Gotthard-Auftritt

Konzertkritik: Schweizer Stadionrock bei Rockavaria

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Gotthard bei Rockavaria.

München - Bei Rockavaria haben die Rocker der Schweizer Band Gotthard gezeigt, dass sie auch nach 20 Jahren auf Tour Gas geben können - wenngleich sie doch einen gang runtergeschaltet haben.

„Bang, bang, bangin’ around the world!“ Sie können es nicht lassen, diese schweizerischen Schwerenöter. Da touren sie seit über 20 Jahren mit einem Bandnamen durch die Weltgeschichte, der sowohl auf ihre Heimat verweist, aber auf Englisch eben auch spitzbübische Schlüpfrigkeit aufweist. Da stehen sie mit ihren durchschnittlich 50 Jahren immer noch auf der Bühne und singen Songs eindeutig zweideutigen Inhalts – wie eben das aktuelle „Bang!“.

Das macht natürlich überhaupt nix. Mit einem für den späten Nachmittag recht dramatischen Intro werfen sie eine geräuschvolle Rockmaschine an. Das Schlagzeugpodest ist mit einer überdimensionierten Cadillac-Front verkleidet, eingerahmt wird es von den bislang beachtlichsten Verstärkerwänden des Festivals.

Und auch, wenn man das Gefühl nicht los wird, dass alles einen Ticken langsamer daherkommt als noch zu " Dial hard"- oder "G."-Zeiten: die große Rockgeste hat Bestand. Gitarrensolo hinter dem Kopf, Instrumentenposition unter der Gürtellinie und mehrstimmige Mitsing-Refrains. Sogar ein lilafarbener BH wird von einem offenbar traditionsbewussten Fan auf die Bühne geworfen. Allerdings bleibt ihr Stadionrock halt Stadionrock – fast so, als wäre die Rockgeschichte nach den frühen Mötley Crüe, Mr. Big und Bon Jovi stehen geblieben.

Gut gemachte Traditionspflege schadet natürlich nix, allerdings dürften sich die Schweizer Schwerenöter dann gern auf die bissige Gitarrenriffs im höheren Drehzahlbereich ihrer Anfangstagen zurückbesinnen.

Christoph Ulrich

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