Der Super-DJ im Interview

David Guetta: "F*** me, I am famous"

Der französische Star-DJ David Guetta bespielt am Samstag den Königsplatz

München - Am Samstag tritt der französische Star-DJ David Guetta am geschichtsträchtigen Königsplatz auf. Zeit für einen Rundumschlag und für eines seiner seltenen Interviews:

Hi David, in Deiner Dokumentation zum Album „Nothing but the Beat“ hast Du gesagt, dass es viele Jahre dauerte bis Du wusstest, wer Du als Künstler bist. Wie hast Du denn angefangen und wo stehst Du jetzt?
Ich habe in den frühen 90er-Jahren als Promoter und DJ in kleinen Clubs in Paris begonnen. Es war ein ziemlich langer Weg bis zu dem Punkt, wo ich heute stehe. Noch heute ist es verrückt für mich, dass ich mit Stars wie Rihanna oder Snoop Dogg arbeite. Zwar gab es schon vorher Electronic- und Urban-Kollaborationen – einen Track hier, einen Song dort, aber eben nie in diesem Ausmaß.

20.000 Fans bei DJ Paul Kalkbrenner auf dem Königsplatz

Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dapd
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dapd
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dapd
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dapd
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dpa
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dapd
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dpa
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dapd
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dpa
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dpa
Wummernde Bässe vor antiker Kulisse: DJ Paul Kalkbrenner lässt auf dem Königsplatz die Puppen tanzen. © dpa

Das Ausmaß ist auch deshalb riesig, weil die Leute begeistert sind von Deiner Arbeit. In ihren Augen bildest Du eine Brücke zwischen der Urban- und der Electronic-Kultur.
Nun, die Zeiten ändern sich. Wir hatten die Chance, das Ganze auf ein neues Level zu heben – und schau’, wo wir jetzt sind. Meiner Meinung nach war „unsere“ Art der Musik in den USA immer sehr unterbewertet. Aber es war mein langgehegter Traum, dass House und Techno in den USA genauso populär werden sollten wie hier in Europa. Aber zugleich war ich auch immer ein großer Fan von R&B. Deshalb habe ich versucht, das Beste daraus zu machen.

Du sagtest mal, dass es für Dich nur um die Musik geht. Du würdest keine Drogen nehmen, nicht trinken oder rauchen. Aber was macht die Musik für Dich zur Droge?
Ja, Musik ist definitiv meine einzige Droge. Vor abertausenden von Leuten zu stehen und sie glücklich zu machen ist das beste Gefühl überhaupt, eben das Beste, das Du bekommen kannst. Das ist ziemlich berauschend.

Erfolg ist ja bekanntlich eine sehr launische Schwester. Was, denkst Du, wird mit Dir passieren, wenn der Erfolg abebbt? Hast Du schon Pläne, Dich dann neu zu erfinden? Zum Beispiel neue Styles auszuprobieren wie Rock und Electronic?
In diesem Moment genieße ich das Ganze einfach. Ansonsten stehe ich eh niemals still und versuche stets, mich neu zu erfinden. Ich habe meine Träume, die ich umsetzen möchte. Angst davor, dass mein Erfolg eines Tages enden wird, habe ich nicht. Außerdem habe ich meine Familie und meine engen Freunde. Mein Leben wird also weitergehen! Daran glaube ich.

Ich finde interessant, dass Du immer noch viel in Deinen Studios in Ibiza und Paris arbeitest. Und das, obwohl Du ungIaublich oft reist und dort ebenfalls an Deiner Musik arbeitest.
Das hängt von der Saison ab. Während des Sommers bin ich hauptsächlich in Ibiza und dann versuche ich jede freie Minute im Studio zu verbringen. Viele meiner Freunde kommen dann ebenfalls vorbei und wir versuchen, das Beste aus unserer Zeit herauszuholen. Aber wenn ich reise, kommen mir natürlich ebenfalls neue Ideen, die ich dann so schnell wie möglich ausarbeiten möchte. Ich habe immer mein Notebook dabei und mag es, dass ich damit meine Ideen realisieren kann, wann ich will und wo auch immer ich gerade bin.

Ibiza und Paris sind ja nicht gerade ruhige Orte, trotz aller Kreativität sind sie immer voller Leben und Action. Das klingt für mich, als würdest Du Dein Privatleben nicht wirklich vom Berufsleben trennen.
Ibiza ist so wundervoll – und übrigens sehr ruhig, wenn man das möchte. Dort gibt es so viele verborgene Plätze, an denen man relaxen und die Insel genießen kann. Aber Du hast recht: In meinem Leben dort gibt es keine wirkliche Grenze zwischen dem Arbeits- und dem Privatleben.

