Bilanz der Polizei: So war die Ski-WM

Garmisch-Partenkirchen - Zum Abschluss der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen hat nun auch das Polizeipräsideium Oberbayern Süd seine Bilanz vorgelegt. So war die Ski-WM.

Insgesamt hat es während der Ski-WM nur eine gefährliche Situation gegeben, als am Samstag, 12. Februar, gegen 19 Uhr Unbekannte bei der Siegerehrung von Erik Guay aus Kanada im Kurpark zwei sogenannte Bengalische Feuer gezündet hatten. Ansonsten fällt die Bilanz des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd durchweg positiv aus.

„Die intensiven Vorarbeiten und der tägliche Einsatz von bis zu 200 Polizeibeamten haben sich gelohnt“, betont Pressesprecher Andreas Guske. „Die Veranstaltung verlief ohne Sicherheitsstörungen und auch im Verkehrsbereich kam es zu keinen nennenswerten Problemen.“

So hätten viele Besucher das umfangreiche Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel genutzt, was wesentlich zur überwiegend entspannten Verkehrssituation beigetragen habe. „Auch die Garmisch-Partenkirchner blieben besonnen und reagierten trotz so mancher Straßensperrung, einer Vielzahl von Halteverbotszeichen, ungewohnter Einbahnregelungen und teils erhöhtem Parkdruck absolut gelassen“, betont Guske. Deshalb habe die Polizei nur etwa 120 Verwarnungen ausstellen und drei Autos abschleppen müssen.

