tz bei der Premiere des neuen Albums

Laser, Konfetti und ein bisschen Coldplay

+
Mach mal bunt, bitte! Coldplay, hier bei ihrem Auftritt am Dienstag in Offenbach, setzen bei der neuen Platte auf lebensbejahende Farben und Töne.

Offenbach - Die britische Band Coldplay präsentieren in Offenbach ihr neues Album A Head Full Of Dreams. Die tz war live vor Ort.

Will Champion kann einem fast leid tun. Der Drummer von Coldplay, der einst mit seinem Schlagzeug bei den Hits Yellow oder Clocks den Takt angab, wird heute nicht mehr benötigt. Im Offenbacher Capitol, dort wo die britischen Stadionrocker am Dienstag im Rahmen der „Telekom Street Gigs“ eine von nur wenigen intimen Shows vor der großen Welttournee gaben, läuft gerade Magic

Aus den Boxen dröhnen künstliche Discobeats, und Champion hat seine Snare Drum und sein Tomtom für ein Drum Pad ausgetauscht, auf das er ähnlich starr eindrischt wie die Blue Man Group. Ja, es hat sich einiges verändert, seit Chris Martin & Co. vor 15 Jahren ihr Debutalbum Parachutes auf den Markt brachten, und das leider nicht unbedingt zum Positiven. 

Die 1200 Fans im Capitol scheint es nicht zu stören. Kein Wunder, es gibt ja schließlich auch Papiersterne, die aus einer Kanone geschossen kommen. Und imposante Lasershows. Und gefühlt eine Tonne bunter Plastikblümchen, die Coldplay als meterlange Girlanden um die Instrumente gewickelt haben. Ach ja, Musik auch. A Head Full Of Dreams heißt das gute neue Stück, mit dem die Briten nach den Geistergeschichten wieder lebensbejahend klingen wollen. Doch wenn Martin erst von der „bewussten Entpaarung“ von Gwyneth Paltrow singt und die Stimme der Oscar-Preisträgerin ein paar Nummern später im Chor von Everglow zu hören ist, dann klingt es viel mehr nach „bewusster Konfettikanone“. 

Doch auf einmal, zwischen Plastik-Pop und Avicii-House, sind Coldplay wieder Coldplay und Chris Martin wieder Chris Martin. Die überschaubare Bühne wird in knallgelbes Licht getaucht, eine Gitarren-Riff kündigt die Vergangenheit an und als Champion endlich mal wieder auf seinem Schlagzeug den Takt zu Yellow hämmern darf, ist alles wieder gut. „Look at the stars, look how they shine for you…“ Kurze Zeit später hört Martin damit auf, sich wie ein Besucher eines Elektrofestivals zu bewegen, hockt sich vor sein Klavier, spielt darauf die ersten drei Noten von Clocks und alles ist noch viel besser. 

Doch dann ist die Illusion auch wieder vorbei und die vier Jungs holen ihre Fans wieder in die (bittere) Realität zurück. „Wir haben noch Zeit für einen Song“, sagt Martin. Es folgt Up & Up, die letzte Nummer von ihrem Kopf voller Träume, bei der die Briten Noel Gallagher für ein Riff gewinnen konnten. Nun braucht Coldplay also auch keinen Gitarristen mehr. Sorry, Jonny Buckland…

José Carlos Menzel López

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

James Blunt in der Oly-Halle: Publikum flippt völlig aus
James Blunt in der Oly-Halle: Publikum flippt völlig aus
Der neue Asterix kommt heute raus - leider fehlt etwas 
Der neue Asterix kommt heute raus - leider fehlt etwas 
Wanderkonzert: LaBrassBanda mit Fans auf der Hütte
Wanderkonzert: LaBrassBanda mit Fans auf der Hütte
Gefeuerte Darsteller, Krach ums Geld: Wirbel um Roland-Kaiser-Musical
Gefeuerte Darsteller, Krach ums Geld: Wirbel um Roland-Kaiser-Musical

Kommentare