Konzertkritik

Roger Cicero: Hautnah in München

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Roger Cicero (Archivfoto).

München - Eine Weltpremiere in München: Roger Ciceros neues Album "Hautnah" im Studio 2 des BR-Funkhauses. Vorab konnte 120 ausgewählte Bayern-1-Hörer dabei sein.

„Wir sind sehr gespannt, wie die Platte ankommt“, sagt der 43-jährige Hamburger Entertainer zur Begrüßung.

Die 13 Songs, präsentiert mit 13 Big-Band-Musikern, sind persönlicher als frühere Werke. Großes Thema ist die Trennung von seiner langjährigen Lebensgefährtin und die Folgen: das Aufeinandertreffen mit derem aktuellen Freund und Ciceros neuem Status als Wochenend-Papa.

Muntere Swing-Lieder? Das passt nicht mehr. Die Appelle zum Nicht-Aufgeben und Ans-Jetzt-denken bestimmen nicht nur die erste Single-Auskopplung Wenn es morgen schon zu Ende wär. Cicero verarbeitet sein Leben, inklusive Aus- und Rückblick wie im melancholischen Hollywood. Aber selbstverständlich immer noch alles mit Stil, Haltung und Hut. Nur verdrängen leider oft genügsame Pianoklänge die temporeichen Bläser, der Pop den Jazz.

Bei Frag nicht wohin, einer traurig-schönen Liebeserklärung an den fünfjährigen Sohn, dann Kontrast- und Höhepunkt: Ciceros sanfte Stimme bekommt Raum zum Wirken, wird nur von Gitarre und Hervé Bass begleitet. Die Intimität ist kaum auszuhalten.

A. Mayr

Wieder am 12.10. in der Philharmonie, Tel. 54 81 81 81.

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