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Betrug: Landesverband der Grünen um 10 000 Euro geprellt

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Eva Lettenbauer (Grüne)
Die echte Eva Lettenbauer (Grüne): Der Betrüger gab sich als die Parteichefin aus. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Ein simpler Trick, der funktionierte: Ein Betrüger gab sich als die Parteichefin der Grünen in Bayern aus und forderte Geld. Er bekam es und wurde geschnappt - doch 10.000 Euro sind weg.

Ein Betrüger hat die Grünen in die Falle gelockt. Er schickte dem Landesverband eine Mail mit einer angeblich ausstehenden Geld-Forderung – und gab sich dabei als Partei-Chefin Eva Lettenbauer aus.

Und das klappte: Ohne den Absender genauer zu prüfen, überwies der Verband rund 50 000 Euro auf das angegebene Konto. Immerhin wurde der Tatverdächtige festgenommen, als er das Konto dann auflösen wollte. Die Polizei hat zwar fast 40 000 Euro sichergestellt. Der Rest ist aber futsch, die gut 10 000 Euro wurden bereits ins Ausland transferiert.

Am 4. August hatte der Täter die E-Mail direkt an die Finanzbuchhalterin der Landesgeschäftsstelle geschickt. Er behauptete, die Partei habe eine Forderung von mehreren tausend Euro zu begleichen. Die Finanzbuchhalterin überwies daraufhin die erwähnte Summe – diese Transaktion fiel aber wenig später auf, als Mitarbeiter der Geschäftsstelle die Konto-Umsätze überprüften.

Die Polizei Köln erwischte den Täter in einer Filiale bei der Konto-Auflösung

Daraufhin erstatteten die Grünen am 11. August Anzeige bei der Polizei. Als Tatverdächtiger wurde ein 25-Jähriger mit Wohnsitz in Köln ermittelt. Die Münchner Beamten informierten daher sowohl ihre Kölner Kollegen als auch die Bank des Mannes. Die Polizei Köln erwischte ihn in einer Filiale bei der Konto-Auflösung. Zuerst versuchte er zu flüchten – ohne Erfolg. Dann wehrte er sich so sehr gegen die Festnahme, dass er zwei Beamte leicht verletzte.

Bei der Überprüfung des 25-Jährigen stellte sich heraus, dass der Mann aus Nigeria seit 2016 in Deutschland lebt. Er nutzte zur Täuschung mehrere fremde Identitäten, fälschte dafür aber keine Urkunden wie etwa Ausweise. Nun wird gegen ihn wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Nach der Festnahme wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Tat sei nicht politisch motiviert gewesen, so ein Sprecher

Die Kriminalpolizei forscht nun weiter nach. Die Tat sei nicht politisch motiviert gewesen, so ein Sprecher. Ein Betrug in dem Ausmaß erfordere aber eine größere Struktur und dafür sei in der Regel mehr als ein Täter am Werk. Die Münchner Beamten kennen den Mann übrigens: Vor seinem Umzug nach Köln vor wenigen Jahren lebte er 2016 in München. Damals verstieß er gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Grünen wollen nun ihre IT-Sicherheitssysteme umfassend prüfen, heißt es. Zudem würden Mitarbeitende in Hinblick auf Cyber-Kriminalität geschult. rmi

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