Auftrag für den Landkreis Cham erhalten

Internetausbau stockt - so will M-net jetzt eine Millionenstrafe verhindern

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Glasfaser dient der schnellen Internetanbindung. M-net kann aber nicht so schnell bauen wie erwünscht.

Der Stadtwerke-Tochter M-net droht eine Klage in Millionenhöhe. Der Internetanbieter hatte im Landkreis Cham die Aufgabe übernommen, rund 1500 Kilometer Glasfaserleitungen zu verlegen. Doch dann kündigten die Münchner einer Baufirma, seit Januar wird nun nicht mehr gebaut.

München - Sogar der Minister war nach Arnschwang gereist. Alexander Dobrindt, Ende Mai 2017 noch für die Bundesregierung als Herr über den Verkehr und die digitale Infrastruktur im Einsatz, schwang beim Spatenstich fleißig das Werkzeug und sprach von einem historischen Moment für den Landkreis Cham. Dort an der Grenze nach Tschechien sollten rund 1500 Kilometer Glasfaser verlegt werden, um alle 37 Gemeinden an das schnelle Internet anzubinden. Von Vorreiterrolle war die Rede, von beispielhaft.

Cham werde in die „CHAM-pions League“ aufsteigen, hieß es werbewirksam. Aktuell aber blickt der Landkreis in die leere Röhre. Schuld ist offenbar das Tochterunternehmen der Münchner Stadtwerke - M-net.

Nach 300 Metern war Schluss mit Breitbandausbau

Die Münchner hatten eine Ausschreibung für das etwa 60 Millionen Euro teure Projekt gewonnen und auch bereits mit dem Netzausbau begonnen. Doch wie auch regionale Medien berichten, war nach 3000 Metern bereits Schluss mit dem Breitbandausbau. „Der Landkreis und die Gemeinden sind jetzt der Auffassung, dass M-net das Projekt wohl unterschätzt hat“, sagte Chams Landrat Franz Löffler der Mittelbayerischen Zeitung.

Demnach hat der Landkreis bereits im September, bei einer angedrohten Vertragsstrafe von einer Million Euro, ein Ultimatum bis Januar 2019 gestellt. Es geht um viel Geld, das Auftragsvolumen von 60 Millionen Euro und Fördergelder. M-net droht eine Vertragsstrafe in Höhe von mehreren Millionen Euro, falls das Gesamtprojekt nicht umgesetzt werden kann.

Lokales Tiefbauunternehmen sollte bei Netzausbau kooperieren

M-net-Sprecher Hannes Lindhuber sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Teilnahme seines Unternehmens an der Ausschreibung auf Basis des Angebots eines lokalen Tiefbauunternehmens erfolgt sei. Der sollte in Kooperation mit den Münchnern den Netzausbau übernehmen.

„Im weiteren Verlauf wurde für M-net, den Landkreis und die beteiligten Kommunen deutlich, dass die Tätigkeiten des Infrastrukturanbieters nicht unseren hohen Qualitätsmaßstäben entsprechen und die Projektumsetzung gefährdet ist“, sagte Lindhuber. Infolgedessen habe man das Projekt zunächst gestoppt und den Vertrag mit dem Tiefbauunternehmen nicht abgeschlossen.

Nach Neuausschreibung werden Angebote geprüft

Aufgrund des Ausfalls sei, so Lindhuber, vom Frühjahr dieses Jahres an die gesamte Projektstruktur auf den Prüfstand gestellt worden. Gespräche mit alternativen Anbietern seien zudem geführt worden. Lindhuber: „Im Herbst 2018 erfolgte schließlich eine Neuausschreibung, um einen alternativen Infrastrukturpartner für den Breitband-Ausbau im Landkreis Cham zu gewinnen. Die ersten Angebote liegen nun vor und werden derzeit geprüft.“ Die weitere Ausbauplanung und der weitere Zeitplan seien selbstverständlich von dieser Vergabe abhängig. „Zu den Details können wir uns daher erst nach Abschluss der laufenden Ausschreibung und der laufenden Gespräche äußern.“

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Sascha Karowski

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