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Marius lässt uns tanzen

Konzertkritik: „Sexyyyyyyyyy“ Advent - Müller-Westernhagen in der Olyhalle

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Marius Müller-Westernhagen.

Marius Müller-Westernhagen zeigt in der Olympiahalle vor gut 7000 Fans, dass es die gute alte „Unplugged“-Magie noch gibt.

München - Die Marke „MTV Unplugged“ hat in den letzten Jahren ja einen dramatischen Spannungsabfall durchgemacht. Marius Müller-Westernhagen bewies aber Montagabend beim Nachhol-Konzert für 7000 Fans in der Münchner Olympiahalle: Wenn da einer auf der Bühne sitzt, der ohne Strom musiziert, dafür aber mit Herz, Seele und einer anständigen Portion Blues, dann lässt sie sich auch 2017 noch spüren, die gute alte „Unplugged“-Magie aus Clapton-Zeiten.

Wobei es natürlich hilft, wenn der Eröffnungssong solide 34 Jahre alt ist und das Motto des Abends vorgibt: „Geiler is schon!“ Was bedeutet: Gerne Unplugged mit Kaminfeuer-Sound – aber bitte nicht zu dick aufgetragen. Diesen Spagat bekommt der große Düsseldorfer wunderbar hin.

Recht viel mehr Show, als mit mächtigem Hut, Cowboy-Halstuch und Akustikgitarre auf einem Drehstuhl zu sitzen, braucht ein Westernhagen ohnehin nicht. Die Entscheidung aus dem zweiten Stück („Hass mich oder lieb mich“) steht gar nicht zur Debatte. Natürlich Liebe!

Und beim „Pfefferminz-Prinz“ sitzt Marius zwar immer noch, aber die Fans reißt es erstmals aus den Sesseln. „Wir sitzen, aber Ihr dürft gern tanzen, das ist ein freies Land“, amüsiert sich der 69-Jährige, der aufgeräumt wirkt wie lange nicht. Es geht ihm gut.

Der Grund dafür kommt später auf die Bühne. Lindiwe Suttle aus Südafrika, seit Juli seine Frau, singt mit ihm „Luft um zu atmen“. Und Marius schaut sie maximal verliebt von der Seite an. Spätestens da ist es dann fast schon ein Glücksfall, dass Westernhagen das Konzert vom Oktober in die Weihnachtszeit verlegen musste.

Kripperl statt Grippe, es gibt andächtige Momente – zum Beispiel, als Lindiwe „Lass uns leben“ mit ihrem Marius singt. Und bevor’s zu besinnlich wird, lassen Westernhagen und seine exzellente Band (allen voran Groß-Gitarrist Carl Carlton) mit „Willenlos“ die ganze Halle schunkeln. So „Sexyyyyyyyyy“ kann der Advent sein!

Jörg Heinrich

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