Threshold-Konzertreview: Perfektion mit Herz

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Perfekte Harmonie: die Threshold-Gitarristen Pete Morten (l.) und Karl Groom

Augsburg - Die britische Progmetal-Institution Threshold untermauert in Augsburg eindrucksvoll ihren Ausnahmestatus in der weltweiten Szene. Die tz staunte und feierte mit.

Soll man über die Ungerechtigkeit der Rockwelt jammern? Hadern, dass wahre Qualität nicht belohnt wird, während musikalische Fliegengewichte wie Nickelback und Konsorten ganze Stadien ausverkaufen? Verschwendete Zeit. Halten wir's also mit Threshold-Gitarrist und Chefsongwriter Karl Groom: „Ich wünsche mir nur, dass ich weiterhin das tun kann, was ich jetzt tue: gute Musik machen, die Menschen damit erfreuen und wenigstens einigermaßen davon leben können. Mehr habe ich nie gewollt, und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern."

Charisma und Überstimme: Frontman Damian Wilson

Keine Frage, der Mann ist mit sich und seinem Schaffen im Reinen. Und wenn eine gitarrenmusikalische Weltmacht wie Threshold ihre ureigene Mischung aus Progrock und druckvollem Thinking-Man’s-Metal auch nach neun superben Studioalben in solch kleinen Clubs wie dem Augsburger Spectrum zelebrieren muss, dann darf man sich als Fan wenigstens über die Nähe zu den Künstlern freuen. Mehr Klasse auf weniger Raum gibt's nicht, das Ganze für schmale 23 Euro. Ein Gourmet-Schnäppchen.

14 Songs haben Threshold auf ihre Europa-Tour mitgebracht, davon allein sechs vom aktuellen Zauberwerk "March of Progress". Die älteste Nummer, Part of the Chaos, stammt vom dritten Album Extinct Instinct. Leider unberücksichtigt bleiben die ersten beiden Scheiben. Das ist allerdings auch der einzige Mini-Makel eines ansonsten perfekten Konzertertabends. Anbetungswürdige Gitarren- und Gesangsharmonien, ein Frontman Damian Wilson, der mit seiner Stimme und seinem Charisma (fast) das natürtrübe Bier im Spectrum vergessen lässt. Und Songs, ach was: Klangkathedralen, mit deren Klasse es die einstigen Szenegötter Dream Theater schon lange nicht mehr aufnehmen können.

Als Vollbartkehlchen Wilson nach der letzten Zugabe "Slipstream" vom Bühnenrand in die ersten Fanreihen hopst und sich für ein paar Gruppenfotos einen abgrinst, ist es auch um den Rezensenten geschehen. Handschlag, "great job, Mr. Wilson!", "Hey, thank you man!". Das Glück ist ein Vogerl aus Südengland.

Ludwig Krammer

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