Die besten Feier-Locations

Alles, was Luxus ist: Münchens Top 7 Clubs

München - Die tz-Klatschredaktion hat die sieben Top-Clubs der Stadt zusammengestellt. Wo feiert sich's am besten? Natürlich darf eine Institution nicht fehlen.

Wo tafelt die Münchner Prominenz, und wo kauft der Geldadel ein, wenn er nicht nur Couture, sondern eine ganze Villa braucht? Wo lässt man sich ­stylen? Und wer sind die letzten ­Paradiesvögel? Die tz-Klatschredaktion ist diesen Fragen nachgegangen (hier finden Sie Münchens Top 7 Bars) – bei echten Münchner Institu­tionen, die wir aus vielen Gesprächen mit der Haute­volee kennen. Die Auswahl ist durch und durch subjektiv – ganz nach dem Schickeria-Motto: In ist, wer drin ist. Und wer draußen ist, ist auch nicht out!

P1: Mutter aller Clubs

Der Einlass des P1.

Ein Leben ohne P1 ist möglich, aber sinnlos“, erklärte ­Sebastian Goller, Sohn von P1-Gesellschafter Franz Rauch und Nora Goller, frei nach einem Loriot-Zitat vor drei Jahren bei seinem Einstieg in den elterlichen Amüsierbetrieb am Haus der Kunst. Über dreißig Jahre lang war der Vater Geschäftsführer von Deutschlands bekanntestem Nachtclub in der Prinzregentenstraße 1, heute lenkt der 27-Jährige, der in Spanien Hotelmanagement studiert hat, zusammen mit seinem gleichaltrigen Prokuristen ­Dennis Dobry die Geschicke der Nobeldiskothek. Letzterer durchlief die klassische Laufbahn vom Spüler nach dem Abi über Wareneinkauf bis zum Betriebsleiter. Das avisierte BWL-Studium blieb dabei – vorerst – auf der Strecke. „Das Geschäft ist schwieriger geworden; es gibt mehr Konkurrenz, für jede Nische gibt’s gleich mehrere Läden, das macht die Herausforderung.“ Über den Preis will man sich nicht definieren, das wäre nicht Einser-like, eher über das Qualitätsniveau.

Draußen toben stakkato-artig die Bässe, die Partygänger tanzen wild auf dem marmornen Dancefloor zum Sound von ­Daniel ­Schreyer alias DJ Scream. Backstage, in der Ausgabe, steht Goller und gibt die großen Schampus-Flaschen aus. Hinter ihm hängt das Konterfei von P1-Gründer Alecco aus den 1960er-Jahren. Dessen Zitat soll Mahnung und Antrieb für die 80 Beschäftigten sein: „In zu sein, ist eine momentane Erscheinung, der Beste zu sein, ist eine Kunst.“

Für was also steht das P1 32 Jahre nach dem Einstieg von Michael Käfer? „Für High­society, Exklusivität und die unterschiedlichsten Gäste“, sagt dessen Patenkind ­Sebastian ­Goller. ­Eine Messingtafel legt Zeugnis ab von den Berühmten, die hier schon feierten: Robert De Niro, Leo DiCaprio, natürlich Mick ­Jagger, König Carl Gustaf von Schweden, Prinz ­Albert und Whitney Houston, die – so geht die Geschichte – im kleineren Ur-P1 (bis 1993 noch im Ostflügel) ihre Weltkarriere startete.

2016 ist das P1 längst ein anderes: größer, moderner, mit einem schicken Salon. Fürstin Glorias Tochter Elisabeth von Thurn und ­Taxis feierte hier ihren Polterabend. Wyclef Jean hat hier schon performt, auch ­Pharrell ­Williams und Kay One. „Musik wird immer wichtiger“, hat Dobry erkannt, wobei die DJs einen Spagat schaffen müssen für verschiedene Generationen: „House-lastiger Elektro-Sound mit HipHop-Einwürfen.“ Das P1 2016 ist breiter aufgestellt – das gilt auch für die Einlasspolitik. Auf das Etikett „Die strengste Türe der Stadt“ wollen sich die Neuen nicht mehr verlassen, zu groß ist die Konkurrenz. „Dress well, be nice“, sagt Goller. „Das gilt auch für Nicht-Stammgäste.“ Wobei auch schräge Vögel willkommen sind.

