Der Besitzer steht selbst am Mischpult

Barella: Eine Bar wie ein Wohnzimmer

München - Der Münchner Szene-Gastronom Christian Eiber eröffnet am Samstag in Ottobrunn seine Bar „Barella“. 

Als 1968 Roger Vadim seinen neuesten Film Barbarella mit Jane Fonda in der Hauptrolle in die Kinos brachte, attestierten ihm die Kritiker, dass er „so schlecht ist, dass er schon wieder gut“ sei. Ein anderer lobte die „ausgefallenen, wenngleich auch wieder billig aussehenden Sets“, und retrospektiv wurde ihm bescheinigt, bahnbrechend für das gewesen zu sein, was in den 1970er-Jahren als Sex-Welle bekannt wurde. Allesamt Attribute, die auch einem Nachtclub gut anstehen würden, ganz abgesehen davon, dass Barbarella längst Kult ist.

Nun macht sich der Münchner Szene-Gastronom Christian Eiber das Image des Trash-Movies zunutze – und eröffnet am Samstag seine Bar Barella. Im Keller des Wolf-Ferrari-Haus zu Ottobrunn, in dem er bereits 1989 sein Scala eröffnete. Damals hieß das noch Diskothek, nicht Club. 1993 zog er Scala in die Stadt um, unter die Arkaden der Landesbank am Oskar-Miller-Ring, den Laden in Ottobrunn nannte er Subway. Das Spiel ging vier Jahre lang gut, dann zog das Scala zurück vor die Stadt, fast 20 Jahre lang blieb es dort.

Gemütliche Bar im Sixties-Look

2014 gab er die Location im Wolf-Ferrari-Haus auf, ging mit dem Scala ins ehemalige Nektar am Gasteig, in der alten Heimat entstand derweil der Club 33. Der allerdings nicht so lief, wie der neue Betreiber hoffte. „Etwas orientierungslos“ urteilt Eiber über die Unternehmung seines Nachfolgers – und kaufte den Club nun zurück. Kein Scala will er dort nun mehr machen, sondern die Bar Barella, eingerichtet als Wohnzimmer eines Sixties-Raumschiffes. Mit allem, was man damit optisch verbindet: Ball-Chairs, Lava-Lampen und die psychedelischen Effekte von Farbschlieren aus Space-Projektoren, die ihr Licht durch sich langsam drehende, farbige Ölscheiben werfen. Eiber betrachtet den neuen Club eher als Hobby, sein Geld verdient er längst mit der Herstellung von Energy-Drinks. Vor allem im Nahen Osten ist sein Crown’s schwer beliebt.

In seiner Bar Barella will Eiber nun wieder selbst am Mischpult stehen, mit einer Mischung aus Surf-Sound, Deep House, 60ies und 70ies-Musik. „Aber eher unbekanntere Sachen, das wird alles andere als eine Ü30-Party“ warnt Eiber. Und teilt vorsichtshalber mit, dass er das bei derartigen Vergnügungen sehr beliebte It’s raining men bereits 1991 in die Tonne trat. „Dieses furchtbare Mit-Gewalt-die-Tanzfläche-Füllen!“ Die Bar Barella eröffnet am Samstag um 22 Uhr „Am Bogen 33“ in Ottobrunn. Ab dem 11. November hat der Club auch freitags geöffnet.

Thomas Osswald

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