Alex Rüger im Interview: Erwachen der Nacht

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Die Deep Space Night mit Alex Rüger aka. DJ LXR

Alex Rüger alias DJ LXR war in letzter Zeit etwas aus dem Rampenlicht verschwunden, nun ist er wieder voller Tatendrang und Sendungsbewusstsein.

Der passionierte Radiomacher („Deep Space Radio“) und Erfinder der galaktischen Eventreihe Deep Space Night hat kürzlich das „Erwachen der Nacht“ ausgerufen, in Anlehnung an die kommende Star Wars-Episode „Erwachen der Macht“, die am 17. Dezember in die Kinos kommt.

Welche Auswirkungen sein wieder erweckter Enthusiasmus hat und welche Überraschungen wir bei seiner Deep Space Night am Samstag in der Theaterfabrik erwarten dürfen, verriet uns Alex im Interview:

Du bist die letzten Jahre etwas kürzer getreten. Ist der Akku jetzt wieder voll aufgeladen?
Alex: Die Batterien waren nie leer und die Begeisterung nie erloschen. Aber speziell im Radiobereich musste ich teilweise sehr gegen Windmühlen ankämpfen. Deswegen haben wir Deep Space Radio auch für fünf Jahre stillgelegt, was sich jetzt aber wieder ändert. Denn ich habe das Radio über spezialisierte Nischenprogramme für mich völlig neu entdeckt.

Ich hab schon die erste Sendung mit DJ Romeo und Alex Lauder aufgezeichnet, die wie ein Blick hinter die Kulissen aufgebaut ist, aber zugleich auch verloren geglaubte Live-Mitschnitte aus vergangenen Tagen bietet. Diese Show ist bereits zu hören auf: www.DeepSpaceNight.de

Apropos DJ Romeo. Dein alter Mitstreiter legt am Samstag auch auf. Was habt ihr sonst noch Spezielles geplant?
Alex: Über meine zweite Firma Megalaser haben wir ganz frisch neue Effekte besorgt, die wir an dem Abend vorstellen werden, z.B. farbige Nebelsäulen, noch nicht erlebte Feuereffekte oder die neuesten Laser. Der optimale Hintergrund für unsere Showeinlagen.

Du selbst legst nicht mehr so oft auf wie früher. Wie kommt‘s?
Alex: Das fragen mich die Leute auch ganz oft. Aber ich genieße es, in meiner Funktion als Laser-Spezialist die Party mal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben, eher im Hintergrund zu agieren. Aber einzelne Stunden-Sets mache ich natürlich trotzdem noch ganz gerne und demnächst möglicherweise auch wieder verstärkt dort, wo ich sowieso mit meinen Firmen gebucht bin. Ich liebe solche Synergie-Effekte.

Du hast gerade deine anderen Aktivitäten schon erwähnt. Was machst du denn aktuell eigentlich alles?
Alex: 2015 bin ich sehr aktiv mit meinen neuen Firmen. An erster Stelle möchte ich Megalaser nennen. Hier geht es mir vor allem um die Freude an der Sache, um das Licht-Spektakel auf der Bühne, um die Las-Vegas-mäßigen Showelemente. Da kann man vieles toll inszenieren, muss aber speziell bei Feuereffekten auch höllisch aufpassen. Daher bin ich da auch immer an vorderster Front und sehr verlässlich. Privat bin ich übrigens auch ein leidenschaftlicher Feuerspucker.

All das bietet mir zugleich auch für die Deep Space Night wiederum tolle Synergie-Effekte. Als eine Art Dachgesellschaft für all diese Aktivitäten habe ich dann noch die Firma Event Endorphin ins Leben gerufen. Hier bündeln sich letztlich auch noch andere neue Kontakte, wie verschiedenste Künstler, z.B. LED-Roboter auf Stelzen oder eine fantastische Frau, die ich zuletzt in ihrer Rolle als „lebendes Büffet“ gesehen habe und mir auch sehr gut für gewisse Events vorstellen könnte.

