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München: Präsenzunterricht trotz Omikron - das sagen die Lehrer

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Von: Christina Meyer

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Schule
Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Am Montag geht die Schule wieder los – in Bayern werden die Schüler nach zwei Wochen Weihnachtsferien in Präsenz mit dem Unterricht starten.

München - Am Mittwoch werden die Kultusminister der Länder kurzfristig in einer Videokonferenz über die Lage an den Schulen beraten. Eigentlich war die nächste reguläre Sitzung erst für 10. Februar geplant – angesichts der drohenden Omikron-Welle wurden die Beratungen aber vorgezogen. Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) kündigte bereits an, dass die Schüler des Freistaats am Montag in Präsenz starten werden. „Wir wollen Präsenzunterricht, wir hatten Präsenzunterricht, wir werden in der nächsten Woche so wie andere Bundesländer auch mit Präsenzunterricht starten“, erklärte er in der BR24 Rundschau.

Michael Hoderlein-Rein, Rektor der größten Münchner Grundschule an der Berg-am-Laim-Straße 142, heißt die Entscheidung gut. „Kinder müssen in die Schule. Wir können uns weitere Defizite nicht leisten“, sagt der 56-Jährige auf Anfrage. „Es gibt keine Gruppe, die so viel getestet wird wie die Schüler – da ist Distanzunterricht einfach keine Alternative.“ Die Testungen in den Klassen liefen sehr gut, auch das Corona-Management der Schulen habe sich nach fast zwei Jahren Pandemie eingespielt. Von politischer Seite allerdings könnte mehr passieren, findet er: „Bereits am 10. September haben wir dem Kultusministerium mitgeteilt, wie viele Luftfilter wir für unsere Klassenzimmer benötigen. Wir warten noch immer darauf …“

Corona: Wieder Präsenzunterricht in München - „Glaube ich nicht, dass wir auf alles vorbereitet sind“

Auch Martin Schmid, der Vorsitzende des Münchner Lehrer- und Lehrerinnenverbands (MLLV), hält den Präsenzunterricht für extrem wichtig. „Allerdings glaube ich nicht, dass wir auf alles vorbereitet sind, wie die Politik sagt.“ So fehle etwa noch immer flächendeckendes WLAN in den Schulen, noch immer hätten nicht alle Schüler ein digitales Endgerät. „Wir laufen wieder der Entwicklung hinterher – da ist leider nicht viel passiert seit den letzten Wellen“, kritisiert Schmid. Schon jetzt bestehe ein enormer Lehrermangel. Alleine wegen Quarantänefällen besteht die Gefahr, dass künftig etliche Klassen geschlossen werden müssen.

Kita-Kinder in Bayern müssen ab Montag ebenfalls dreimal pro Woche getestet werden. Hier gilt die Testnachweispflicht: Neben der Möglichkeit, die Kinder bei Testzentren mit Zertifikat testen zu lassen, können Eltern ihre Kleinen zu Hause selbst testen und müssen das negative Ergebnis der Einrichtung glaubhaft versichern, etwa durch eine Unterschrift. Eltern haben nun eine Online-Petition für PCR-Pooltests in den bayerischen Kitas gestartet. „Vielen Eltern wird es im morgendlichen Ablauf schwerfallen, diese Tests zu machen“, sagt Mit-Initiator Florian Weber. „Da würden die Lolli-PCR-Tests aus den Grundschulen viel mehr bringen, weil sie deutlich genauer sind und sichergestellt wird, dass der Test wirklich durchgeführt wurde.“ Mehr als 4200 Menschen haben die Petition bereits unterstützt. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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