Schwarzes Gold

Vinyl-Tipps aus der Region! In diese Schallplatten sollten Fans reinhören

Junge Musik aus München und Umgebung gibt es vermehrt auch auf Vinyl. Wir haben einige Tipps für Schallplattenfans zusammengestellt.

München - Als der Rock' n' Roll in der 50er/60er Jahren durch das Land rollte, wurde diese Musik auf Single oder Lp – also dem guten alten Vinyl – gehört. Tragbare Abspielgeräte waren der letzte Schrei und sorgten dafür, dass die Party steigen konnte. Genau dieses gute alte Vinyl erfährt seit Jahren eine Renaissance. Gerade beziehungsweise trotz mp3 oder Streaming gibt es eine Rückbesinnung zum Analogen. Die Wertschätzung des Vinyls geht durch alle Alterstufen – vom jugendlichen Einsteiger bis zum Musik-Connaisseur. Aus München und den Landkreisen gibt es einige interessante Bands, deren Musik immer mehr auch auf Vinyl erschienen. Redakteur Bodo-Klaus Eidmann hat sich um- und reingehört und einige Empfehlungen für den Gabentisch zu Weihnachten.

Tiefgestapelt! Schon etwas mehr als „Baaz“ ist das gleichnamige Album von „Kofelgschroa“ (Trikont), einer jungen Mundartband aus Oberammergau, die zwar von der Volksmusik kommt, aber ihre ganz eigene wilde Mischung bietet, die nicht nur auf dem Tonträger, sondern auch auf Konzerten bestens funktioniert. Auf dem Album lassen sich Titel wie „Pokal“, „Unzertrennlich“, „Vendig“ oder „Loopmaschine“ entdecken. Alles eingespielt von Matthias Meichelböck (Tenorhorn), Martin von Mücke (Helikontuba), Michael von Mücke (Flügelhorn, Gitarre) sowie Maxi Pongratz (Akkordeon). Eine rasante Mischung – „Rock'n Roll“ im weiteren Sinne – eben. Die Platte gibt es im wohlsortierten Fachgeschäft und vor allem auch unter www.trikont.de, dem wohl ältesten Independent-Label der Welt, das nun sein 50-jähriges Jubiläum feiert!

Wild! „Blues and Bliss“ von The Whiskey Foundation.

Optisch eine Schau ist die Neuerscheinung „Blues and Bliss“ der Münchner Band „The Whiskey Foundation“ (Sun King Music). Das Cover gleicht einem Kunstwerk, das man sich auch gleich an die Wand hängen kann. Das Vinyl ist im Klappcover untergebracht; wer das Cover aufschlägt, bekommt in Innenteil eine Panoramaseite an Design und Informationen. Die liebevolle Aufmachung spiegelt die besondere Musik der jungen Herren Musiker wieder. Musikalisch haben sich Sänger Murat Kaydirma, Bassist Franz Klein, Gitarrist Pascal Fischer, Pianist Julian Frohwein sowie Schlagzeuger Janis Gursky in ihrem dritten Longplayer so richtig auf Rock'n' Roll, Blues und Soul der 60er Jahr eingegroovt. „Funk the Boogie“, „Chimes at Midnight“ und „Soul Man“ heißen hier die Stücke und sind Programm. „Blus and Bliss“ ist zudem eine musikalische Weiterentwicklung – werden die Stücke teilweise länger, psychedelischer und haben sogar mal eine Latin-Rhythmus. Weitere Infos unter www.thewhiskeyfoundation.de/.

Ruhig! „Finsterlieder“ von „Dreiviertelblut“ gibt’s auch auf Vinyl.

Wer Vinyl auflegt, erlebt nicht nur einen angeblich wärmeren Sound, sondern hört auch leises Knistern, das an die Vergänglichkeit des Seins erinnert! Unter diesem Aspekt passt das Album „Finsterlieder“ der Band „Dreiviertelblut“ (Millaphon Records) perfekt auf den Plattenteller. Finster-schaurige Lieder in tiefstem Bayerisch – wie „Bring mi hoam“ oder „Wuist du mit mir danzen“ – werden von Sebastian Horn (Sänger der Bananafishbones, Komponist und Texter zahlreicher Film-Songs) und Gerd Baumann (Gitarrist, Produzent und Komponist vieler Kinofilme wie „Wer früher stirbt ist länger tot“) wunderbar nachdenklich dargeboten. Übrigens: Nicht nur auf Vinyl, sondern vor allem auch auf ihren Konzerten überzeugen die Musikanten mit ihren musikalischen Impressionen. Wer Glück hat, bekommt ihre eigene Version des „The Cure“-Klassikers „Into the woods“ live geboten. Mehr Infos unter www.dreiviertelblut.de.

Modern! „Silent Guide“ von „Radio Citizen“.

Ruhige, tiefgründige Musik aus einer anderen Ecke des Universums ist das vierte Album „Silent Guide“ der Band „Radio Citzen“ (Sonar Kollektiv). Wer offen für eine moderne, tiefenentspannte Spielform elektronischer Musik ist, sollte einfach mal reinhören. Der Münchner Musiker und Komponist Niko Schabel rollt hier seine ganz eigene Version des modernen Jazz und Soul aus. Die musikalische Reise reicht über 13 Stücke vom souligen Track „Silent Guide“ (wunderschöner Gesang von Natalie Greffel) bis hin zu dem jazzigen „Smoke“. Kaum zu glauben: Das Album wurde auf einer Hütte in den Tiroler Bergen von Niko Schabel, Bernd Oeszevim (Schlagzeug), Maasl Maier (Bass), Marja Burchard (Rhodes) and Johannes Schleiermacher (Synthesizer) aufgenommen. 

Weltoffen! „It Do“ von „Embryo“.

Nur am Rande: Niko Schabel hat auch das aktuelle Album „Pluto kein Planet“ der Münchner „Express Brass Band“ produziert. Und Marja Burchard ist die Tochter von Embryo-Gründer Christian Burchard und hat die Leitung der seit 40 Jahren bestehenden Münchner Jazzrock- und Weltmusikformation übernommen. Beide Veröffentlichungen gibt es auch auf Vinyl unter www.trikont.de. Viel Spaß beim Schenken und Reinhören! 

Überraschung! „Pluto kein Planet“ von „Express Brass Band“.

Bodo-Klaus Eidmann

Rubriklistenbild: © Sun King Music

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