Interview vor dem Maibockanstich

Söder: "Politik erträgt man nur mit Humor"

+
Finanzmininster Markus Söder hält am Mittwoch die Begrüßungsrede beim Maibock.

München - Am Mittwoch werden den Großkopferten wieder die Leviten gelesen. Beim Maibockanstich im Hofbräuhaus teilt aber nicht nur der Django Asül aus, auch Finanzminister Markus Söder wird losledern.

Achtung, ducken! Am Mittwochabend werden den Großkopferten wieder die Leviten gelesen: Beim Maibockanstich im Hofbräuhaus teilt aber nicht nur der niederbayerische Kabarettist Django Asül aus. Auch Finanzminister Markus Söder (CSU), der als Gastgeber die Begrüßungsrede hält, wird wieder gehörig vom Leder ziehen. Schon 2013 bekamen es seine Politik-Kollegen ab: Seinen Chef, Ministerpräsidenten Horst Seehofer, bezeichnete der Hobby-Kabarettist als „eiskalt geklopften Hallodri“. Den ehemaligen FDP-Vorsitzenden Rainer Brüderle betitelte er als „Schlüpfer-Stürmer“. Der traut sich was … Heute geht die Söder-Show in die nächste Runde: Zum dritten Mal wird der Finanzminister vor der Predigt von Django Asül die Gäste wieder auf seine ganz eigene Art begrüßen. Wer das Spektakel miterleben will: Der BR überträgt den Maibockanstich aus dem Hofbräuhaus zeitversetzt heute Abend von 22 bis 23 Uhr, die Wiederholung läuft am morgigen Donnerstag von 15.45 bis 16.45 Uhr. Die tz traf Markus Söder im Hofbräuhaus zum Vorab-Interview. Hier ­verrät der Finanzminister, wie lustig es im Kabinett zugeht, bei welchen Themen ihm das Lachen vergeht und wer sich ­daheim um die Finanzen kümmert:

Herr Söder, heuer sind Sie zum dritten Mal als Finanzminister beim Maibockanstich. Mittlerweile machen Sie mit Ihrer Rede Django Asül ja schon Konkurrenz ...

Markus Söder: Oh je, jetzt wird die Latte aber ziemlich hoch gelegt. Aber ich gebe zu, es ist eine einmalige Gelegenheit, ohne Konsequenzen ein bisschen „schmutzeln“ zu dürfen. Als es wieder um die Frage ging, welche Aufgabe ich in der bayerischen Staatsregierung noch übernehmen sollte, habe ich wegen des Maibocks auf den Finanzminister geschielt. Der Maibock ist die Gelgenheit, allen einmal die Wahrheit zu sagen, ohne Ärger zu bekommen. Für Django Asül bin ich keine Konkurrenz, nur ein Warm-up.

Wer muss sich denn heuer vor Ihnen warm anziehen?

Markus Söder: Jeder, der sich verdient gemacht hat. Wobei ich zugeben muss, dass ich bei der SPD echt suchen musste, bis mir einige Namen überhaupt eingefallen sind. Ich hab die Rede übrigens geschrieben, als ich auf dem Rückflug aus den USA war. Auf dem langen Flug konnte ich nicht schlafen und hab mir einfach mal notiert, was mir zu jedem einfällt. Ich nehm mich auch selbst auf die Schippe. Und natürlich werd ich über das innige Verhältnis zwischen Kabinett und Ministerpräsident sprechen.

Wie wichtig ist denn Humor in der Politik?

Markus Söder: Politik erträgt man nur mit Humor. Und man braucht auch Ironie sich selbst gegenüber. Man darf sich einfach nicht so wichtig nehmen. In der Politik gibt’s so schnell Aufregung um nichts. Ich seh da vieles mit Humor.

Und wie sieht das Ihr Chef, Horst Seehofer?

Markus Söder: Der Ministerpräsident hat viel Humor, da kommt auch mal ein cooler Spruch. Wir sind beide der Meinung: Lieber einen guten Freund verloren, als einen Witz ausgelassen! Horst Seehofer kann über sich selbst lachen. Das muss er beim Maibock wohl auch.

Und die anderen Kollegen?

Markus Söder: Bei manchen muss man schon aufpassen. Aber wir sind ein lustiges Kabinett! An der Spitze pendelt es zwischen dem Ministerpräsidenten und mir. Auch Joachim Herrmann hat manchmal ganz überraschend richtig gute Sprüche aus dem Nichts heraus – auch wenn man es ihm im ersten Moment so nicht zutraut.

Aber bei manchen Themen vergeht doch auch dem Finanzminister mal das Lachen.

Die tz-Reporterinnen Christina Meyer (l.) und Beate Winterer trafen Söder im Hofbräuhaus.

Markus Söder: Wenn es um Steuerhinterziehung geht, hört der Spaß auf. Da geht’s um Delikte am Staat und der Allgemeinheit. Es gibt aber auch die schönen Dinge: Hofbräuhaus, die bayerische Schifffahrt und die Königsschlösser. Es ist jedes Mal ein Freudenereignis, wenn man in Herrenchiemsee, Linderhof oder im Kabinettsgarten der Residenz ist. Da spürt man den Atem der bayerischen Geschichte.

Mal zum Privaten: Wer reißt bei Ihnen daheim die besten Witze?

Markus Söder: Meine Kinder! Alle auf Kosten des Vaters – und meine Frau kann am meisten darüber lachen. Sie kümmert sich bei uns übrigens auch um die häuslichen Finanzen. Es ist ja meistens so, dass die Frauen die führende Rolle bei solchen Entscheidungen spielen. Meine Frau sagt immer: Wenn du da bist, darfst du mitreden, wenn du nicht da bist, entscheide ich.

Stichwort Maibock: Trinkt der Finanzminister daheim auch mal ein Bier?

Markus Söder: Eigentlich trinke ich gar keinen Alkohol, ganz selten zu besonderen Anlässen. Aber es gibt eine alte Regel, die empfehle ich allen Gästen des Maibocks: Viele Politiker sind in einer Zwangssituation, weil sie zum einen Angst davor haben, schlecht erwähnt zu werden, aber noch größere Angst, gar nicht erwähnt zu werden. Ich rate: zwei, drei Schluck Starkbier, dann ist man total entspannt und surft locker durch die Rede. Daher werde ich mir nach meiner Rede auch eins gönnen – bei Django kriege ich bestimmt auch mein Fett weg.

Interview: Christina Meyer, Beate Winterer

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kein Witz! Dieser Schokoriegel hat am meisten Kalorien
Kein Witz! Dieser Schokoriegel hat am meisten Kalorien
S-Bahn: Signalstörung bei der S1 ist behoben
S-Bahn: Signalstörung bei der S1 ist behoben
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Hätten Sie's gedacht? Diese 13 Lebensmittel kann man einfrieren
Hätten Sie's gedacht? Diese 13 Lebensmittel kann man einfrieren

Kommentare