Konzertkritik

Verdammt heiße Milch!

Hitmaschine aus Helsinki: Beastmilk mit Sänger Kvohst.

München - Herder, Beastmilk und die Doomriders begeistern im Backstage Club. Die tz feierte mit.

Sludge, düsterer Postpunk und grooviger Stoner-Metal - die Fans, die am Samstag in den kleinsten Laden auf dem Backstage-Gelände gepilgert waren, bekamen die dreifache Volldröhnung in Sachen Bratgitarren. Und nicht wenige werden sich nach dem dreistündigen Konzert gefragt haben: Haben wir diese Finnen von Beastmilk zum letzten Mal im erweiterten Wohnzimmer-Rahmen gesehen?

Boston, wie es brüllt und groovt: Doomriders mit Nate Newton (l.) und Chris Popecki.

Schon Herder aus Groningen waren mit ihrem räudigen Mix aus Electric Wizard, C.O.C. und Serpentcult eigentlich viel zu gut für einen Anheizer, die Doomriders aus Boston ein absolut würdiger Headliner mit beachtlichem Moshpit. Die eigentliche Attraktion des Abends kam jedoch aus Helsinki: Beastmilk, die heiße Hitmaschine aus dem Land der tausend Seen. Mit ihrem Albumdebüt ‚Climax‘ haben die Nordmänner mit englischem Sänger 2013 etliche Newcomerpreise abgeräumt. Von arte bis zum Spiegel prasselte das Lob auf die Band herab. Live wurden Beastmilk diesen Hymnen durchaus gerecht. Theatralisches Stageacting von Sänger Kvohst, kreisende Matten der Nebenmänner und eben: Hit auf fucking Hit. ‚The Wind blows through their Skulls‘ als Opener‚ 'Surf thew Apocalypse‘‚ 'Death reflects us‘ - keine Hymne blieb ungespielt. Verzückte, schwarzgeschminkte Mädelsgesichter, faustreckende Metalheads, Punkfreunde mit blondierten Iros - Beastmilk bringen’s zusammen. ‚Love in a cold World‘ beendete als Zugabe und zehnter Song den Set.

Fazit: In dieser Form sind Beastmilk ein Fall für die großen Bühnen, eine Art Volbeat des dunklen Punkrocks. Hoffentlich mit mehr Qualitätskonstanz als die beständig belangloser werdenden Dänen… 

Ludwig Krammer

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