Helene: Frauen Ü30 erwünscht!

Florian Gleibs (l.) und Andreas Buchwalsky.

Florian Gleibs ist in Sachen Nightlife ein alter Haudegen, führt in der Augustenstraße ziemlich erfolgreich das Restaurant Schmock. Er weiß, was die Gäste wollen, und konnte das im letzten Jahr mit seinem ersten Club Helene (Occamstr. 5) auch umsetzen: „Ein richtig guter Club“, so hat Gleibs beobachtet, „muss einen unbefangen machen, muss dich dazu bringen, auch mal aus dir rauszugehen. Und dazu darf der Laden nicht zu cool sein.“

Das Helene von innnen.

Zusammen mit seinem Partner ­Andreas Buchwalsky sicherte er sich das ehemalige Albatross in der Occamstraße und machte daraus zusammen mit der Künstlerin Marija Mandic einen der schönsten Clubs der Stadt. Mit hoher Decke, freistehender Bar und gutem Sound. „Natürlich kommt es auch auf die Mischung der Gäste an“, versichert Gleibs, als Wacht am Rhein hat er den Hünen Les aus dem P1 engagiert. „Wir legen Wert auf ein eher erwachseneres ­Publikum, das von der ersten Sekunde an Vollgas gibt.“ Damen werden besonders hofiert. „Dass eine Frau über 30 länger als eine Minute vor der Türe stehen muss, wird es bei uns nie geben!“

Milchbar: Wasser gibt's gratis

­Jakob (r.) und Florian Faltenbacher, in deren Milchbar der Gast gratis ­Wasser zapfen kann.

Drei Dinge sind hier in Stein gemeißelt, trotz der vier Umzüge seit der Eröffnung vor 19 Jahren: „Rot bleibt, eine große zentrale Bar und keine Sitzplätze, schon gar nicht am Tresen“, sagt Jakob Falten­bacher, der die Milchbar zusammen mit seinem Bruder Florian 1997 erfand. In der Milchbar (Sonnenstr. 27) gibt es (fast) alles – außer Milch. „In den ersten Wochen im Kunstpark Ost servierten wir tatsächlich noch Milchshakes, aber die wollte keiner“, erinnert sich der 44-jährige Szenegastronom. Statt Proteinen gibt es Longdrinks wie Wodka-Bull, Cuba Libre, Gin ­Tonic oder Bier. „Jeder weiß, was er hier bekommt: gute Stimmung, gute Party, gut eingeschenkte Drinks, und das fast jeden Abend.“ Tatsächlich gibt’s kaum einen Club, der nur am Sonntag ruht und auch unter Woche dank Motto-Partys wie dem Mädchen-House, der 90s-Party oder dem Blue Monday gut gefüllt ist. Verlässlich ist auch der Umzug in eine neue Location alle paar Jahre. „Das hält jung“, sagt Faltenbacher. Promi-Faktor? Otti Fischer war mal da, ihm zu Ehren hat man erstmals einen Stuhl in die Bar gestellt. „Sonst sind wir für Promis nicht bekannt, und die, die kommen, die wollen nicht genannt werden.“

Paradiso: Hier lebt Freddie weiter

Die Geburtstagsfeiern des Paradiso sind legendär.

Der Club ist sein ganzes Glück. 2008 eröffnete Jürgen Mair die ­Paradiso Tanzbar. „Alles, was ich habe und bin, habe ich dem Paradiso zu verdanken“, sagt Mair. Kurz nach dem Opening lernte er hier seine ­Dana kennen, kurz darauf kam Stammhalter Veit zur Welt, und letztes Jahr erweiterte Mair sein Reich mit dem benachbarten ChiChi-Restaurant-Bar-Mix. Im Paradiso war einst das legendäre Henderson, hier gingen Mick Jagger, David Bowie und vor allem Freddie ­Mercury ein und aus, der Queen-Frontmann feierte hier seinen 38. Geburtstag und ließ aus der exzessiven Party das Video zu seinem Hit Living on my Own schneiden. Dafür ließ der Sänger eigens einen großen Facetten-Spiegel anbringen, eines der wenigen Originale, die noch heute den Club schmücken. Und trotzdem hat sich der Stil kaum verändert – vom bunten Disco-Boden bis zur DJ-Kanzel über der Garderobe. Von der erschallt anspruchsvolle Party-Mucke für erwachseneres Publikum, das am Wochenende vom Türsteher sortiert wird. Promis wie Printen-König Dr. Hermann Bühlbecker oder 007-Bösewicht Detlef ­Bothe haben mit dem aber keine Probleme.

