Unplugged-Show in München

Scorpions in der Olyhalle: Riesen-Wirbel um Drummer

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Sänger Klaus Meine (Foto) war natürlich dabei in München. James Kottak fehlte.

München - Rock and Roll! Die Scorpions sind in der Olympiahalle aufgetreten – und statt ihres eigentlichen Schlagzeugers hatten sie einen Ersatzmann dabei.

Denn: James Kottak (51) soll in Dubai im Knast sitzen. Angeblich hat er dort am Flughafen Muslime beleidigt – das berichten Zeitungen vor Ort. Eine offizielle Bestätigung gab’s nicht. Jedenfalls war Kottak am Dienstagabend nicht da, für ihn trommelte der schwedische Ersatzmann Johan Franzon. Und: Er tat es souverän. Wie die ganze Truppe.

Die Scorpions, Deutschlands Rock-Urgesteine, verzichten auf dieser Tour auf E-Gitarren und Verzerrer. Alles akustisch, unplugged, wie man heut sagt. Wer die zugehörige Platte schon gehört hatte, durfte sich bestätigt fühlen. Und wer nicht, hatte ein Aha-Erlebnis: Die Kraft dieser Band liegt kein bisschen in den fetten Marshall-Verstärkern. Sie liegt in der Substanz der Songs.

Schon zum Start, bei Sting in the tail, geht die Post ab. So viel Rhythmus, so souverän, so feine Harmonien... Sänger Klaus Meine hat im zarten Alter von 65 Jahren nichts an Energie verloren, aber viel an Reife gewonnen. Für die Gitarren-Kollegen Rudolf Schenker (65) und Matthias Jabs (58) gilt das gleiche. Dieser Besuch der alten Herren: Er ist echt eine Freude für die gut 10 000 Leute in der Halle.

Erster echter Höhepunkt ist Speedy‘s coming mit Abgeklärtheit, Tempo und Spaß. Wenig später dann vielleicht der Höhepunkt des Abends: Dancing with the moonlight. Einfach nur feine Musik. Und Jabs nutzt das durchsichtige akustische Fundament für grandioses Melodiespiel.

Den Hintergrund für die Rocker gibt‘s von Streichern und Akkordeon, meist dezent, immer souverän. Logisch: Meine, Schenker und Jabs sind die Stars – aber der Abend ist trotzdem eine Team-Angelegenheit. Dazu gehören Gäste wie Sängerin Cäthe aus Hamburg. Die gibt zusammen mit den Jungs Gas bei In Trance und When you came into my life. Ohne Übertreibung. Mit der Power, die aus der Präzision kommt. Und aus der Musik selber. Rock and Roll!

Uli Heichele

Scorpions in München: Bilder

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