Leser schildern verrückte ÖPNV-Erlebnisse

„Saupreiß, japanischer!“ - die denkwürdigsten Bahn-Durchsagen aus München

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Verrückte Erlebnisse im Münchner ÖPNV. Unsere Leser schildern kuriose Durchsagen in S-Bahnen, U-Bahnen und anderen Verkehrsmitteln.

Boarisch gemütlich oder grantig - in unserer neuen Sammlung von Durchsagen in der bayerischen Landeshauptstadt ist alles dabei. 

  • Wir sammelten kuriose Durchsagen im Münchner ÖPNV.
  • Viele Leser schickten uns Erlebnisse aus S-Bahnen, U-Bahnen und anderen Verkehrsmitteln zu. 
  • Viel Spaß beim Lesen! 

München - Vor einer Woche veröffentlichten wir verrückte Durchsagen in Münchner U-Bahnen, Zügen, S-Bahnen und Bussen. Das waren Netzfundstücke. Daraufhin fragten wir unsere Leserinnen und Leser nach eigenen kuriosen Erfahrungen im Münchner ÖPNV. Die Resonanz war groß. Es erreichten uns zahlreiche E-Mails mit Anekdoten und lustigen Sprüchen. Eine Auswahl wollen wir hier vorstellen. Nicht alles spielte sich in München ab, uns erreichten Durchsagen auch weit darüber hinaus.

Wunder geschehen auf den Münchner Gleisen: „Wir sind zwei Minuten zu früh - Entschuldigung!“

Ein kleines Wunder in der S-Bahn erlebte unser Leser Matthias. Und nicht nur er war irritiert, auch der Zugführer: „Ich kann mir das jetzt auch nicht erklären, aber wir fahren tatsächlich pünktlich in den Hauptbahnhof ein." 

Richtig unangenehm war einem Zugbegleiter der Südostbayernbahn seine Überpünktlichkeit: „Wir sind zwei Minuten zu früh am Ostbahnhof, wir bitten dies zu entschuldigen.“ Was unser Leser Manfred Ehlert mit diesem Zeitgewinn Anfang August machte, ist uns leider nicht bekannt.

Frust-Ausbruch in einer Münchner S-Bahn: „Dieses beschissene Stellwerk“

Oft erleben Pendler aber eher das Gegenteil, wie auch in diesem Fall in der S2: "Verehrte Fahrgäste, wie Sie bereits bemerkt haben stehen wir mal wieder wegen einer Weichenstörung. Hier geht erstmal nichts mehr, da wir es seit zehn Jahren nicht schaffen, dieses beschissene Stellwerk am Ostbahnhof zu erneuern." Über diesen Frust-Ausbruch war nicht nur Martin Häusler erstaunt. 

Türen-Problematik in Münchner U-Bahnen: „Hamma guad gmacht, gell?“

Weitaus Jahreszeit-angepasster war diese Durchsage zur Weihnachtszeit, die Kathi in einer U-Bahn hörte: „Wir sind kein Adventskalender, bei uns dürfen sie alle Türchen öffnen!“

Sarkastischer erlebte es Johannes Kappauf am Marienplatz, als alle nur an einer Tür einsteigen wollten: "Des is subber, dass der Zug bloß oa Tür hod, das hama guad gmacht, gell?" 

Leserin Monika hatte es noch knapp in eine U-Bahn geschafft, vollgepackt mit Aktentasche, Rucksack und Picknickdecke. „Host an Stress, Madl?!“, erschallte es aus den Lautsprechern. Unsere Leserin bedankt sich nachträglich bei dem ihr unbekannten U-Bahn-Fahrer für den amüsanten Start in den Tag. 

„Sportlich und dynamisch. So mögen wir das. Und jetzt eine Runde entspannen. Nächster Halt: Harras!“, hieß es in der U6, als ein junger Mann sich noch gerade rechtzeitig in die Bahn quetschte. Klaus Peterson hörte diese anerkennende Durchsage in der S-Bahn. 

Münchner Durchsagen: Manchmal klingt boarischer Dialekt nach preißischem Militärdrill

Auch boarischer Dialekt kann manchmal ziemlich nach preißischem Militärdrill klingen. Das schildert uns Martina Maier. In der U2 von  Feldmoching Richtung Hauptbahnhof hieß es: „Auf geht's zuasteig"n, zack zack a bisserl schneller, mir san spät dro!“ Und statt „zruckbleib'n“, sei nur noch ein "zruck" gekommen. „Der Ton dabei war echt unfreundlich, um nicht zu sagen unverschämt!“, ärgert sich Maier. Viel passender zur Weltstadt mit Herz sei es, wenn an der Endstation mal ein "Pfiat euch, kommt's guat hoam“ durch die Lautsprecher kommt. 

Einen grantelnden Bayern am Mikrofon erlebte Ulrike Strauss am Ostbahnhof. Nach dem üblichen „zurückbleiben bitte“ hastete ein Asiate Richtung Bahn: „Da erschallt sehr energisch über den Lautsprecher: ‚Wos hob i g'sogt? Z'ruckbleibn, hob I g'sogt! Saupreiß, japanischer!‘"

Kostenloser Nahverkehr in München? Ein Tweet der Stadt ließ die Bevölkerung kurzzeitig auf eine angenehme Überraschung hoffen.

