Nach einem gelungenen Festival

Sonnige Opernfestspiele: Nun geht's in die Sommerpause

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Picknick mit Thomas Gottschalk: Der beliebte Moderator führte beim strahlendem Sonnenschein durch die „Oper für alle“.

München - Was für ein Opernsommer! Das strahlende Blau über der Bühne – das gute Wetter kam natürlich vor allem den Veranstaltungen der Opernfestspiele im Freien zugute.

Thomas Gottschalk konnte im weißen Outfit mitten unter den Gästen die Übertragung von Manon Lescaut auf Leinwände auf dem Max-Joseph-Platz bei Oper für alle moderieren. Ein gelungenes Finale für ein erfolgreiches Festival.

Knapp 80 000 Karten wurden verkauft. Das ergibt eine Auslastung von 98,49 Prozent, über die sich Intendant Nikolaus Bachler in seiner siebten Saison freuen kann. Die Opernfestspiele waren durchaus ein Kraftakt: An 40 Tagen gab es 80 Veranstaltungen, die es zu stemmen galt. Gesungen wurde dabei nicht nur in der Staatsoper, sondern auch im Prinzregenten- und im Cuvilliés-Theater sowie in der Alten Kongresshalle und dem Haus der Kunst.

Mit fünf Premieren wurden vor allem Neugierige angesprochen. Als Erster stellte Poul Ruder sein Selma Jezková nach Lars von Triers Dancer in the Dark vor. Es folgten Debussys Pelléas und Mélisande von Christiane Pohle, Richard Strauss’ Arabella von Andreas Dresen mit Anja Harteros in der Titelpartie, sowie Anna-Sophie Mahlers Projekt Francesca da Rimini und Saar Magals Tanzperformance Jephta’s Daughter.

Das Publikum konnte sich auch auf Altbewährtes verlassen. Unter den zwölf Repertoirestücken sind Lucia di Lammermoor mit Diana Damrau (sorgte für einen Festspielpreis an Dirigentin Oksana Lyniv), Eugen Onegin mit Anna Netrebko sowie Tristan und Isolde hervorzuheben. Wagners Oper wurde zum 150. Jubiläum der Uraufführung in München gezeigt, dirigiert von Philippe Jordan und mit Waltraud Meier in ihrem Isolde-Abschied.

Besonders populär sind natürlich die Oper für alle-Abende als Hinführung an das Genre für Leute, die sich sonst nicht ins Nationaltheater trauen würden. 9000 versammelten sich beim Konzertabend auf dem Marstallplatz und noch einmal 10 000 beim Abschluss auf dem Max-Joseph-Platz. Ganz zu schweigen von den 58 000 Fans, die Kristine Opolais und Jonas Kaufmann in Puccinis Manon Lescaut im Internet verfolgten. Die Staatsoper geht nach gelungenen Festspielen in die Ferien. Los geht es wieder am 19. September mit Madama Butterfly.

Die Festspielpreise

Alljährlich vergibt die Gesellschaft zur Förderung der Münchner Opernfestspiele ihre Preise. Zwei Geehrte gibt es heuer. Zum einen wurde die Dirigentin Oksana Lyniv (Foto) mit dem Festspielpreis (dotiert mit 10 000 Euro) ausgezeichnet, und zwar für die musikalische Leitung von Selma Jezková und Lucia di Lammermoor. Seit 2013 ist die 1978 in Brody geborene ukrainische Dirigentin als Musikalische Assistentin an der Staatsoper engagiert.

Der zweite Preis (insgesamt 12 000 Euro) geht an die Spielleiter der Staatsoper „für ihren unermüdlichen Einsatz bei fast 50 Opernaufführungen in sechs Wochen“. Und nicht zuletzt wurde Waltraud Meier ein Ehrenpreis verliehen. Die 59-jährige Mezzo-Sopranistin trat während der Opernfestspiele in Elektra und Tristan und Isolde auf. Die Vorstellung am 12. Juli war zugleich Meiers Abschied von der Isolde-Rolle.

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