tz-Konzertkritik

Vicky und die starken Männer

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Vicky Leandros (Archivfoto)

München - Von wegen: Griechenland hat keine erfolgreichen Exportartikel. Einer der legendärsten und schönsten becircte jetzt die Fans im Prinzregententheater: die Konzertkritik zur Vicky-Leandros-Show.

Vicky Leandros, ewig junge Diva aus Korfu, bewies mit einem eleganten Programm zwischen Chanson und Pop, zwischen Theodorakis und Tango: Sie als Schlagersängerin zu schmähen, ist beinahe so ehrabschneidend wie Franck Ribéry einen Feld-Wald-und-Wiesen-Fußballer zu nennen. Stimme, Charisma, Repertoire – an die große Vicky kommt Ihr nicht ran, Ihr jungen Schlager-Hühner!

Als Grande Dame im schwarzen Glitzerkleid kam Vicky nach München – doch das junge Mädchen, Papas kleine Vassiliki, die 1967 mit 14 beim Grand Prix mit L’amour est bleu verzauberte, funkelt immer noch durch. Unverschämt gut sieht sie aus. Und Vicky bleibt eh immer Vicky, mit bebenden Nasenflügeln, mit auf Halbmast flatternden Lidern. Wenn sie Après toi singt, ihren Siegertitel von 1972, nicht mehr mit der Verve von damals, aber mit unendlich mehr Lebenserfahrung, weht der Mantel der Pop-Geschichte durchs Prinze.

Das Capital Dance Orchestra aus Berlin begleitet La Vicky kongenial durch ein Programm von Xavier Naidoo über traditionell Griechisches bis hin zu den Krachern von einst. Natürlich zieht es Theo immer noch nach Lodz (mit furiosem Drum-Solo erstaunlich frisch), natürlich ist der Peter schlau, und bei Michel Legrands Free Again lässt sie ihre Stimme galoppieren, dass der Saal Kopf steht. Grüße an Sarah singt das ganze Orchester mit ihr A cappella – Vicky und ihre starken Männer (plus eine Frau) begeistern! Stehender können Ovationen kaum sein.

Jörg Heinrich

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