Jury hat abgestimmt

Siegerentwurf steht fest: So soll das neue Konzerthaus für München aussehen

+
Der Siegerentwurf aus Bregenz.

Die Bregenzer Architekten Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur-Sturm werden das neue Münchner Konzerthaus im Werksviertel unweit des Ostbahnhofs bauen.

Das entschieden die 25 Preisrichter bei einer Gegenstimme am Freitagnachmittag nach zweitägigen Beratungen. Der erste Preis im Architektenwettbewerb ist mit 125.000 Euro dotiert. Die Entscheidung fiel zwischen 31 eingereichten Entwürfen.

Der Architekt Arno Lederer, Vorsitzender des Preisgerichts, erklärte nach der Entscheidung, dass der Entwurf der Österreicher im „heterogenen Umfeld“ des Werksviertels einen „noblen Ruhepunkt“ darstelle – „zurückhaltend und ausdrucksstark zugleich“. Sowohl die „emotionalen als auch die quantitativen Anforderungen“ seien in dieser Arbeit „sehr gut erfüllt“. Auch die Juroren aus der Politik zeigten sich am Abend zufrieden mit der Entscheidung. „Der Siegerentwurf hat die vielfältigen Ansprüche und Herausforderungen mit Überzeugung gelöst“, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und forderte nun eine „überzeugende Ausarbeitung in Sachen Wirtschaftlichkeit, Akustik und die umfängliche Berücksichtigung der Ansprüche des Symphonieorchesters“.

Wie berichtet, soll der Bau feste Heimat des BR-Symphonieorchesters werden, aber auch privaten Konzertveranstaltern offen stehen. Im Neubau soll es einen großen und einen kleinen Konzertsaal geben für zusammen rund 2400 Besucher. Auch die Hochschule für Musik und Theater soll hier unterkommen.

Das Bregenzer Büro ist in München nicht unbekannt. Cukrowicz Nachbaur gewannen mit ihrem Entwurf den Wettbewerb für das neue Physik-Institut am Campus Garching der TU München, Baubeginn ist im kommenden Jahr. Gemeinsam mit dem ebenfalls in Bregenz beheimateten Büro Fink Thurnher entschieden die Architekten 2014 die Ausschreibung für die neue Bibliothek Philologicum für sich. Die Einrichtung wird derzeit und noch bis Ende 2018 an der Ludwigstraße gebaut. International bekannt wurde das Büro durch das Landesmuseum Vorarlberg in Bregenz, das 2013 fertig gestellt wurde.

Für den Konzertsaal gelten nochmals ganz andere Anforderungen als für das Konzerthaus: „Jeder Saal sollte eine eigene Persönlichkeit haben wie der Wiener Musikverein oder das Concertgebouw in Amsterdam. Das sollte man für München bedenken“, erklärte Mariss Jansons, Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters, im Interview mit unserer Zeitung. „Vielleicht kann man einem Saal auch über das verwendete Material Seele geben, über die Inneneinrichtung.“ Das alles sei aber „sehr schwierig“, räumte Jansons ein. Allerdings haben sich die Wettbewerbsgewinner ein Zitat des österreichischen Neurologen Viktor Frankl (1905-1997) als Motto erwählt: „Das Gefühl ist feinfühliger als der Verstand scharfsinnig.“ Nicht die schlechteste Voraussetzung, um Münchens neues Konzerthaus nicht nur zu bauen, sondern ihm auch eine Seele zu geben.

Michael Schleicher

Auch interessant

Meistgelesen

Sieben Tipps: Diese Bücher können Sie zu Weihnachten verschenken
Sieben Tipps: Diese Bücher können Sie zu Weihnachten verschenken
Wiener Tatort-Star Adele Neuhauser: „Ich bin mir lange im Weg gestanden“
Wiener Tatort-Star Adele Neuhauser: „Ich bin mir lange im Weg gestanden“
Marilyn Manson in München: Wie Luzifer auf dem Thron
Marilyn Manson in München: Wie Luzifer auf dem Thron
Der große „Fack ju Göhte“-Vergleich: Zeki im Film und im Musical
Der große „Fack ju Göhte“-Vergleich: Zeki im Film und im Musical

Kommentare