Konzertkritik

Verschwitzte Sommernacht mit „The Whiskey Foundation“ im Strom

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Schweisstreibendes Konzert mit The Whiskey Foundation – in erster Reihe Sänger Murat Kaydirma.

Draußen rattern Züge über die marode Brücke, drinnen spielen sich die fünf junge Münchner „The Whiskey Foundation“-Musiker den Blues, Rock und Soul der 60er Jahre aus der Seele. Die Konzertkritik.

München - Wären John Lee Hooker, Otis Redding oder Bo Diddley zu Gast gewesen, sie hätten ihre Freude an dem jungen Nachwuchs gehabt. Bis auf den letzten Platz war Samstagnacht (17.06.) der Strom Musikclub an der Lindwurm-/Poccistraße gefüllt, als die junge Band eine laue zu einer heißen Sommernacht machten. „Drunken Monkeys“, „Waterman“ und „Alligator“ heißen die Stücke nicht ohne Grund. Als der charismatische Frontmann Murat Kaydirma die neue Single „Insane Jealousy“, ein langsamer Blues- und Soul-Crooner anstimmt, ist es längst um die Besucher geschehen. Sie wippen, tanzen oder tragen ihre Angebetete auf Schultern – und das bei gefühlt 40 Grad im Club.

„Es muss grooven“, brachte es Sänger Murat schon zum aktuellen Album auf den Punkt, und dieser Aussage stimmen Bassist Franz Klein, Gitarrist Pascal Fischer, Pianist Julian Frohwein sowie Schlagzeuger Janis Gursky auch jetzt wieder zu. Der Großteil der Besucher ist unter den magischen 30, aber es reihen sich auch Musikliebhaber älteren Datums unter die Zuhörer. Ein bisschen scheint das Atomic Café auferstanden, denn es hat sich eine bunte, wilde Mischung gebildet, die in München nicht so leicht zu finden ist. 

Gemeinsam ist allen die Zuneigung zu authentischer, handgemachter Musik. Alle haben für zwei Stunden eine Zeitmaschine bestiegen, die sie ein halbes Jahrhundert zurückbeamt. Dass diese manchmal auch psychedelische Musik, die ohne Computer auskommt, wieder angesagt ist, bewies schon das „Booking“ von The Whiskey Foundation (Sun King Music) als Vorband zu AC/DC und Deep Purple. 

Im Herbst wird das dritte Album der Münchner Band – nach „Talk the Walk“ und „Mood Maschine“ - erwartet. Offizielles Release-Konzert und Veröffentlichungstermin ist am 7. Oktober in der Muffathalle. 

Bodo-Klaus Eidmann

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