„Arschkoid is“

Münchnerin gerät bei Bergtour in Lebensgefahr: Kurz zuvor scherzte sie noch - Retter stoßen auf bezeichnendes Foto

Ausflügler stehen am 22.10.2017 auf der 1779 Meter hoch gelegenen Mittelstation der Fellhornbahn auf dem Fellhorn bei Oberstdorf.
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Bei einer Bergtour ist eine Frau aus München in Not geraten (Symbolbild).

Gut, dass es Instagram gibt. Eine junge Frau aus München musste in den Alpen gerettet werden. Ein zuvor gepostetes Bild half den Einsatzkräften bei der Suche.

  • „Stark unterkühlt“ war eine Frau aus München nach einer missglückten Bergtour.
  • Einsatzkräfte brachen zu einer komplizierten Rettungsaktion in den Julischen Alpen auf.
  • Ein zuvor gepostetes Instagram-Foto spielte eine nicht unerhebliche Rolle.

München - Eine 27-jährige Münchnerin ist in den Alpen von einsetzendem Schneefall überrascht worden und in Not geraten. Bei einer nächtlichen Rettungsaktion in der Nacht auf Dienstag (1. September) an der Grenze zwischen Slowenien und Italien konnte die junge Bergsteigerin schließlich in Sicherheit gebracht werden - auch dank eines kurz zuvor abgesetzten Instagram-Posts.

Die Bergung der 27-Jährigen in der Gipfelregion des Mangart (2.679 Meter) sei ein „schwieriger und gefährlicher Einsatz“ gewesen, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) eine Sprecherin der Bergretter CNSAS von Friaul-Julisch Venetien im Nordosten Italiens.

Frau aus München „stark unterkühlt“: Dramatische Rettungsaktion auf Alpen-Gipfel beginnt

Offenbar war die Münchnerin bei ihrem Aufstieg am Montagnachmittag von einem Wetterwechsel überrascht worden und infolgedessen „stark unterkühlt“. Weil sie nicht mehr vorankam, setzte sie gegen 16.40 Uhr einen Notruf ab. Der folgende Einsatz zog sich über zwölf Stunden hin. Erst gegen 5 Uhr am Dienstagmorgen waren Retter mit der „stark unterkühlten“ Verunglückten abgestiegen.

Nach ihrer Bergung sei die Frau in ein Krankenhaus in Tolmin in Slowenien gekommen, berichtet die dpa. Recherchen unserer Redaktion ergaben, dass die verletzte 27-Jährige an die österreichische Grenze gebracht wurde. Von dort ging es vermutlich weiter nach München*.

Instagram-Story „rettet" Frau aus München: Auch die Retter sehen das Foto

Bei schlechtem Wetter sei die Münchnerin auf einem Felsvorsprung knapp unterhalb des Gipfels blockiert worden, hieß es in einer Mitteilung der italienischen Bergretter auf Facebook. Einsatzkräfte aus Slowenien und Italien konnten sie auch mithilfe eines Fotos, das sie zuvor in Ihrer Instagram-Story* gepostet hatte, lokalisieren. Das italienische Portal ilmattino.it zeigt einen entsprechenden Screenshot. Darauf zu sehen ist erst einmal reichlich Fels, zu lesen eine offenbar passende Temperatur-Analyse: „Arschkoid is“.

Auch den später einsetzenden Schneefall hatte die 27-Jährige in ihrer Story bereits herbeigesehnt: „Let it snow, let it snow, let it snow“, ist der Schnappschuss aus den Julischen Alpen betitelt.

Die Münchner Polizei dürfte froh gewesen sein, dass die Kollegen im Ausland diesen Einsatz übernommen haben. Coronabedingt haben die Beamten in der Landeshauptstadt gerade etwas andere Sorgen - etwa eine geplante Mega-Sause an der Isar*. (lks) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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