Abrechnung mit der Hausverwaltung

Mieter entdecken Hass-Botschaft in ihrem Briefkasten - nicht alle Anwohner teilen die Meinung

Namentlich nicht bekannte Mieter haben ihren Münchner Nachbarn einen Wut-Zettel in den Briefkasten geworfen (Symbolbild).
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Namentlich nicht bekannte Mieter haben ihren Münchner Nachbarn einen Wut-Zettel in den Briefkasten geworfen (Symbolbild).

Sie haben ihren ganzen Zorn in diesen Zettel gelegt, die Nachbarn fanden ihn im Briefkasten. Mieter aus München klagen an.

  • Mieter einer Münchner Wohnanlage stören sich an der Neugestaltung ihres Innenhofes.
  • Ihre drastische Einschätzung haben sie der Hausverwaltung in einem Schreiben mitgeteilt.
  • Ein Anwohner hat tz.de* den Wut-Zettel, der auch in seinem Briefkasten landete, zugespielt.

München - Ein Weihnachtsfest zum Vergessen: für mehrere Münchner gab es im Jahr 2019 offenbar keinen Grund zur Besinnlichkeit. Und schuld war nur die Hausverwaltung. Ihren ganzen Zorn haben die namentlich nicht bekannten Mieter aus dem Stadtteil Haidhausen in einen DIN-A4-Zettel gelegt. Kurz vor Heiligabend fanden sämtliche Nachbarn das Schreiben im Briefkasten. Anwohner Simon B.** hat tz.de die vor Wut strotzende Rückschau zugespielt.

„Zum bevorstehenden Weihnachtsfest möchten wir einige Worte zur Neugestaltung des Innenhofes zum Ausdruck bringen“, beginnt die Abrechnung mit der Hausverwaltung. Die im Sommer 2019 abgeschlossenen Arbeiten hätten „sicherlich liebevoller gestaltet werden können“, heißt es darin. Der Hof sei mit sterilen Spielflächen ausgestattet worden, „um möglichst keinen Grashalm wachsen zu lassen“. Ohnehin würde der „unwirtliche“ Bereich kaum genutzt. Es folgt das erbarmungslose Fazit: „Kosten unsinnig verschwendet“.

Mieter aus München verfassen Wut-Zettel: „Geisteskrank und menschenverachtend“

Nachbar B. will die Tiraden so nicht stehen lassen: „Ich finde die Neugestaltung sehr gelungen. Im Sommer ist der Hof voll mit spielenden Kindern und Eltern, die zusammen auf den Steinbänken sitzen“. 

Stein(e) des Anstoßes: Der neugestaltete Innenhof in Haidhausen. Einige Anwohner hätten sich offenbar mehr Grün gewünscht.

Die Verfasser des Wut-Zettels haben nach ihren einleitenden Absätzen offenbar kurz innegehalten. Denn in der Folge wird der Ton deutlich schärfer. „Jede´Ghettowohnung` in Neuperlach kann mit schönerer Begrünung aufwarten“, ist da zu lesen. Die Planung sei „geisteskrank und menschenverachtend“ gewesen. Wohl gemerkt: noch immer ist von einem Innenhof die Rede. 

Mit einem Aushang sucht ein Pfarrer aus München nach einem unbekannten Sprayer. Der hatte zuvor die Kirche „verschönert“.

München: Heftige Kritik an Hausverwaltung - „wünschen Ihnen alles erdenklich Schlechte“

Sogar eine „Ehrung“ bringen die entsetzten Mieter ins Spiel: Der Hausverwaltung gebühre die „höchste Auszeichnung für Unmenschlichkeit und Ignoranz“. Wie es sich für einen Weihnachtsbrief gehört, enden die Verfasser mit einem Ausblick auf die Festtage und das neue Jahr. Die „Grüße“ an die Hausverwaltung fallen allerdings reichlich unterkühlt aus. 

Blick auf den fraglichen Innenhof: Die Arbeiten im Sommer 2019 hatten ein wütendes Schreiben zur Folge.

Heuer könne man leider keine frohen Weihnachten wünschen. Und auch das Jahr 2020 dürfe ob der vorab geschilderten Missstände unter keinem guten Stern stehen: „Wir wünschen Ihnen für das kommende Jahr 2020 und alle weiteren Jahre, alles erdenklich Schlechte“.

Anwohner B. hat für seine unbekannten Nachbarn einen wohlgemeinten Tipp parat: „Wem das Grün fehlt, sollte doch lieber aufs Land ziehen, als mitten in der Stadt zu wohnen“.

lks

Konfliktzone Treppenhaus: In München wundert sich ein Mieter über seltsame Geschehnisse vor seiner Wohnungstür. Er hatte den Ärger seines Nachbarn auf sich gezogen.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

**Name von der Redaktion geändert.

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