Wenn der Zugbegleiter für Aufheiterung sorgt

Dass Durchsagen einen großen Einfluss auf das Fahrerlebnis haben können, erlebte Marizza Beßlich. Sie war mit ihrem Sohn in einem rappelvollen Zug nach München: „Die Stimmung war schon fast am Kippen, dann kam die Durchsage: ‚Verehrte Fahrgäste, bitte genießen sie die Fahrt in vollen Zügen!‘ Erst haben alle etwas irritiert geschaut, aber dann mussten wir doch lachen!“ 

Aus Norddeutschland erreichte uns von Elisabeth Rödiger eine E-Mail, die eine große Gelassenheit ausdrückt: Ihr Zug stoppte wegen spielender Kinder am Gleis. Die Durchsage: „An alle Raucher: ihr könnt gerne raus eine qualmen, wir geben Bescheid, wenn’s weiter geht...“

Wenn alles rundherum stressig ist, kann eine nette Durchsage ziemlich versöhnlich wirken. Adrian Hübner erlebte das bei Köln. Im überfüllten Zug hörte er dies über den Lautsprecher: „Liebe Fahrgäste, bitte richten Sie Ihren Blick nach links. Dieser wunderschöne Abendhimmel ist das einzig Erfreuliche, was ich ihnen heute bieten kann. Vielleicht tröstet sie das über eine weitere Verspätung hinweg! Nehmen Sie diesen positiven Eindruck mit nach Hause.“ Es habe sogar spontanen Applaus im ganzen Zug gegeben! 

Münchner S-Bahn: Wenn die Lichtschranke den Betrieb aufhält, hilft nur die Brotzeit

Weitaus weniger entspannt erlebte das Nicole Astaschev im Regionalexpress nach Bamberg. Dort lautete die Durchsage: „Wegen ein paar Idioten im Gleisbett verzögert sich die Weiterfahrt um einige Minuten!" 

Mit einem guten Argument versuchte es dieser Zugführer: "Bitte treten Sie aus den Lichtschranken, damit wir die Türen schließen können. Zum offenen Fahren ist es noch zu kalt.“ Unserem Leser Bernd Aumiller gefiel es. Die Lichtschranken-Problematik scheint in Freiburg ein Generationenkonflikt zu sein. Tobias Gollwitzer schildert diese Durchsage: „Die U-20-Generation der Fahrgäste bitte mal ihr Smartphone aus der Tasche holen und das Wort 'Lichtschranke' googeln...!"

Ein Leser aus Ebersberg schildert uns die schlagfertige Ansage in einer S-Bahn auf der Stammstrecke: „Bleiben Sie ruhig in der Lichtschranke stehen. Ich habe noch drei Stunden Dienst und eine Brotzeit dabei…!“

München: Ein Missverständnis mit dem Busfahrer

Ein gutes Gedächtnis hat Birgit Neumeister, die sich an ein Ereignis im 51er-Bus in den 1970er-Jahren erinnern kann. Ein in zweiter Reihe parkendes Auto und viel Verkehr sorgten für Enge auf der Straße. „Der Busfahrer per Lautsprecher: ‚Geht‘s, Leidl, ruckts a bisserl zsamm, es wead eng!‘ Alle rutschten auf ihren Sitzen zusammen, schauten sich fragend an und der ganze Bus lachte.“ Sie müsse bis heute in sich hinein grinsen, wenn sie diese Strecke fahre. 

S04-Hymne im ICE nach München

Ein sehr fußballbegeisterter Zugbegleiter war in einem ICE nach München unterwegs. Kurz vor Augsburg ertönte die Hymne von Schalke 04 über die Lautsprecher: "Unser nächster Halt in wenigen Minuten ist Augsburg. Wir verabschieden uns von den hier aus- und umsteigenden Fahrgästen sowie von den Schalke-Fans und wünschen euch ein schönes Spiel mit drei Punkten" Bei der Auskunft gab es sogar noch einen Freudschen Verprecher: "Der Abstieg in Augsburg, ich korrigiere (lachend) befindet sich in Fahrtrichtung links." Danke an Pascal Starke für diese Ankekdote.

Berliner Schnauze im Bus

Den besonderen Berliner Charme, man nennt ihn auch liebevoll „Schnauze“, erlebte Stefanie in einem Bus. Ein Tourist wollte wissen, wie lange er bis zu seinem Zielort fahren müsse. Der Fahrer entgegnete: "Juter Mann, dat is janz einfach, kickste off de Uhr, wenn de einsteigst, kickste oft de Uhr, wenn de aussteigt. Da haste deine Zeit!" Man muss die Berliner halt mit Humor nehmen...

Rochester ist die schönste Stadt der Welt

Zum Abschluss geht es hoch hinaus und weit weg. Bei einem USA-Inlandsflug machte der Pilot einen kleinen Spaziergang durch den Gang und sorgte dafür, dass eine gewisse Stadt im Ansehen der Passagiere sprunghaft anstieg: "Wir sind auf dem Weg nach Rochester, meiner Heimatstadt. Ich finde Rochester ist eine schöne Stadt. Wer Rochester nicht mag, kann jetzt noch aussteigen." Georg Korn schrieb uns diese nette Anekdote. Ihm und allen anderen Lesern, die uns Erlebnisse zuschickten, möchten wir herzlichen danken. 

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