Von der HFF ins Schlachthof-Viertel

Bahnwärter Thiel: Das Kulturprojekt kommt auf das Viehhof-Gelände zurück

München - Im Mai musste der Bahnwärter Thiel das Viehhof-Gelände verlassen und zog auf die grüne Wiese vor der Hochschule für Film und Fernsehen. Nun heißt es für das alternative Kulturprojekt Bahnwärter Thiel: Zurück in die Heimat.

In den nächsten Tagen wird der Bahnwärter Thiel, ein ausrangierter Waggon aus den 50er-Jahren wieder quer durch München rollen, um letztlich wieder dort zu landen, wo alles seinen Anfang nahm: auf dem Viehhof-Gelände. 

Der Bahnwärter Thiel als Zentrum für Subkultur

Der Bahnwärter Thiel fand vor der HFF eine neue Heimat.

Im November 2015 tauchte der museumsreife Schienenzug zum ersten Mal als Bestandteil des alternativen Weihnachtsmarktes „Märchenbazar“im Schlachthofviertel auf. Danach fanden im Bahnwärter Thiel-Waggon und in der angrenzenden Halle auf dem Viehhof-Gelände für ein halbes Jahr Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Flohmärkte und Clubnächte statt.  Im  Mai 2016 musste der ausrangierte Waggon allerdings umziehen: auf die grüne Wiese vor der Hochschule für Film und Fernsehen. 

Bahnwärter Thiel zieht zurück aufs Viehhof-Gelände

Die Zeiten des „Bahnwärter Thiel“ in der Nähe der Pinakotheken sind jetzt vorbei: Denn am Kirchweihsonntag feierten das Bahnwärter-Team und die Zuggäste in der musealen Umgebung der Pinakotheken ein großes Abschlussfest mit Musik von Chewi Nation, Stephan Worbs, Antò Nio und Melli Zech. 

Den Sommer über hatte das alternative Projekt von Daniel Hahn und seinen Mitstreitern aus dem Umfeld des Künstlerkollektivs „Wannda“ in der Maxvorstadt eine zwischenzeitliche Heimat gefunden. Dafür setzte sich die Regisseurin Doris Dörrie und die benachbarte Filmhochschule ein. Nun steht der planmäßige Umzug an.

Die Zukunft des Kulturprojekts Bahnwärter Thiel

Auch auf dem Viehhof-Gelände in der Tumblingerstr. 29 sollen den Winter über bis Anfang Mai wieder Kulturveranstaltungen stattfinden: Am 28. Oktober findet am alten Schauplatz außerdem die große Wiedereröffnung im Schlachthofviertel statt. Auf der brachliegenden Fläche, die voraussichtlich ab 2020 dem Volkstheater eine neue Heimat bietet, wird aktuell der ehemalige Lenbachpavillon aufgebaut. 

Der Zugwaggon des Kulturprojekts soll anschließend in das containerartige Gesamtensemble integriert werden. Dazu gesellt sich ein riesiger Kran, der „Kranwärter Thiel“, der beim Auf- und Abbau der Kulturhalle hilft. Der Kran bleibt danach als Stilelement stehen und soll mit Kunstinstallationen behängt werden.

Neuerungen wird es auch im Programm geben: Neben den Clubnächten mit nationalen DJ-Größen am Wochenende und den Schienenbus-Konzerten jeden Mittwoch ist dienstags ein Kabarett-Abend geplant und donnerstags klassische Tanzabende zwischen Swing und Latin. 

Einmal im Monat werden auch Tanz- und Theatergruppen im Rampenlicht der Bahnwärter-Bühne stehen: Am 30. Oktober beispielsweise die Nagynauten mit dem Stück „Orpheus Inferno“. Auch Kinovorführungen mit Filmen und Dokumentationen sind geplant.

Auch interessant

Kommentare