The Chainsmokers im Interview

Andrew Taggert und Alex Pall sind die Chainsmokers.

Die Soundclub-Partyreihe fährt am Freitag mal wieder schwere Geschütze auf und holt The Chainsmokers, Plastik Funk und Le Shuuk ans Neuraum-Mischpult.

„Tomorrowland-Feeling mitten in München“ verspricht die Eigenwerbung, was übersetzt etwa heißen soll, dass stadiontaugliche elektronische Dance-Music – kurz EDM – durch die Boxen gejagt wird und die Massen tanzen, als gäbe es kein Morgen mehr. 

Die Hauptprotagonisten der Nacht sind Andrew Taggert und Alex Pall von The Chainsmokers, die 2014 mit ihrem Megahit „#Selfie“ die Billboard-Dance-Charts in den USA anführten und mehr als 300 Millionen Views auf Youtube anhäuften. Auch ihr aktueller Song „Roses“ ist der Renner, hat schon Platin-Status in den USA und erreichte in Deutschland die Top 40. Wir konnten mit den beiden New Yorker Überfliegern vor ihrem Gig im Neuraum sprechen.

Hallo Jungs, meines Wissens nach seid ihr das erste Mal als Musiker in München. Was erwartet ihr euch hier?
Chainsmokers: Nun, wir sind in Deutschland schon etwas herumgereist und haben bisher jede Stadt geliebt, die wir besucht haben. Die Leute sind immer unglaublich freundlich, die Städte sind sauber und das Essen schmeckt wunderbar. Wir sind riesengroße Schnitzel-Fans! Außerdem mögt ihr hier Bier genauso gern wie wir, das ist fast wie eine himmlische Fügung.

Aber ihr wisst schon, dass hier in den Bars und Clubs Rauchverbot herrscht? Ist das ein Problem für euch als die Chainsmokers?
Chainsmokers: Nein, wir rauchen gar nicht und bevorzugen grundsätzlich auch rauchfreie Zonen. So romantisch und genussvoll Zigaretten auch sein können, wir sind uns voll bewusst, welchen Schaden sie anrichten. Also haben wir das Thema ad acta gelegt. Wir machen lieber 20 Jahre länger Musik!

Eure aktuelle Single „Roses“ ist mit eigenem Gesang und gedrosseltem Tempo anders im Vergleich zu früheren Produktionen. Ist das euer neuer Stil oder nur ein Nachweis für eure Vielseitigkeit?
Chainsmokers: Wir finden, es ist eher ein Ausdruck unserer Vielseitigkeit. Wir versuchen schon immer, uns auf verschiedene Menschen einzustellen und nicht an einem Genre oder Stil festzukleben. Wir wollen auf jeden Fall immer nur das machen, was sich im Moment für uns richtig anfühlt. Zu diesem ganzen Prozess gehört, dass wir etwas ausprobieren und uns musikalischen Herausforderungen stellen. Wir brauchen das Gefühl, uns kontinuierlich zu pushen, um bessere Musiker zu werden.

Mit „Roses“ seid ihr schon zum zweiten Mal in den deutschen Single-Charts. Habt ihr ein bestimmtes Erfolgsrezept?
Chainsmokers: Nein, kein Rezept. Wir versuchen nicht, irgendwelchen Trends hinterherzurennen, sondern machen bloß die Musik, die sich für uns richtig anfühlt, bei wir nichts forcieren müssen, das uns nicht entspricht. Das ist dann so ein Gefühl, das man schwer beschreiben kann. Es macht einfach Klick und damit passt alles.

Ihr habt extra eine Hotline für eure Fans eingerichtet, über die sie eigene Coverversionen von „Roses“ präsentieren konnten. Seid ihr dabei auf interessante Talente gestoßen?
Chainsmokers: Ja, das war so cool! Die meisten Anrufer haben zwar nicht direkt gesungen, aber trotzdem war‘s wirklich lustig und wir haben tolles Feedback bekommen. Ein paar von den Leuten haben wir auch noch mal zurückgerufen und dann noch sehr amüsante Gespräche gehabt. Solche Aktionen machen uns wirklich Spaß!

Ihr seid sehr clever und aktiv auf den Social-Media-Plattformen. Wie wichtig sind Facebook, Youtube und Co für euch?
Chainsmokers: Das ist wohl die wichtigste Sache nach der Musik. Heutzutage hat man so viele Wege, sich darzustellen und die Leute wissen zu lassen, wer du bist. In manchen Fällen mag die Musik schon für sich sprechen, aber manchmal wollen die Leite auch mehr von dir wissen und fordern das auch ein. Wir persönlich lieben ja diese enge Verbindung zu unseren Fans, Social Media ist dabei eine tolle Hilfe und immer noch total spannend für uns und unsere Fans.

Kürzlich wart ihr im US-Fernsehen bei der sehr populären „Tonight Show with Jimmy Fallon“ zu Gast. Wie fielen die Reaktionen danach aus?
Chainsmokers: Es war uns eine große Freude, verbunden mit einer gewissen Erleichterung nach der Show. Denn in dieser Woche hatten wir fünf längere Flüge und sechs Auftritte zu bewältigen und befürchteten schon, wir könnten dadurch völlig ausgebrannt sein. Aber wir haben uns mit unserem Team reingehängt, damit die Show gut über die Bühne geht, und zum Glück hat auch nalles geklappt. Jimmy Fallon ist ein erstaunlicher Typ, wie auch seine Studioband und die ganzen Mitarbeiter. So kam also eine ganz wunderbare Erfahrung für uns am Ende heraus.

Am Anfang eurer Karriere wurdet ihr über eure Remixe für Bands wie Two Door Cinema Club, Daughter oder Phoenix bekannt. Waren diese Remix-Arbeiten tatsächlich der große Türöffner?
Chainsmokers: All diese Remixe haben uns geholfen. Unser Name war dadurch direkt mit diesen wundervollen Künstlern verbunden und wir konnten jedes Mal einige von deren Fans auch für uns gewinnen. Außerdem hat uns das Aufmerksamkeit im Musikbusiness und in der Blogger-Szene verschafft. Normalerweise klickt doch niemand auf einen völlig fremden Link. Aber wenn der Link von einer deiner Lieblingsbands stammt, tust du es viel eher. Und das hat uns geholfen.

Arbeitet ihr aktuell an neuen Remixen?
Chainsmokers: Im Moment nicht. Das liegt aber nicht daran, dass wir die Lust darauf verloren hätten, sondern vielmehr am Zeitmangel und daran, dass wir uns im Augenblick auf unsere eigenen Produktionen fokussieren wollen, auch wenn wir einige Remix-Anfragen in der Schublade haben.

Was erwartet uns als nächstes aus dem Chainsmokers-Studio?
Chainsmokers: Wir haben hier in Europa ganz aktuell die Single „Don‘t let me down“ mit der Sängerin Daya veröffentlicht, die solltet ihr euch mal anhören. Auch die nächste Single wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Neuraum (Arnulfstr. 17)
Fr, 26.2., 22.30 Uhr
www.neuraum.de

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