Das neue P 1 ist 2010 fertig

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Klaus Gunschmann.

Für Deutschlands bekanntesten Nachtclub, das P 1, wird 2009 ein Jahr des Umbruchs.

Zum Jahreswechsel verließ Klaus Gunschmann nach fast 20 Jahren die Diskothek im Haus der Kunst, er hatte sich vom DJ, Türsteher, Betriebsleiter bis zum Geschäftsführer empor gearbeitet. Von nun an will er mit seiner eigenen Agentur die Vermarktung der Marke P 1 in aller Welt vorantreiben, dazu gehört auch die Suche nach neuen Standorten.

Nun steht fest, wer Gunschmanns Nachfolge im P 1 Antritt: der Neue, der eigentlich gar kein Neuer ist, weil er schon seit einigen Jahren am P 1-Rad dreht, heißt Rado Pavlov und war bisher „technischer Leiter“. Nun wird er Geschäftsführer der P 1 Gaststätten GmbH und „er wird auch die Konzession zum Betrieb des Nachtlokals halten“, bestätigte Franz Rauch, Gesellschafter und mit Michael Käfer Mastermind der Nobel-Disse.

Die Personalentscheidung ist indes nur ein Klacks im Gegensatz zu dem, was dem „Oanser“ dieses Jahr noch bevor steht. Im August soll nun definitiv der Umbau beginnen, und der wird wohl spektakulärer und radikaler, als bisher gedacht. Bereits letztes Jahr räumte Rauch ein, dass er mit dem P 1 wieder exklusiver werden will, und dazu auch die Räume verkleinern wird. Nun ist es amtlich. In einer Bauzeit von rund sieben Monaten wird das zuletzt 2004 von Stararchitekt Matteo Thun aufwändig neu gestaltete „Prinzregentenstüberl“ zurückgebaut, weg vom Umfang einer Großraum-Diskothek und wieder hin zum kleinen, feinen, elitären Nachtclub.

Die P1-Fans müssen während der Bau-Phase dennoch nicht ganz auf ihre Club-Heimat verzichten. Pünktlich mit dem Beginn der Arbeiten zieht die Diskothek einen Stock höher in den ehemaligen Theatersaal des Haus der Kunst, den Käfer & Co. bereits im Herbst als Ausweich-Location testeten. Mehr als 12 Meter hohe Decken, Glasdach und Steinfußboden bestimmen die Räumlichkeiten. Und für P 1-Enthusiasten ganz wichtig: die Zwischenlösung erinnert verdammt an das Ur-P 1 im Ostflügel des Museums, das Käfer 1984 von Hansi Grandl (Parkcafé) übernahm.

Wie genau das neue P 1 aussehen soll, darüber ist sich auch Franz Rauch noch nicht ganz im Klaren. „Wir haben uns bislang weder auf Pläne noch auf Architekten fest gelegt“, erklärt der Gastronom (ist mit seiner ROK-Gruppe auch Betreiber des Café Forum und verschiedener Wirtshäuser). „Fest steht nur, dass wir verkleinern.“

Derzeit jettet Rauch zu internationalen Top-Clubs, um Anregungen zu holen, demnächst steht Beirut auf dem Flugplan „dort gibt es einen Club, der ganz im Bunker-Stil gebaut ist“. Und schränkt im Hinblick auf die Geschichte des Haus der Kunst gleich ein: „Das kommt natürlich für uns nicht in Frage.“ Stattdessen sollen mehrere Clubs im Club entstehen, so genannte Private Clubs mit eigenem DJ-Pult, Bar und Türsteher, damit sich die Super-VIPs die gewöhnlichen P 1-Gänger etwas vom Leib halten können. „Mir gefällt die Bezeichnung ,Loge‘ besser als Private Club“, meint Rauch. In ziemlich genau einem Jahr, im Januar 2010, soll der neue Tempel der nächtlichen Glückseligkeiten auf den Party-Markt kommen.

Wer vom Jahreswechsel nicht genug bekommen kann: Heute Nacht gibt eine Wiederholung beim Gastro-Silvester in der Registratur (ab 22 Uhr, Blumenstraße 28, 10 Euro) für alle Gastronomen, die am 31. Dezember Dienst am Gast schieben mussten. Mit allem was dazu gehört: Live-Band, Countdown, Champagner-Pyramide und DJ bis in den frühen Morgen. Auch für Nicht-Gastronomen.

Quelle: tz

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