Protest über den Dächern Münchens

Provokation über Münchner Promi-Meile: Künstler wohnt auf Parkhaus - wie ein „Parasit“

„Penthouse à la Parasit“, so nennt Künstler Jakob Wirth sein verspiegeltes Holzhaus auf einem Münchner Parkhaus. Wie er damit die Schönen und Reichen ärgern will. 

  • Künstler aus Nürnberg zieht mit einem Häuschen auf ein Parkdeck.
  • Mit der Aktion will er auf die hohen Mietpreise in den Städten aufmerksam machen.
  • Von seinem Fenster aus hat er jetzt einen guten Blick auf die Schickeria von München.

München - Häufig sprengen die Mieten in vielen Großstädten - insbesondere in München - den finanziellen Rahmen potenzieller Mieter. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen und zu provozieren hat sich der Nürnberger Künstler Jakob Wirth etwas ganz besonderes ausgedacht. Er hat sich ein verspiegeltes Häuschen auf das Dach eines Parkdeck mitten im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt gebaut. Dort hat er jetzt zwei Wochen lang den besten Ausblick auf Münchens Schickeria.

Kunstaktion in München: Als Parasit über den Dächern der Stadt

München ist nicht die erste Station für sein 3,6 Quadratmeter großes Domizil. Bereits in Berlin und Weimar hat er mit der Kunstaktion „Penthouse à la Parasit“ Station gemacht. Jetzt wird er zwei Wochen gleich gegenüber des Fünf-Sterne-Hotels Mandarin Oriental und unweit von München Promimeile der Maximilianstraße wohnen. Er selbst nennt es „Quarantäne mit Promiblick“, wie er dem Münchner Stadtmagazin Mucbook verraten hat. Denn der Grund für seinen zweiwöchigen Aufenthalt in München ist ein Kurztrip in die USA. Als Corona-Vorsichtsmaßnahme muss er jetzt in Quarantäne bleiben. 

Der Grund, warum der Nürnberger sein etwa 500 Kilogramm schweres Häuschen regelmäßig auf Hausdächer zerrt, ist einfach. Im obersten Stockwerk eines Hause findet sich häufig das Penthouse. Also der Ort, wo normalerweise die Besserverdiener und reichen Erben hausen, so Wirth. Und er hat sich jetzt mit seinem Parasiten-Häuschen einen Platz zwischen den Schönen und Reichen gesucht.

Häuschen auf  Parkhaus: Kunstaktion in München dient als Protest gegen zu hohe Mieten

Mit seiner Kunstaktion will Jakob Wirth ein wichtiges Thema in den Vordergrund rücken: Zu hohe Mieten in Großstädten*. Ähnlich wie ein Parasit weißt er auf ein Problem hin, so der Künstler. Gut, dass er für seine selbst zusammengeschraubte Hütte keine Miete zahlen muss. Denn da es sich um eine zeitlich begrenzte Kunstaktion handelt, hat der Parkhausbesitzer nichts dagegen einzuwenden. Das Parkdeck wird ohnehin Ende des Jahres abgerissen und soll neunen Wohnungen Platz machen. Wirth meint, es wäre schön, wenn dann dort eine soziale Durchmischung stattfinden und nicht nur die Reichen eine Wohnung finden würden. 

Wohin Wirth als nächstes mit seinem Modularhaus ziehen wird, verriet er noch nicht. Sicher wird er sich aber wieder einen Platz über den Dächern der Stadt suchen. Die Teile des Häuschens seien alle so handlich, dass sie durch jede Dachluke passen würden, so der Künstler. 

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Facebook „Penthaus à la Parasit“

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

„Der schlimmste Virus ist ...“: Unbekannter verbessert Corona-Graffito - viele Münchner dürften ihm zustimmen
„Der schlimmste Virus ist ...“: Unbekannter verbessert Corona-Graffito - viele Münchner dürften ihm zustimmen
Seniorin (76) mit schwerer Demenzerkrankung vermisst - sie ist auf Medikamente angewiesen
Seniorin (76) mit schwerer Demenzerkrankung vermisst - sie ist auf Medikamente angewiesen
München nach der Corona-Krise? Zukunftsforscher klärt über Folgen auf - und nennt „Gewinner aller Szenarien“
München nach der Corona-Krise? Zukunftsforscher klärt über Folgen auf - und nennt „Gewinner aller Szenarien“
Sensations-Fund in München sorgt für Aufsehen: „Ergebnisse sind beeindruckend“
Sensations-Fund in München sorgt für Aufsehen: „Ergebnisse sind beeindruckend“

Kommentare