1860 trauert um „Atom-Otto“

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Projekt zur Provenienzforschung

Spurensuche in der Nazizeit: Würzburger Museum erforscht Gemälde

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In einem Forschungsprojekt beschäftigt sich das Würzburger Museum mit möglicher Raubkunst im eigenen Hause. Bei diesem Stillleben von August Futterer ist die Herkunft aber geklärt.

Würzburg - Wie viel Raubkunst steckt in der eigenen Sammlung? Diese Fragen stellen sich seit dem Schwabinger Kunstfund viele Museen. Das Würzburger Museum im Kulturspeicher lässt nun 1000 seiner Gemälde und Grafiken untersuchen. Eine schwierige Spurensuche.

Es ist eine schwierige Spurensuche für die Historikerin Beatrix Piezonka. Sie will bis Ende 2016 herausfinden, wie viel Raubkunst in der Städtischen Sammlung des Würzburger Museums im Kulturspeicher steckt. „Dieses Projekt zeigt, dass wir gemeinsam den Mut haben, auch heiße Eisen anzufassen“, sagte Würzburgs Kulturreferent Muchtar Al Ghusain am Mittwoch in Würzburg.

Rund 1000 Bilder unter Generalverdacht

Rund 1000 Gemälde und Grafiken nimmt Piezonka dafür in Augenschein. Diese Objekte wurden seit der Gründung der Städtischen Sammlung im Jahr 1941 und bis 1945 von 25 verschiedenen Kunsthändlern erworben und stehen deshalb zunächst einmal unter Generalverdacht.

Ist das 1942 gekaufte Bild vorher von den Nazis enteignet worden? Wurde der ursprüngliche Besitzer von den Nazis zur Versteigerung gezwungen? Diesen Fragen geht die Expertin für Herkunftsforschung nach. Sie sucht dafür in der Datenbank „Lost Art“ des Zentrums für Kulturgutverluste und stöbert analog und digital in alten Museumskatalogen, Inventarbüchern von Museen und Tagebüchern von Künstlern und Museumsleitern. Außerdem kontrolliert sie gemeinsam mit der Museumsleitung und den Restauratoren vorsichtig die konkreten Bilder auf aussagekräftige Details auf deren Rückseite.

Mit Verlusten muss gerechnet werden

Ziel der sogenannten Provenienzforschung ist es, von jedem Objekt jeden Besitzerwechsel und dessen Bedingungen lückenlos zu dokumentieren. „Wir müssen auch damit rechnen, dass wir Verluste in der Sammlung hinnehmen müssen“, sagte die stellvertretende Museumsleiterin und Projektleiterin Henrike Holsing. Das Projekt wird vom Deutschen Zentrum für Kulturverluste gefördert. Im Anschluss an dieses Projekt will das Museum zudem die nach Kriegsende gekauften Werke der Sammlung auf ihre genaue Herkunft prüfen.

dpa

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