tz-Konzertkritik

Schön traurig: Daughter in der Freiheizhalle

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Daughter gastierten in München

München - Daughter sind die Indie-Sensation des Jahres - und waren jetzt zu Gast in München: die tz-Konzertkritik zur Show in der Freiheizhalle.

Ein Daughter-Konzert mit Frontfrau Elena Tonra ist kein Fest der Lebensfreude. „Seid ihr bereit für ein trauriges Lied?“, fragt Igor Haefeli das Publikum. Eine rhetorische Frage, denn: „Wie ihr bemerkt habt, ist das alles, was wir haben.“ Weinen zum Cover von Daft Punks Sommerhit Get Lucky? Das gelingt wohl nur Daughter, der Indie-Sensation des Jahres (Freiheiz).

Im Hit Youth wird besonders deutlich, was Daughter ausmacht. Tonra haucht den bitteren Text ins Mikro, begleitet nur von ihrer Gitarre. Obwohl das alles traurig und herzzerreißend klingt, ziehen genau diese Momente voller entrückter Schönheit in Bann. Man könnte die Stecknadel fallen hören – bis das bedrohliche Schlagzeug einsetzt und Igor Haefeli seiner Gitarre bizarre Klangwelten entlockt. Zwischendurch bearbeitet er sein Instrument mit Geigenbogen. Sigur Ros lassen grüßen.

Manchmal ist das zu viel des Guten: Tonras zarte Stimme geht in den Klangwelten unter. In einem kleineren Saal und weniger dick instrumentiert wär’s der perfekte Soundtrack für kalte Novemberabende.

Marc Kniepkamp

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