gerade punkinfizierten Rock'n'Roll von der Main Stage, hinter der imposant der Olympiaturm aufragt. Das Stadion ist gut zur Hälfte gefüllt und trotzdem braucht Sänger Howlin' Pelle Almqvist genau drei Songs, um sein Publikum um den Finger zu wickeln. "Wir lieben Deutschland und die Deutschen lieben uns. Das ist ein bewiesener Fakt, und es gibt nichts, was wir daran ändern könnten!", plärrt er in sympathisch großmäuliger Art ins Publikum, das spätestens seit der knochentrockenen Vollgasversion von "Idiot Walk" in Bewegung ist. Und wo er schon unter Freunden ist, kann er auch gleich noch eine persönliche Ansage unterbringen. Es sei sein Geburtstag, lässt er wissen, und startet in ein furioses Geburtstagslied - nicht auf der Bühne, sondern mitten im Publikum.

Rockavaria 2015: Paradise Lost lassen sich feiern - Incubus erster Höhepunkt des Festivalabends

Während die Rotzrockschweden den Pegel, den die gigantische Bühnenanlage verträgt, ausloten, ist das Theatron, wo die sogenannte Talent Stage steht, schon wegen Überfüllung gesperrt. Während sich Ex-Kyuss-Schlagzeuger Brant Bjork sich über ein vollbesetztes Halbrund freut, ist auch die Olympiahalle bereits randvoll. Die britischen Doom-Metal-Pioniere Paradise Lost lassen sich bei besten Soundbedingungen feiern und zeigen sich weniger metallastig, sondern vielmehr rockiger als erwartet. Freunde weniger morbider Klänge starren derweil im Stadion auf einen Countdown, der die kalifornischen Alternative-Rocker von Incubus ankündigt. Ihr bisweilen hymnischer Rocksound, der seit 1991 ganze Generationen von Musikern beeinflusst hat, gerät zum vorläufigen Höhepunkt des frühen Festivalabends.

Bilder von Tag 1: So rockt München bei Rockavaria

Rockavaria 2015 München
Ein bisschen Rock'n'Roll. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Tuxedo auf der Rockavaria-Bühne. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und nochmal Tuxedo, diesmal etwas roter. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Ruhe vor dem Sturm am Freitag im Olympiapark. Fabian Zarse hat das in diesem tollen Bild festgehalten. © Fabian Zarse
Rockavaria 2015 München
Die Rockfans stimmten sich im Olympiapark ein. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Rock'n'Roll. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Das Wetter war kaiserlich. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und die Fans bester Laune. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Sie rockten sich durchs Gelände. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Kiss auf Stelzen: Das ist eine Idee für kleine Frauen! So hat man auch mit 1,60 Metern Körpergröße (also ohne Stelzen) einen perfekten Blick auf die Bühne. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Judith Gorgass bewegte sich dort jedenfalls, als wär sie immer überdimensional groß. Sie ist beim Münchner Zebra-Stelzentheater. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Das waren Orchid. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Beim Aufbau war es noch recht ruhig im Olympiastadion. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Der Blick aufs Festivalgelände. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Money for Rope. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und nochmal Money for Rope. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Incubus-Fans. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Hier herrschte noch Ruhe vor dem Incubus-Sturm. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Dann kam Brandon Boyd. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Ein Incubus-Fan oder ein Spiderman-Fan? © Jantz
Rockavaria 2015 München
Hier rockten Incubus die Bühne. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und die Fans rockten mit. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Brandon Boyd. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Muse? Nee, falsche Band. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Die hier waren immer noch für Incubus da. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und noch mehr Incubus-Fans. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Incubuuuus. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Bassist Ben Kenney. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Incubus-Fans. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Incubus bei Rockavaria. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Rock on. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Rock'n'Roll. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Und sie feierten den ganzen Tag. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Die Band Toys get Lost stimmte sich ein. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Wegen welcher Band diese beiden wohl gekommen waren? © Jantz
Rockavaria 2015 München
There will be Rock. © Jantz
Rockavaria 2015 München
Bonaparte auf der Rockavaria-Bühne. © fkn
Rockavaria 2015 München
Schräge Kostüme waren hier Programm. © fkn
Rockavaria 2015 München
Oder auch mal ohne Kostüme. © fkn
Rockavaria 2015 München
Bonaparte lieferten jedenfalls eine Bühnenshow, die im Kopf blieb. © fkn
Rockavaria 2015 München
Schräg und abgefahren. © fkn
Rockavaria 2015 München
Und völlig nackt. © fkn
Rockavaria 2015 München
So sah das aus, als Bonaparte rockten. © fkn
Rockavaria 2015 München
Bonaparte beim Rockavaria 2015. © fkn
Rockavaria 2015 München
Ausgeflippter Auftritt. © fkn
Rockavaria 2015 München
Aber immer wieder was Neues. © fkn
Rockavaria 2015 München
Hinten zu sehen: eine Tänzerin im Gymnastikanzug. © fkn
Rockavaria 2015 München
Heiß wars in jedem Fall. © fkn
Rockavaria 2015 München
Bonaparte auf der Bühne. © fkn
Rockavaria 2015 München
Sie traten als eine der ersten Bands beim Rockavaria auf. © fkn
Rockavaria 2015 München
Und hinterließen bleibenden Eindruck. © fkn
Fans beim Rockavaria in München. © dpa
Der Sänger Matthew Bellamy von Muse. © dpa
Der Bassist Ben Kenney von der US-amerikanischen Band Incubus. © dpa

Zu Muse ist es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr weit und das Stadion füllt sich zusehends. Viele Leute, ein angehender Sonnenuntergang zum Abschluss eines wettertechnisch fabelhaft verlaufenen ersten Festivaltages und ein kühles Bier aus dem obligatorischen Plastikbecher. Da ist es, das typische Festivalgefühl. Ein Genuss, der sich nur unter freiem Himmel, umgeben von Gleichgesinnten und bei feiner Musik erfahren lässt.

Und wie war der Nachmittag beim Rockavaria 2015? Hier geht's zur Kritik von tuXedo.

Christoph Ulrich

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