Am Montag wird's ernst

Ja zu Münchens Olympia-Kandidatur erwartet

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Hans-Peter Krämer

Köln - Hans-Peter Krämer, Interimspräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, rechnet am Montag in München mit einem Ja der DOSB-Gremien zu Münchens Kandidatur für Winter-Olympia 2022.

Die Spiele sollen nach ersten Budget-Berechnungen die Stadt München 3,3 Milliarden Euro kosten.

In der bayerischen Landeshauptstadt tagen die drei großen DOSB-Gremien: 62 Fachverbände, 16 Landessportbünde und 20 Verbände mit besonderen Aufgaben. „Ich denke, der DOSB wird sich einer erneuten Bewerbung von München und den Partnergemeinden nicht verschließen“, sagt Krämer, der nach der Wahl von Thomas Bach zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mindestens bis zum 7. Dezember die Geschicke des Verbandes leitet. Dann soll in Wiesbaden ein Nachfolger gewählt werden.

Krämer kündigt an: „Zuerst werden wir uns damit beschäftigen, ob nicht eine Kandidatur für Sommerspiele sinnvoller wäre. Aber ich denke, da hat Deutschland auf absehbare Zeit schlechte Karten.“ Nachdem am 7. September Tokio zur Olympiastadt 2020 gewählt wurde, gelten Afrika und die USA als heiße Kandidaten für 2024 und 2028.

Nach einem Ja am Montag fällt die Entscheidung wohl beim Bürgervotum am 10. November in München und den Partnergemeinden. Endet dieses positiv, müsste der DOSB bis 14. November nur formell eine Kandidatur beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anmelden.

München und Bayern wollen eine neue Kandidatur, die Bundesregierung offenbar auch. „Der Freistaat steht voll hinter der Bewerbung Münchens für Olympia 2022“, sagt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) spricht sich klar für einen neuen Anlauf aus, nachdem die Kandidatur für 2018 in Pyeongchang/Südkorea gescheitert war.

Die Stadt München kündigte bereits an, das Bewerbungsbudget von 29 Millionen Euro sei durch Absichtserklärungen der Wirtschaft bereits mit zwölf Millionen Euro gedeckt. 1,5 Milliarden Euro soll die Durchführung der Spiele kosten, 1,8 Milliarden die Verbesserung der Infrastruktur. Ude erwartet bei der Bevölkerung von München und seinen Partnerstädten keinen Widerstand, auch nicht in Garmisch-Partenkirchen, „weil wir dort die teilweise sehr kontroversen Bauprojekte deutlich reduziert haben“.

Ein neuer großer Rivale ist allerdings in Oslo erwachsen, das Gian-Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbandes FIS, sogar als Favorit sieht. Außerdem wollen sich Almaty in Kasachstan, Krakau/Polen (mit Partnern in der Slowakei) und Lwiw/Ukraine bewerben, eventuell Barcelona. Vergeben werden die Spiele 2015 bei der 127. IOC-Session am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.

sid

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