40. Bandjubiläum steht an

Video: Spider Murphy Gang gibt Mini-Konzert im Vereinsheim

München - 40. Geburtstag! Die Spiders laden zu ihrem Jubiläums-Konzert ein - und gaben zuvor ein freches Mini-Konzert.

Nein, ihre Rock’n’Roll Schuah ziehen diese Buam nicht so schnell aus. Der Günther, der Barny und die anderen Spiders. Sattes 40. Bandjubiläum feiert Bayerns berühmteste Kapelle im kommenden Jahr. „Und das wird etwas ganz Besonderes“, verspricht Sänger Günther Sigl (69). Am 28. Oktober 2017 steigt dann ein riesiges Konzert in der Olympiahalle. Und da Freitag schon der Vorverkauf für die Karten losgeht, gab die Band am Donnerstag ein Mini-Konzert im Vereinsheim. Mitten in ihrem geliebten Schwabing …

Günther Sigl und Gitarrist Barny rockten Donnerstag akustisch das Vereinsheim, um ihr Jubiläumskonzert angemessen anzukündigen

„Wir sind eine junge, aufstrebende Band und freuen uns, hier auftreten zu dürfen“, begrüßt Günther Sigl frech grinsend die Journalisten und die Fans in der Kneipe. Und dann legten sie auch schon los, mit all den Songs, die jeder mitsingen kann: Rock’n’Roll Schua, Sommer in der Stadt und natürlich Skandal im Sperrbezirk. Höhepunkt ist eine 15-Minuten-Version der Schickeria. Bluesig dampft es los, dann lässt Barny die Finger übers Griffbrett flitzen. Schnell wird klar, warum die Spiders noch immer so erfolgreich sind. Logisch, sie haben viele gute Lieder geschrieben – aber sie sind halt auch verdammt gute Musiker. „Und wir sind eine Live-Band“, erklärt Günther Sigl später der tz. „Weißt du – da hast du dann immer ein Publikum. Und wenn es nur in einem kleinen Club ist. Völlig egal.“

tz-Redakteur Armin Geier mit Günther Sigl.

Im kommenden Jahr werden sie die Oly-Halle rocken – zum 40. Jubiläum. Stellt sich die Frage: Nach so vielen Musiker-Jahren – was war denn der bewegendste Moment? „Das war ein Konzert 1984 in Zürich“, antwortet Günther ohne zu zögern. „Da ist nämlich plötzlich mitten im Song Wer wird denn woana der Strom ausgefallen. Und dann haben 10 000 Fans fünf Minuten das Mit so scheene blaue Augn wie du gesungen. Im Dunkeln. Das vergesse ich nie.“

Auch Barny muss nicht lange überlegen, wenn es um seinen Gänsehaut-Moment geht: „Als ich vor ein paar Jahren Chuck Berry kennenlernen durfte. Er war und ist mein Held. Schon alleine dafür hat sich meine Karriere gelohnt.“ Noch heute hängt ein großes Foto dieses Erlebnisses in Günther Sigls Wohnung (siehe links unten).

Ein magischer Moment – das soll auch der Konzerttag im kommenden Jahr werden. „Schon jetzt haben als Gäste Claudia Korek, Willy Astor und Brings aus Köln zugesagt“, verrät Ober-Spider Günther. Aber das ist nicht alles: „Zudem gibt es noch einen 80er-Jahre-Hitblock vor unserem Konzert.“

