Café Cord: Für drei Minuten auf die große Bühne

Matt Deveraux

Wie jeden Donnerstag wird auch heute Abend bei „3 Minutes Madness“ in der Cafe Cord Lounge die Bühne für Künstler aller Couleur geöffnet. Alles über diese ganz besondere Veranstaltung findet Ihr hier...

Nur drei Minuten Auftritt, das war die Idee von Matt Deveraux und Moses Wolf vor zwölf Jahren. Sonst würden sie dem Andrang nicht Herr werden, wenn die Partygänger die „Open Stage“ stürmen, die sie jeden Mittwoch im Starsky’s Club des Kunstpark Ost einrichten wollten. Folgerichtig nannte Matt Deveraux, der zugleich auch Chef des kleinen Clubs war, die Veranstaltung „3 Minutes Madness“. „Da konnte jeder wirklich machen, was er wollte, Je verrückter, desto besser“ erinnert sich der Kanadier, der Mitte der 1990er Jahre nach München kam.

Die Café Cord Lounge in der Josephspitalstraße 15

„Wir hatten Trommler, Comedians, Table-Dancer – auch mal einen 80-jährigen Stripper.“ Das mit dem Ansturm war dann aber doch nicht so wie erwartet, weshalb die wenigen Auftritte sich auch schon mal eine dreiviertel Stunde hinzogen – mangels Alternative. Und die beiden Veranstalter deshalb zu Stand-up Comedians wurden. „Ich hatte das vorher nie gemacht“ sagt Deveraux, „aber wir mussten die Zeit zwischen den wenigen Einlagen ja irgendwie überbrücken.“ Es war eine harte Schule für ihn, die sich aber ausgezahlt hat. Als er kürzlich beim Comedy-Festival in Köln vor mehreren hundert Zuschauern auftrat, „da war das sowas von easy, die haben alle gelacht. Aber die waren darauf schon vorher programmiert, die zahlten dafür sogar Eintritt.“

Bei den „3 Minute Madness“-Shows mussten die Hosts jeden einzelnen Gast erst mal überzeugen, sie bekommen, das war hart. Und dann sagt er in seinem Mix aus Englisch und Deutsch was, das sich wie der Refrain des Frank Sinatra Klassikers New York anhört: „If you can make it there, you can make it anywhere“ – wenn Du es da schaffst, dann überall. Den Kunstpark gibt’s längst nicht mehr, mit ihm verschwand auch das Starsky’s, für das in der neuen Kultfabrik kein Platz mehr war. „3 Minutes Madness“ allerdings gibt es immer noch, besser gesagt: wieder – seitdem der Kanadier Deveraux letztes Jahr nach Stationen in Toronto und London nach München zurückkehrte.

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Jeden Donnerstag verwandelt er seitdem die kleine Lounge neben dem Café Cord in ein wahres Tollhaus. Zwar wechseln die Acts noch immer nicht alle drei Minuten, aber immerhin so oft, dass sich Interessenten mittlerweile anmelden müssen, wenn sie auf der Mini-Bühne ihre Kunst aufführen wollen. Es sei denn, es geht ihnen wie den beiden Französinnen, die mit ihren Geigenkästen kürzlich auf der anderen Straßenseite vorbeigingen. Deveraux hielt gerade sein Stand-up Programm, als er die zwei entdeckte und mit eingeschaltetem Funk-Mikrophon auf die Straße lief, um sie auf einen Drink einzuladen. „Als ich mit den Mädels zurückkehrte, gab’s Riesen-Applaus, die Gäste konnten ja alles mit anhören.“ Die beiden Musikerinnen bekamen die versprochenen Drinks, das Publikum dafür ein kleines Streichkonzert.

„3 Minutes Madness“, Café Cord Lounge, Josephspitalstraße 15, jeden Donnerstag ab 21 Uhr.

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