Jeden Donnerstag rockst Du das Pacha Ibiza mit Deiner Reihe „F*** me, I am famous.“ Nun, Du bist berühmt. Was bedeutet dieser Satz speziell für Dich?
Ich habe eine sehr enge Verbindung zum Pacha. Und „F*** me, I´m famous“ erinnert mich daran, wo ich herkomme. Aber ich liebe es auch, zu jeder anderen Zeit ins Pacha zu kommen und dort Clubsets zu spielen. Denn ich spiele ja meistens Konzerte vor 10.000 und mehr Leuten. Aber ja, wenn ich manchmal morgens aufwache, fühle ich mich wie: „F*** me, ich kann meinen Traum leben!“

Die Evolution der Technologie hat die Musikwelt verändert. So gab es mal diesen Vorfall, bei dem jemand vor Deinem Studio geparkt, Dein Netz gehackt und Songs kopiert hat, die noch nicht veröffentlicht waren. Sorgst Du Dich um solche Dinge? Und was bedeutet dies für Deine Arbeit?
Natürlich muss man in diesen Dingen sehr vorsichtig sein. Aber ich mache mir nicht allzu viele Sorgen darum.

In der eingangs erwähnten Dokumentation hast Du darüber gesprochen, dass Du nach „One Love“ in 2009 gefühlt hast, dass Du noch innovativer sein musst. Was bedeutet das genau für Dich und Deine Arbeit?
Grundsätzlich bedeutet es, nie still zu stehen, sich nicht auf dem, was man erreicht hat, auszuruhen und jeden Tag wieder neue Dinge auszuprobieren.

Kommen wir zu den Kollaborationen. Ich könnte mir vorstellen, dass es da sicher ab und an Momente gibt, in denen Ihr darum kämpft, wer den Track auf sein Album hieven darf. Was macht Ihr in so einer Patt-Situation?
(lacht) Ja, das kann schon mal passieren, aber wir finden da immer eine für alle Seiten adäquate Lösung.

In Anbetracht der vielen Reisen und der Arbeit an unterschiedlichen Orten scheinst Du viel Energie zu haben. Was ist dennoch das Anstrengendste an Deinem Leben?
Das Reisen in unterschiedlichen Zeitzonen ist sehr, sehr Kräfte raubend. Manchmal wache ich auf und habe erst einmal keine Ahnung, wo ich mich gerade befinde.

Und wie sieht ein üblicher David Guetta-Tag aus?
Wie schon gesagt, bin ich süchtig nach Musik! Mein ganzer Tag ist geprägt von der Philosophie „Nothing but the beat“. Ich stehe auf, gehe ins Studio, arbeite an neuen Songs und spiele in den Abenden und Nächten meine Gigs. Das ist mein Leben!

Du hast einen sehr schlichten, überhaupt nicht exaltierten Style, was Deine Haare und Deine Klamotten anbelangt. In Deiner oberflächlich geprägten beruflichen Umgebung gibt es sicher „gutmeinende“ Menschen, die Dir sagen, dass Du das mal ändern solltest ...
Warum sollte ich das tun? Ich mag meinen Style. Und meine Frau Cathy mag ihn auch. Ich brauche niemanden, der mir erklärt, was ich tragen soll.

Richtig so! Dennoch kannst Du es Dir leisten, Dir auch styletechnisch etwas zu gönnen und Markenbewusstsein zeigen. Was sind Deine persönlichen Statussymbole?
Meine Familie!

Kommen wir zu Deinem Gig am Königsplatz am 21. Juli. Was können wir bei diesem Open Air-Event mitten in der Münchner City erwarten?
Ich werde eine große Show spielen und mein neues Album „Nothing but the Beat“ präsentieren. Bühne, Sound und Licht sind enorm und ich habe gehört, dass es bisher die größte Produktion ist, die an diesem Platz stattgefunden hat. Ich freue mich schon sehr darauf, meine Fans in München zu sehen. Der Platz sieht großartig aus und ich bin stolz darauf, an diesem historischen und kulturell interessanten Ort zu spielen.

Vor fünf Jahren warst Du das letzte Mal in München. Was sind Deine Erinnerungen an die Clubszene der Stadt?
Ich erinnere mich an das Oktoberfest und an das Pacha. Es ist tatsächlich viel zu lange her, dass ich das letzte Mal hier war. Umso mehr freue ich mich, im Juli wieder in München zu sein!

Interview: Bente Matthes (UNDERCOVER Magazin)

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