Interview mit Dettl, da Coll und Winbeck

Welttournee beginnt: Abflug für LaBrassBanda

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Viel ­Gepäck! ­LaBrassBanda checken ein.

München - Großer Auflauf am Montag am Schalter von Thai Airlines im Münchner Flughafen! LaBrassBanda müssen ihre ganzen Instrumente aufgeben. Das Ziel für die Erfolgscombo: Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam.

Die Chiemgauer Musiker starten zu ihrer Welttournee und erfüllten sich damit zum zehnten Jubiläum einen Lebens­traum. Wir unterhielten uns vor dem Abheben mit Stefan Dettl (Trompete, Gesang), Manuel da Coll (Schlagzeug) und Manuel Winbeck (Posaune).

Seid ihr schon im Reisefieber?

Stefan Dettl: Ja, so eine Welttour ist ein Lebens­traum. Man kennt das von den großen Bands. Aber da keiner angerufen hat dort draußen, haben wir unsere Tournee selbst zusammengestellt. Ein wenig nach dem Motto: Wo kommt man eigentlich nie hin?

Wie habt ihr die Termine zusammengestellt?

Dettl: Jeder hat seine Wünsche genannt. Und dann haben wir uns geeinigt.

Ho-Chi-Minh-Stadt ist nicht unbedingt die typische Adresse zum Start einer Musiktournee. Wie kamt ihr darauf?

Manuel Winbeck: Das war meine Idee. Ich war noch nie in einem ex-komunistischen Land. Das hat mich schon immer interessiert.

Ist es also auch eine Bildungsreise?

Winbeck: Ja, eine Bildungsreise ist es auch. Die Idee war es, einmal um die Welt zu reisen und dabei Traumziele anzusteuern.

Habt ihr einfach irgendwo angerufen, ob man euch spielen lässt?

Manuel da Coll: Wir haben auch nicht immer jemanden erreicht (lacht). Teilweise hatten wir ohnehin Partner vor Ort, an manchen Stationen hat uns auch das Goethe-Institut geholfen. Es gibt auch ein paar Tage, da wissen wir noch gar nicht, was passiert. Da spielen wir vielleicht in einer Strandbar.

Wolltet ihr raus aus der Komfortsituation?

Dettl: Das war natürlich Teil des Konzeptes. Das haben wir schon in den USA so gemacht. Teilweise in einen Rockerclub rein – und schauen, was passiert.

Auf eurer Liste steht der Super Bowl in Houston. Tretet ihr da wirklich auf?

Winbeck: Auch da wissen wir nicht genau, was passiert. Notfalls spielen wir vor dem Stadion, wenn sie uns nicht reinlassen. Es ist ja auch spannend, wenn man nicht alles weiß. Da muss man spontan reagieren. Notfalls spielen wir auf dem Dorfplatz.

Die Welttournee endet am 4. März in der Olympia­halle. Das Heimspiel zum Schluss?

Da Coll: Das ist dann unsere Geburtstagsfeier in der Olyhalle. Wir treten ja oft bei Jubiläumsfesten auf, wissen also, wie das geht. Diesmal ist es freilich unser Jubiläum.

Zum zehnten Geburtstag erscheint am 24. Februar euer neues Album „Around The World“. Eine musikalische Weltreise?

Winbeck: Das ist so ähnlich wie beim Album Europa. Es ist kein Reisekonzept. Wir wollen nicht den Sound einer gewissen Gegend wiedergeben, eher das Gefühl, wie es in dem Land sein könnte – quasi durch unsere Synapsen hindurch. Sonst wäre es ja nicht La­BrassBanda. 

So läuft die Tournee

Das ist echt ein schönes Geburtstagsgeschenk, das sich die Jungs von LaBrassBanda da selber machen … Nach dem Auftaktkonzert in Ho-Chi-Minh-Stadt bleiben die Musiker noch bis zum 12. Januar in Vietnam. Dann geht es weiter nach Hong Kong, Tokyo, von dort nach Sydney, Wellington und Auckland. Ein wenig Südsee ist auch dabei: Honolulu. In den USA gibt es noch zwei Stationen in San Fanciso im Revolution Café sowie in Houston, wo sie versuchen wollen, beim SuperBowl (Football)aufzutreten (siehe oben).

Von da geht es nach Süden. In Mexico City treten die Jungs im Foro Lindbergh auf, dann in der Sambaschule in Rio de Janeiro. Und schon geht es wieder in Richtung Heimat. Erst Fortaleza, dann Lissabon, ein kleiner Schwenk über Marrakesh und am 4. März Heimspiel in der Olympia­halle.

Die bayerischen Fans müssen nicht darben. LaBrassBanda vernachlässigen ihr eigenes Gäu nicht. Ab April gehts es los in die Bierzelte, zum Maibaumaufstellen oder zu Trachtenvereinsjubiläen. Alle Termine kann man auf ihrer Homepage www.labrassbanda.com einsehen. Übrigens gibt es dort auch Tickets, sogar für die Welttournee. Wer also noch nicht weiß, was er am 16. Januar tun soll: Es gibt noch Karten für den Auftritt im Super Deluxe in Tokyo!

1001. Sendung: Für Capriccio gehen LaBrassBanda baden

A. Seidemann

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