Köpferollen am Nockherberg!

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Kanzlerdarstellerin Corinna Duhr fliegt raus. Auch Stefan Muhr, der den Freiherrn zu Guttenberg mimte, muss um seine Rolle bangen

München - Neue Gesichter soll es geben beim Derblecken auf dem Nockherberg, verrät Singspiel-Autor Alfons Biedermann. Von einigen Darstellern trennt er sich heuer. Wer für die Rollen in Frage kommt:

„Ich will neue Gesichter“: Singspiel-Autor Alfons Biedermann

Alfons Biedermann wird das Singspiel beim Derblecken auf dem Nockherberg mit einigen neuen Politiker-Doubles besetzen, das bestätigte der Autor gestern auf Anfrage. „Wir brauchen einfach neue Gesichter“, sagte er. Das bedeute zum einen gänzlich neue Figuren – aber auch, dass altgediente Darsteller gehen müssen. Allen voran betrifft dies Corinna Duhr, die Kanzlerin Angela Merkel spielte. Ihre Rolle wird Christin Marquitan übernehmen, Schauspielerin, Synchron-Sprecherin unter anderem von Filmstars wie Salma Hayek und Juliette Binoche – und ausgebildete Opernsängerin.

Nicht dabei sein wird beim Festabend am 7. März auch Eva-Maria Höfling, die sieben Jahre Grünen-Chefin Claudia Roth mimte. „Sie bekommt ein Baby“, sagt Biedermann. „Ich habe gar nicht erst mit ihr geplant.“ Es sei auch unwahrscheinlich, dass Claudia Roth überhaupt vorkommt.

Die neue Hoffnung: Christin Marquitan wird Angela Merkel spielen

Dieses Schicksal könnte auch Stefan Murr alias Karl-Theodor zu Guttenberg treffen. Im Moment scheint Biedermann ihn nicht auf der Rechnung zu haben. „Aber Guttenberg ist ja immer für eine Überraschung gut“, sagt der Autor. Murr selbst nimmt’s auf Anfrage gelassen: „Ich versuche mich da locker zu machen – wäre Guttenberg von seinen Comback-Plänen nicht zurückgetreten, wäre ich sicher dabei. So ist es Ermessenssache.“

Paulaner-Sprecherin Birgit Zacher bestätigt, dass Murr noch Mitte vergangener Woche mit im Boot war. „Einen Tag später kam Guttenbergs Rückzieher“, sagt sie. Für alle an der Salvatorprobe Beteiligten sei das vergangene Jahr ein „Lernprozess“ gewesen. „Wir haben gesehen, dass auch zwei Wochen vor dem Fest noch alles umgeworfen werden kann.“ Zum einen hatte sich Guttenberg damals zum Polit-Shootingstar entwickelt, zum anderen hatte die Atomkatastrophe in Japan das Unternehmen Nockherberg gänzlich gefährdet.

Ist er dabei? Stefan Murr alias Karl-Theodor zu Guttenberg

Für seine Umbesetzungen bittet Alfons Biedermann um Verständnis: „Damit muss ein Schauspieler rechnen – irgendwann war auch Sean Connery nicht mehr James Bond.“ Mitte Februar will der Autor sein Konzept vorstellen. Ministerpräsidentenkandidat Christian Ude werde sicher eine große Rolle spielen – auch Markus Söder, der es zum Finanzminister geschafft habe. Wie gehabt würden André Hartmann den Ude und Stephan Zinner den Söder spielen – auch Ministerpräsident Horst Seehofer werde weiterhin von Wolfgang Krebs dargestellt. „Einige Politiker werden am 7. März besser singen können“, kündigte er außerdem an. Damit meint er vor allem Christin Marquitan, von der er schwärmt: „Ihr Gesang ist ein Feuerwerk – sie kann Oper, Chanson, und sie hat sich auch noch auf Angela Merkel spezialisiert.“

Marquitan gibt das Kompliment auf Anfrage unserer Zeitung zurück: „Was für ein Spaß und was für eine spannende Herausforderung.“ Vor echten Politikern auf der Bühne zu stehen, das kenne sie: „Ins Berliner Ku’dammtheater kamen gerne Helmut Kohl und Gattin.“

Auch „Söder“ Stephan Zinner ist ein guter Sänger – das stellte er im vergangenen Jahr bei seiner „O Söder Mio“-Arie unter Beweis. Aber ein Duett mit Marquitan? Lieber nicht, sagt er: „Darum möchte ich mich gerne drücken – da kann ich nur verlieren.“

Den umstrittenen Bundespräsidenten Christian Wulff will Biedermann nicht auftreten lassen, sagt er. „Da ist jeder Witz gemacht – und das ist eine bayerische Veranstaltung.“

Bei Luise Kinseher ist Wulff schon ein Thema. „Es geht sicher auch darum, was die Leute von ihren Politikern erwarten.“ Kinseher, die wieder als Bavaria ihre Fastenpredigt halten wird, will sich diesmal aber um etwa zehn Minuten kürzer fassen. „Lieber kürzer und witziger als lang und mit Längen."

Von Johannes Löhr

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