Ab Donnerstag: MusikSommer im Olympiapark

Theatron: Was sich heuer ändert

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Daran wird man sich gewöhnen müssen: Das Betonrund vor der Bühne war bereits bei Rockavaria für das Publikum gesperrt. Hier tanzten bisher immer die Musikfans.

München - Die Musiker scharren bereits mit den Füßen, die Techniker sind beim Aufbau: Ab Donnerstag gehört die Theatron-Bühne im Olympiapark dem MusikSommer.

 25 Tage mit mehr als 60 Acts wie Mathias Kellner, Monobo Son, Moonband, blek le roc, Impala Ray, beNUTS und Occupanther – und das ohne Eintritt. Seit 1973 gibt es dieses Festival, das einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde vorweisen kann. In diesem Jahr allerdings gibt es einige Neuerungen.

Bereits bei Rockavaria hatten sich diverse Dinge angekündigt. So durfte das Betonrund vor der Bühne – die bisherige Tanzfläche – nicht betreten werden, und noch bizarrer: Das Theatron war umzäunt. „Diese Maßnahme bleibt uns erspart“, erklärt Antonio Seidemann von der Agentur Eur­Art, federführend bei der Organisa­tion des Festivals. „Die Tanzfläche bleibt aber für das Publikum gesperrt. Die Stufe ist einfach zu hoch und entspricht nicht den Sicherheitsbestimmungen.“

Grundsätzlich wird das Thema Sicherheit im Olympiapark neu aufgerollt, was auch die MusikSommer-Kollegen vom Pfingst-Theatron zu spüren bekamen. Die Anzahl der Security-Kräfte wurde deutlich erhöht. „Das ist auch ein finanzielles Thema“, so Seidemann. „Die Kosten für Security haben sich in den letzten drei Jahren verdreifacht.“

Als unfallanfällig gilt der MusikSommer im Theatron nicht. Die Agentur EurArt betreut das Festival bereits 13 Jahre lang. In dieser Zeit, so die Veranstalter, habe es kaum Zwischenfälle gegeben. Kleine Schnittwunden, Kreislaufprobleme, einmal ist ein Musiker nachts in den See gefallen – alles alltägliche Dinge, die auch das Mehr an Auflangen nicht abwenden könnten.

„Seit dem Unfall bei der Love Parade in Duisburg 2010 ist die Angst groß, und keiner möchte einen Fehler begehen“, meint Antonio Seidemann. Aber weder die Olympiapark GmbH noch die Veranstalter wollten das Theatron zum Hochsicherheitstrakt werden lassen.

Bei Rockavaria taten die Auflagen der Stimmung keinen Abbruch. Die Theatron-Bühne war die beliebteste beim Festival. So soll es jetzt auch vom 30. Juli bis zum 23. August sein – selbst wenn man nicht mehr tanzen darf.

Für die Stimmung sorgen heuer viele mundartliche Gruppen. Den Auftakt machen am Donnerstag Django S und Monobo Son (ein Seitenprojekt des LaBrassBanda-Posaunisten Manuel Winbeck). Außerdem dabei Oanso, Karin Rabhansl und nicht zuletzt Mathias Kellner, der vor der Rap-&-Roll-Combo KRMa Music auftritt.

Neben den bayerischen Acts gibt es ein Wiedersehen mit den Ska-Heroen beNUTS, der Indieband blek le roc und den Folkern der Moonband und der Young Chinese Dogs. Von der Elektronik-Abteilung stehen Occu­panther und Tubbe auf der Bühne.

Klassik gibt es auch wieder: Hartmut Zöbeley präsentiert ein Programm über die wilden 20er-Jahre. „Bei diesem Festival ist wirklich für jeden etwas dabei“, versprechen die Veranstalter, eine Arbeitsgemeinschaft, an der das Kultur- und das Sozialreferat, das Jugendkulturwerk, Feierwerk und das Medienzentrum München beteiligt sind.

Katrin Hildebrandt

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