Konzert bringt

Senta Berger im Prinzregententheater: tz-Kritik

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Senta Berger.

München - Draußen war Herbst, drinnen war Weihnachten. Während vor dem Prinzregententheater der Schnürlregen fiel, zauberte Senta Berger Winterstimmung ins ehrenwerte Haus.

Zusammen mit dem Bach-Orchester des Gewandhauses Leipzig unter Christian Funke hatte die große Wienerin zu Weihnachten mit Senta Berger eingeladen. Sie ließ es funkeln und glitzern. Schade, dass nicht „Senta Claus“ fürs Weihnachtswetter sorgen kann, sie würde es bestimmt schneien lassen.

Umrahmt vom Bach-Orchester las sie ihre Geschichten. Die Sachsen legten so vitale Versionen von Corellis Weihnachtskonzert oder Vivaldis Winter hin, als wollten sie den ersehnten Schnee herbeispielen. Und wer sich von Sentas Charme bezaubern ließ, war danach überzeugt: Der Weihnachtsmann muss Wiener sein!

Wunderbare Stücke hatte sie zusammengetragen. Sie erinnerte an ihre Mutter, die 98 wurde, und an das größte Glück, das die Weihnachtszeit bringen kann: „Zusammen sein, sich gut sein.“ Senta Berger las aus Arthur Schnitzlers Anatol, jenem leichtsinnigen Melancholiker, der beim Weihnachtseinkauf im alten Wien auf Gabriele trifft, die Dame von Welt. Sie ließ den Ganoven Zavocki ihres Lieblings Franz Molnar wiederauferstehen. Und die Berger hatte ein großartiges, aktuelles Ende gefunden, mit Brechts Hoffnung der  Welt. „Soll man ihnen nicht mehr helfen, da es so viele sind?“ – ein Text, wie geschrieben über das momentane Leid der Flüchtlinge, ein flammender Appell an die Menschlichkeit.

Als Sentas Zuhörer das Prinzregententheater verlassen, schneit es dicke Flocken, und die frischen Schneekristalle knirschen unter den Schuhen. Man muss nur ganz fest daran glauben ...

Jörg Heinrich

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