Pacha: Mit Style & Status zum Spaß

Eine Dame tanzt im Pacha.

„Im Grunde geht es immer um das Gleiche: Spaß zu haben!“ Den bietet ­Michael Kern in seinem Pacha nun schon seit 15 Jahren – erst in Ramersdorf, seit 2004 im ehemaligen Nachtcafé am Maximiliansplatz. Der Club ist von der Marke aus Ibiza lizensiert und definiert sich – neben dem Spaß – vor allem über gute Qualität, prominentes DJ-Booking und nicht minder prominente Gäste. David Guetta legte hier bereits auf, auch Carl Cox, Sven Väth, David Morales oder Take-That-Star Howard Donald. Die Türsteher gehören zu den strengeren ihrer Zunft. Kern, der dort auch oft selbst die Auslese betreibt, nennt die Türpolitik „gut gelaunte Willkommenskultur“. Der wird insbesondere teilhaftig, wer zum kickenden Personal dies- und jenseits der Grünwalder Straße gehört oder Schauspieler ist wie Francis Fulton Smith oder Erol Sander. Zur Not hilft aber auch: „Money, body, style or status.“ Dann klappt’s auch mit dem Spaß drinnen, wobei der 49-Jährige gewisse Veränderungen im Nachleben beobachtet hat: „Es feiert sich nicht mehr ganz so unbeschwert wie früher.“

Nightclub: Freundlich, live und offen

Livemusik höchster Güte zeichnet diesen Nachtclub aus.

Einer von Münchens „besten“ ist zugleich einer der ältesten Clubs: Seit 53 Jahren gibt es den Nightclub im Hotel Bayerischer Hof (Promenadepl. 2-6). Live-Bühne, Bar, ein wenig Diskothek – vor allem aber Live-Musik-Club. Für das ­Booking ist Katherina Ehmki zuständig. Zuerst vermittelte sie als Agentin Künstler in den Nightclub, irgendwann fragte sie Hotelchefin Innegrit Volkhardt, ob sie nicht ganz übernehmen wolle. „Ich liebe den Club“, sagt Ehmki. „Das freundliche Klima, die Mischung aus Münchnern und internationalen Gästen, die Cocktails, die Musik.“ Besonders dann, wenn sich, wie beim Jazz-Sommer, Musiklegenden und Newcomer das Mikrofon in die Hand geben. ­Kyle Eastwood trat hier auf, Tony Allen, John McLaughlin oder auch Chris de Burgh, der eigentlich nur als Gast kam. Es gab mal eine wüste Keilerei mit der Brit-Pop-Band Oasis. Ehmki ist die Geschichte unangenehm. Man definiert sich hier lieber über die freundliche, offene Atmosphäre, die kein Türsteher einschränkt, und natürlich die Crème de la Crème der Musikwelt.

Harry Klein: Überdurchschnittlich!

Ein Blick ins Harry Klein.

DerClub ist benannt nach dem so bekannten Durchschnittsdeutschen, Kommissar Derricks Kollegen Harry-„hol schon mal den Wagen“-Klein. Das war’s dann aber auch schon mit Durchschnitt in Münchens Tempel für zeitgenössische Party-Musik, an dessen DJ-Altar die Techno- und House-Priester ihre Hochämter feiern. Harry-Klein-Chef David Süß ist ein Pionier des Elektro-Clubbing, Mitte der 1990er-Jahre begann er mit dem legendären Ultraschall in Riem, zog damit später in den Kunstpark Ost, eröffnete dann im Optimol sein erstes Harry Klein, mit dem er 2009 an die Sonnenstraße 8 zog.

In Umfragen des renommierten DJ-Mag wurde der Club unter die besten 50 weltweit gewählt. Promis sind hier weniger zu Gast, die Stars sind DJ-Ikonen wie Paul Kalkbrenner oder auch Solomon, die längst große Stadien füllen. Daneben aber auch die Videojockeys, die die Musik in eklektische Animationen zum Eintauchen umwandeln.

Rubriklistenbild: © Jantz Sigi

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