Wie geht‘s denn mit der Deep Space Night weiter? Die aktuelle Location Theaterfabrik wird‘s ja nicht mehr ewig geben...
Alex: Das stimmt, nach dem aktuellen Stand der Dinge bis Ende 2016, eventuell auch noch 2017, wird‘s dort weitergehen. Momentan kann ich diese Nacht mit Münchens mächtigster Lasershow und den verrücktesten Pyro-Effekten leider nur im ein- bis zweimonatigen Rhythmus veranstalten. Ich hätte die Deep Space Night so gerne in einem wöchentlichen Rhythmus, aber in der Theaterfabrik kollidiere ich oft mit Konzerten, das ist dort leider nicht ideal.

Ein fester Club wäre toll, dort würde ich dann auch die begleitende Radiosendung mit Live-Übertragungen wieder aufnehmen. Aber ob das mit dem neuen Club klappt, steht noch in den Sternen. Sicher ist dafür, dass wir unser 19-jähriges Deep-Space-Night-Jubiläum im Dezember parallel zum Start der neuen Star-Wars-Episode feiern werden.

Könntest du dir eigentlich auch wieder einen festen regelmäßigen Radio-Job vorstellen oder ist das Kapitel für dich beendet?
Alex: Meine Leidenschaft fürs Radio ist nach wie vor groß. Doch ich muss heute ganz sicher keine Morningshow mehr machen. Ich stehe auch nicht gern früh auf, bin aber natürlich immer noch froh, wenn ich gute Musik verbreiten kann. Ein Jugendfreund, den ich vor Kurzem nach 20 Jahren wieder gesehen habe, brachte mich auf einen neuen Radio-Stream im Netz, der komplett auf Prince und seine Musik zugeschnitten ist.

Da hab ich dann als begeisterter Prince-Fan mal länger reingehört und mich so gefühlt, als ob mit einem Klick ein privater DJ nur für mich persönlich auflegt. Da kamen auch seltene Live-Mitschnitte oder Studiomaterial, das ich absolut noch nicht kannte. In dem Moment hab ich mir gedacht: Das Radio muss sich auch irgendwie neu erfinden, bei all den Möglichkeiten, die die heutige Infrastruktur und die mobilen Endgeräte so mit sich bringen.

Daher auch der Neubeginn mit unserem Deep Space Radio. Dafür suchen wir aktuell nach Radio-Kooperationspartnern, aber ich weiß noch nicht, was wirklich geschehen wird. Die Programmmacher haben unheimlich viel Angst, sind also echt schwer zu überzeugen.

Die vergebliche Liebesmüh‘ hat dir aber auch vor Jahren schon mal die Augen geöffnet, richtig?
Alex: Stimmt, die sturen Radioköpfe haben mir schon vor Jahren zu denken gegeben. Erst dadurch kam ich überhaupt auf die Idee, gewisse „Workaholic-Pfade“ nicht mehr weiterzuverfolgen, sondern sich auch mal etwas zu gönnen. Hinzu kam auch das Sommermärchen 2006, das war schon so etwas wie ein Erweckungserlebnis für mich: Die verschiedenen Kulturen beim Public Viewing, das tolle Wetter, so viel Freude und Menschen aus aller Welt um einen herum. Ich war in der Zeit wie geflasht vom Leben!

Und habe mich gefragt, warum eigentlich nicht öfter so? Wenn man seine Zeit spontaner einteilen kann, ist das schon ein immenser Vorteil. Also habe ich mein Radio-Engagement nach und nach zurückgefahren, bin viel mehr auf Reisen gegangen. Dabei hab ich eine neue Welt für mich entdeckt, und die Kanaren sind meine zweite Heimat geworden. Mein Leben hat sich inzwischen um 180 Grad gedreht, die Freizeit-Qualität hat sich deutlich verbessert.

Ich hatte zuletzt fantastische vier Jahre, man könnte es auch eine Art „Zwischenrente“ nennen. Jetzt klopft das „Workaholic-Herz“ aber wieder deutlich lauter, und mit etwas Glück werde ich meinen neuen und idealen „synergetischen“ Lebensweg finden.

Deep Space Night
Sa, 20. Juni, 22 Uhr
Theaterfabrik (Friedenstr. 10)

www.deepspacenight.de

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