Ohrwurm oder Trash: Lieblings-Hits der 80er-Jahre

David Hasselhoff mit "Looking for Freedom" (1989): "Ich war als Kind ein absoluter Knight-Rider-Fan. Außerdem hab ich - dank Alpennähe - hauptsächlich ORF gesehen. So kommt's, dass die Serie und dieses Lied zu meinen Kindheitserinnerungen gehören. Man konnte damals übrigens bei "Wurlitzer" anrufen und sich ein Lied wünschen. Klein-Kathi hat das versucht und wollte sich "Looking for Freedom" wünschen - was zu hohen Telefonkosten und einer Menge Ärger geführt hat…" (kb) © dpa
"Axel F." von Harold Faltermeyer (1984): "Mein Lieblingshit hat nicht einmal Text, aber ein paar Töne genügen und man begibt sich auf eine Zeitreise in die 80er. Die Rede ist vom Titelsong der "Beverly Hills Cop"-Reihe. Das Lied "Axel F." ist nach der von Spaßvogel Eddie Murphy gespielten Hauptfigur Axel Foly benannt. Was viele vielleicht nicht wissen: Der Song wurde von einem Deutschen komponiert: Harold Faltermeyer. 2005 wurde der Song als "Crazy Frog" erfolgreich gecovert." (vh) © dapd
DÖF mit "Codo (Ich düse, düse im Sauseschritt)": Der Song lief immer an den Heimatabenden im ehemaligen Kunstpark am Ostbahnhof. In Kombination mit -zugegeben- reichlich alkoholischen Getränken war das jedes Mal ein kultiger Klassiker zum Mitgröhlen. Besonders markant und witzig ist dabei der Sprechteil ("Hässlich, ich bin so hässlich, ich bin der Hass") im Kontrast zum melodischen Refrain ("Und ich düse, düse, düse, düse im Sauseschritt")." ()Anm. d. Redaktion: Bei dem Quartett Deutsch-Österreichisches Feingefühl (DÖF) haben übrigens auch die beiden Schwestern Annette und Inga Humpe mitgemacht. © dapd
Modern Talking mit "You're my Heart, You're my Soul": "Das war jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsong. Allerdings gab es damals auf ORF 1 am Samstagnachmittag die tolle Sendung "Wurlitzer", wo Leute anrufen und sich ihr Lieblingsmusikvideo wünschen konnten. Da es damals weder MTV noch VIVA gab, war "Wurlitzer" die einzige Quelle, wo man Muiskclips sehen konnte. Ich habe daher Samstags immer begeistert diese Sendung geguckt und da Modern Talking zu der Zeit ständig in den Charts waren und häufig von den Zuschauern gewünscht wurde, liefen die entsprechenden Clips sehr oft bei "Wurlitzer". Und irgendwann habe ich die Lieder dann nicht mehr aus den Ohren bekommen." (cnk) © dpa
Spliff mit "Carbonara" (1982): "Der Song hat gerockt, viel Spaß und Appetit gemacht auf Carbonara und anderes Zeug." (js) © dapd
Peter Schilling mit "Major Tom" (1983): "Ich war mir sicher, aus dem wird was. Tja, wurde halt doch nur ein One-Hit-Wonder." (hn) © dpa
Nicki mit "Wenn i mit dir tanz" (1986): "Als Kind war ich bei Konzerten und trug einen Fan-Pullover in der Schule. Man schert sich ja als Achtjähriger so wenig um Coolness." (al) © dpa
Tears for Fears mit "Shout": "Ich erinnere mich, wie ich mit meinem besten Kumpel zusammen versucht habe, den Text nachzusingen, obwohl wir gar kein Englisch konnten. Jahre später kam dann die Erleuchtung, was genau wir damals eigentlich zu singen versucht haben." (dh) © dapd
Sandra mit "Maria Magdalena" (1985): "Am liebsten hätte ich damals auch so lange Haare wie Sandra gehabt, doch ich musste als Kind immer eine praktische Kurzhaarfrisur tragen. Sieben Jahre alt war ich, als „Maria Magdalena“ von Sandra Ohrwurm wurde. Wenn ich mittags aus dem Kindergarten nach Hause kam, schaltete ich das Radio ein und hoffte auf mein Lieblingslied. Bis auf die Worte „Maria Magdalena“ konnte ich vom Text nichts mitsingen und auch meine Haare flogen beim Tanzen nicht hin und her. Egal, ich hatte trotzdem meinen Spaß." (lot) © dpa
Umberto Tozzi mit "Ti Amo": "Es war auf dem ersten Schulfasching und dann passierte es. Der Schwarm aller Mädchen meines Jahrgangs hatte mich zum Tanzen aufgefordert und zwar zum Schieber! Eng umschlungen wankten der Cowboy und ich als kleiner Muck verkleidet im Klassenraum. Über vier Minuten knatterte aus einem Kassettenrekorder "Ti Amo". Und vier Minuten können verdammt lang sein. Alle anderen glotzten und tuschelten darüber, ob das auch eng genug war." (ml) © dapd
Mixed Emotions mit "You want love": "Lief 1987 im Autoradio auf dem Weg zum Abschiedsspiel von Udo Lattek beim FC Bayern in Münchner Olympiastadion. Damals hatte Bayern das „Double“ aus Meisterschaft und Pokal geholt. Udo Lattek feierte im Stadion in Unterwäsche auf dem Rasen. Im Stadion lief übrigens "Resi, I hol di mit mei'm Traktor ab" von Wolfgang Fierek." (fro) © dpa

Heißt: Hier singen unter anderem Peter Schilling (Major Tom), Geier Sturzflug (Bruttosozialprodukt) und Stefan Zauner von der Münchener Freiheit (Ohne dich) ihre größten Hits. „Und mit ein paar anderen berühmten Künstler sind wir gerade am Verhandeln. Wir geben also alle nochmal Vollgas – trotz unseres Alters“, lacht Sigl.

Der Vorverkauf für das Jubiläumskonzert der Spiders am 28.10.2017 startet am Freitag. Karten im Netz unter www.muenchenticket.de und unter Tel. 54 81 81 81).

Rubriklistenbild: © Jantz.

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