MVG nimmt Stellung

Corona-Maskenpflicht? Fahrgäste nach Vorfall in Münchner U-Bahn verstört - „Viele haben den Waggon verlassen“

Als er auf die derzeit geltende Maskenpflicht aufmerksam gemacht wurde, reagierte ein Fahrgast in der Münchner U-Bahn wenig begeistert. 

  • Die Corona-Krise wird auch in Münchens U-Bahnen sichtbar: Fahrgäste sind verpflichtet, einen Mundschutz zu tragen.
  • Größtenteils wird die Verordnung befolgt. Ein Mitarbeiter von tz.de wurde allerdings Zeuge eines unschönen Vorfalls.
  • In unserem News-Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen in München auf dem Laufenden.

München - Seit dem 27. April sind Münchens Bürger verpflichtet, im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen Mund und Nase zu verhüllen. Bereits vorab hatte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) in Bezug auf die von Ministerpräsident Söder verordnete Maskenpflicht klargestellt: „Für Kontrollen stehen keine zusätzlichen Ressourcen zur Verfügung.“

Nach einer Woche ließe sich laut MVG-Sprecher Matthias Korte dennoch eine äußerst positive Bilanz ziehen: „Unseren Beobachtungen zufolge halten sich mehr als 95 Prozent der Fahrgäste an die Maskenpflicht. Nur sehr wenige kommen der Verpflichtung nicht nach und müssen daran erinnert werden.“ Nahezu alle Fahrgäste seien einsichtig. Ein paar schwarze Schafe bleiben.

Corona München: Fahrgäste verlassen nach verstörenden Szenen U-Bahn-Waggon

tz.de-Mitarbeiter Patrick Mayer traf bei seiner Fahrt mit der U6 auf einen solchen „Maskenverweigerer“ - und erlebte Szenen, die wohl einige Fahrgäste nachhaltig verstört haben. „Ein großer, sehr stämmiger Mann mit Glatze kam ohne Mundschutz in die U-Bahn“, berichtet Mayer. Ein anderer Fahrgast habe daraufhin wiederholt auf seinen eigenen Mundschutz gedeutet; wohl um den merklich alkoholisierten Mann auf die Maskenpflicht aufmerksam zu machen.

Von Einsicht konnte in diesem Fall offenbar keine Rede sein. „Der Mann hat begonnen, den umsichtigen Fahrgast anzupöbeln und wild herumzuschreien. Mehrere besorgte Leute haben den Waggon verlassen“, sagt Mayer. Er selbst machte am Odeonsplatz eine U-Bahn-Fahrerin auf den aggressiven Unruhestifter aufmerksam. Diese habe zugesagt, umgehend den Wachdienst verständigen zu wollen. 

Die ganze Welt befindet sich wegen des Coronavirus im Ausnahmezustand. Das gilt natürlich auch für München. Hier berichten vier Bürger von ihren Erlebnissen.*

München: Maskenpflicht in U-Bahn soll Ausbreitung des Coronavirus verhindern

MVG-Sprecher Korte ist der Vorfall bekannt: „Die Fahrerin hat über unsere Leitstelle die U-Bahnwache informiert. Allerdings konnte der Mann in dem Zug nicht mehr angetroffen werden.“ Generell seien Fahrgäste in bedrohlichen Situationen angehalten, Hilfe anzufordern: „Dazu können sie die Notruf-Knöpfe in den U-Bahnwagen oder an den Bahnsteigen nutzen. Sie haben auch die Möglichkeit, den Fahrer, andere Mitarbeiter oder die U-Bahnwache direkt anzusprechen. “ 

tz.de-Mitarbeiter Mayer kann bestätigen, dass die Maskenpflicht vom Rest der Münchner zumeist befolgt wird: „Alle anderen Fahrgäste im betreffenden Waggon haben Mundschutz getragen.“

lks

Keine Gnade für schwarze Schafe: Wer sich nicht an die Corona-Verordnungen hält, muss blechen: der Bußgeldkatalog.

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*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © dpa / Lino Mirgeler

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