Bier, Plomben und Käse: Die besten Sprüche der Ski-WM

Bier, Plomben und Käse: Die besten Sprüche der Ski-WM

“Ich versuche anständig zu essen und habe aufgehört, Bier zu trinken.“ (Alpin-Exot Jean Pierre Roy, Skirennfahrer aus Haiti, über einen Punkt seiner WM-Vorbereitung) © dpa
“Wegen der Absage bin ich sehr enttäuscht, aber das Leben geht weiter.“ (Die amerikanische Skirennfahrerin Lindsey Vonn frei nach Dragoslav “Stepi“ Stepanovic, früherer Trainer etwa von Eintracht Frankfurt und den Stuttgarter Kickers, über ihren Verzicht für den Rest der WM) © dpa
“Ich freue mich schon auf das Bild, wie der Polizist in der Mitte steht und die Athleten anhält und ihnen ein Ticket gibt...“ (FIS-Präsident Gian Franco Kasper auf die Frage, ob Geschwindigkeiten im Skirennsport ein Ansatzpunkt für Sicherheit wären) © dpa
“Ich komme sicher jedes Jahr wieder her zum Wallfahrten.“ (Die österreichische Doppel-Weltmeisterin Elisabeth Görgl) © dpa
“Ich glaube, dass ihr das Singen, der Auftritt sehr viel Lockerheit gegeben hat. Sie hat die Leute begeistert.“ (Österreichs Sportdirektor Hans Pum über Doppel-Weltmeisterin Elisabeth Görgl und deren WM-Song) © dpa
“Er ist unkompliziert und einfach - fast so wie die Traumfrau sein sollte.“ (Christof Innerhofer am Montag in Garmisch-Partenkirchen nach Silber in der Kombination über seinen drittplatzierten Teamkollegen Peter Fill) © dpa
“Es war klar, dass kein Kraut gegen den Aksel gewachsen ist, wenn der durchkommt.“ (Der Vierte der Kombinations, Benjamin Raich (Österreich), am Montag in Garmisch-Partenkirchen über Aksel Lund Svindal (Norwegen), der ihn vom Podest verdrängte) © dpa
“In meiner bisherigen sportlichen Betreuung habe ich eine solche Kombination einer grandiosen sportlichen und charakterlichen Leistung noch nicht erlebt. Sie ist ein wahrer Profi und Champion.“ (Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Skiverbandes, über die Leistung von Maria Riesch) © dpa
“Wenn es ein bisschen länger gedauert hätte, wäre ich pinkeln gegangen, denn ich hatte Druck.“ (Der Schweizer Silbermedaillengewinner Didier Cuche über die Unterbrechungspause vor seinem Start) © dpa
“Das interessiert mich null und nix, das ist für mich völlig uninteressant.“ (Der österreichische Cheftrainer Mathias Berthold über die sechsjährige Wartezeit seiner Abfahrer auf eine Medaille) © dpa
“Das stand noch auf meiner To-do-Liste.“ (Abfahrts-Weltmeister Erik Guay) © dpa
“Wenn die Lindsey meint, sie fährt rückwärts runter, dann soll sie rückwärts runter fahren.“ (Der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier auf die Frage zur möglichen Renntaktik der Amerikanerin Lindsey Vonn in der Super-Kombination am Freitag) © dpa
“Es ist so schwierig, ich habe oben gedacht, dass ich schon zwei Jahre nicht mehr auf Skiern gestanden habe.“ (Der Oberstdorfer Tobias Stechert nach dem Abfahrtstraining am Donnerstag zur herausfordernden Kandahar-Piste) © dpa
“Es schüttelt einen richtig durch. Der Kopf wackelt im Ziel weiter. Zum Glück sind meine Plomben alle noch drinnen.“ (Der Österreicher Michael Walchhofer zum gleichen Thema) © Getty
“Als Athlet muss man schauen, dass man mit allen Verhältnissen zurecht kommt. Aber diese Piste ist eigentlich ein Wahnsinn.“ (Walchhofers Teamkollege Benjamin Raich) © Getty
“Wir müssen uns auf Silber und Bronze konzentrieren. Gold holt der Innerhofer.“ (Der Schweizer Didier Cuche nachdem Super-G-Sieger Christof Innerhofer die überlegene Bestzeit im Training zur Abfahrt gefahren war) © Getty
“Er ist ein alter Fuchs. Er hat schon so oft bei Rennen auf den Podium gestanden und ich nur im Training.“ (Innerhofer schiebt die Favoritenrolle an Cuche zurück) © Getty
„Mein Kopf fühlte sich an wie in einem Schraubstock.“ (Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn zu den Nachwirkungen ihres Sturzes) © Getty
„In der Hölle ist es so eisig, da spiegelt man sich fast selber.“ (Gina Stechert am Montag nach der Hangbefahrung für den Super-G auf der Kandahar-Piste) © Getty
„Die beste Eröffnungsfeier war damals in Saalbach. Die wurde abgesagt, das war äußerst angenehm und schnell.“ (Gian Franco Kasper, Präsident des Ski-Weltverbands FIS, über Eröffnungsfeiern bei Weltmeisterschaften) © dpa
„Heute haben wir sehr viel Energie verbrannt wie eine Nuklearzentrale.“ (Der kroatische Bronzemedaillengewinner Ivica Kostelic nach dem Super-G) © dpa
„Sex ist doch immer gut“ (Die US-Amerikanerin Julia Mancuso zu einem ORF-Reporter, der sie zu Platz sechs in der Abfahrt befragte) © dpa
„Ich kann mir keinen Käse über meinen Kopf machen, das ist ja kein Schienbein.“ (Lindsey Vonn zu ihrer in der vorvergangenen Woche erlittenen Gehirnerschütterung. Mit Quarkwickeln hatte die Amerikanerin vor Olympia ihre Schuhrandprellung behandelt) © Getty
“Ich war der Älteste in der Mannschaft - so schnell geht's.“ (Der 26 Jahre alte Felix Neureuther, der 2005 beim WM-Sieg im Team-Wettbewerb noch der jüngste in der deutschen Mannschaft war) © dpa

Verglichen mit den hohen Besucherzahlen – nach Angaben der Polizei waren über 130 000 Ski-Fans nach Garmisch- Partenkirchen gekommen – seien außerdem nur wenige Jugendliche auffällig geworden. „Insgesamt wurden wegen Alkoholisierung oder deutlicher ,Überschreitung der Ausgehzeit‘ 16 Jugendliche vorübergehend in Gewahrsam genommen und den Eltern überstellt“, bilanziert Guske. „Eine ganze Reihe unter 18-Jähriger büßte bei Jugendschutzkontrollen mitgeführte Zigaretten ein.“

Auch die Anzahl der Straftaten während der vergangenen zwei Wochen hielt sich nach Angaben der Polizei in Grenzen. „Nur selten mussten die Sicherheitskräfte schlichtend eingreifen, wenn angetrunkene Partygänger über die Strenge schlugen“, weiß Guske. „Nennenswerte Auseinandersetzungen und Körperverletzungsdelikte wurden nicht bekannt.“ Dafür machte ein Diebespärchen Schlagzeilen, das nach einigen Hoteldiebstählen festgenommen werden konnte und sich jetzt in Untersuchungshaft befindet. Ein norwegischer WM-Besucher hatte laut Guske außerdem eine echt wirkende Dekorationspistole gestohlen und wollte damit in ein Lokal. „Er scheiterte am Sicherheitspersonal und wurde zur Anzeige gebracht.“

SILKE SCHEDER

Rubriklistenbild: © AP

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