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Wieder richtig Weihnachten: „Night of the Proms“ erfüllt in der Olympiahalle alle Wünsche

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Von: Armin Rösl

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John Miles junior sitzt an am Flügel und spielt bei „Night of the Proms“ in Köln.
John Miles junior setzte sich an den Flügel seines verstorbenen Vaters John Miles („Music“). © Christoph Hardt

Nach drei Jahren Pause ist „Night of the Proms“ zurück: Zum Abschluss der Tour wird die Show dreimal in der Münchner Olympiahalle gespielt. Wir waren beim Auftakt dabei, unsere Kritik:

München - Weihnachten ohne Night of the Proms ist wie Spekulatius ohne Mandelstücke: gut, aber das gewisse Etwas fehlt. Weihnachten 2022 ist, nach drei Jahren corona-bedingter Zwangspause, endlich wieder mit Mandelstücken - am Freitagabend (16. Dezember) fand das erste von drei Konzerten in der ausverkaufen Münchner Olympiahalle statt. Die letzte Station der diesjährigen Tour. Leider ohne das Zuckerl obendrauf: Vor einem Jahr starb der legendäre John Miles (72), der bei unzähligen „Proms“-Konzerten mit seinem Song „Music was my first love“ genau das verkörperte und vertonte, was Night of the Proms so besonders macht: Pop und Klassik an einem Abend. Weihnachten für alle Generationen.

Bei Night of the Proms werden auch 2022 alle Wünsche erfüllt. Sogar Walzertanzen ist möglich, als das wunderbare Antwerp Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Alexandra Arrieche „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss spielt. Verrückt: nach gut drei Stunden (inklusive einer 30-minütigen Pause) tanzen die selben Menschen zu „Celebration“ und „Get Down on It“.

Im ersten Jahr nach John Miles‘ Tod sind auf der „Proms-Tour“ dabei: die wundervolle Amy Macdonald („This Is The Life“), der nicht alternde Nik Kershaw („Wouldn‘t It Be Good“), die immer noch stimmstarke Carol Decker von T‘Pau („China in Your Hand“) sowie der herrlich nette Matt Simons („We Can Do Better“) und die fröhlich-soulige Saxophonistin Yolanda Brown. Und als schönste Weihnachtsbescherung: die Partykracher von Kool & The Gang („Celebration“ und Co.). Was für ein Fest! 

Walzer, der Gefangenen-Chor aus „Nabucco“, „Freude schöner Götterfunken“, 80er-Jahre Pop, Hits aus der Neuzeit und funky Dance-Party: das ist „Night of the Proms“ 2022. Beste Vorweihnachtsstimmung in der ausverkauften Olympiahalle, wohltuend wie Mandelspekulatius. „After 1000 days without a show we are ready. Are you ready?“, steht zu Beginn der Show auf der Leinwand hinter der Bühne geschrieben. Die Antwort vom Publikum ist laut und deutlich: Jubel!

Für einen sehr emotionalen Moment sorgt John Miles jr. , der auf der Tour zusammen mit Chor und Orchester den legendären Song „Music was my first love“ seines Vaters spielt. Dafür setzt er sich an den Flügel des Seniors - da rollen bei manchen Tränchen der Rührung.

Zum Schluss noch ein Weihnachtsrätsel: Was reimt sich auf „Charme“? Marcus Fahn. Der Moderator führt charmant, unaufdringlich und witzig durch den Abend. Kostprobe: „Die einzige 3G-Regel, die heute gilt: Gut gelaunte Gäste.“ An diese Regel hält sich jeder gerne. 

Night of the Proms gibt‘s noch am Samstag, 17. Dezember, 20 Uhr, und Sonntag, 18. Dezember, 15 Uhr, in der Olympiahalle. Es sind noch wenige Restkarten erhältlich. 

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